Versicherung im Ehrenamt - Fragen und Antworten

Versicherung im Ehrenamt - Fragen und Antworten

  • Die gesetzliche Unfallversicherung greift nicht immer
  • Vereine müssen sich selbst absichern
  • Ehrenamtler sollten Versicherungsschutz checken

Bin ich als Ehrenamtler automatisch versichert?

Das ist unterschiedlich. Über die Unfallkasse NRW sind beispielsweise alle Stadt- und Gemeinderäte versichert. Aber auch ehrenamtliche Schülerlotsen, Schöffen oder Zeugen sind durch diese Versicherung geschützt. In NRW ist die beitragsfreie Unfallkasse aber auch zuständig, wenn eine andere ehrenamtliche Tätigkeit für das Gemeinwohl erbracht wird.

Fakten zum Ehrenamt

Helfen, Gutes tun, sich engagieren. Die ehrenamtlich Engagierten in NRW sorgen dafür, dass es in unserem Land an vielen Stellen gut läuft.  Das sind die Fakten:

Ehrenamtliche gibt Essen an ältere Dame aus.

Jeder Dritte in NRW engagiert sich ehrenamtlich.

Jeder Dritte in NRW engagiert sich ehrenamtlich.

Im Durchschnitt sind 18 Prozent der Freiwilligen sechs Stunden und mehr pro Monat ehrenamtlich tätig.

Es gibt viele Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren: Sport, Kultur, Familien, Senioren, Kinder, Umwelt, Katastrophenschutz, Feuerwehr, Gesundheit, Justiz, Integration...

Wer freiwillig hilft, ist meistens Mitglied in einem Verein (46,5 Prozent), danach folgen die Kirchen (16,5 Prozent) und staatliche/kommunale Einrichtungen (7,8 Prozent)

Besonders wichtig: 130.000 Menschen engagieren sich allein bei den Freiwilligen Feuerwehren.

Die etwa 19.000 Sportvereine in NRW haben insgesamt ca. 1,5 Millionen ehrenamtlich Engagierte.

Von den 8.000 Jugendverbänden in Nordrhein-Westfalen werden 80 Prozent von Ehrenamtlichen organisiert.

Am häufigsten engagieren sich Menschen vor dem Rentenalter. Rund 43 bis 48 Prozent der unter 65-Jährigen sind ehrenamtlich im Einsatz, bei den Älteren im Vergleich dazu etwa zehn Prozent weniger.

Im Alter nimmt das ehrenamtliche Engagement in der Regel ab. Nur noch ein Drittel engagiert sich im Alter über 65 Jahre.

"Spaß haben" ist für die meisten der wichtigste Beweggrund sich zu engagieren, egal ob jung oder alt. Aber vor allem der "Kontakt zu anderen Menschen und Generationen" sowie die "Gestaltung der Gesellschaft" werden mit dem Alter immer wichtiger.

Forscher haben herausgefunden, dass ehrenamtliches Engagement auch von der Bildung abhängt. Je höher diese ist, desto eher sind die Menschen freiwillig sozial engagiert.

Das Land NRW zeichnet herausragendes Engagement mit seinem Verdienstorden aus. Als Dankeschön und zur Inspiration.

Was ist, wenn kein gesetzlicher Versicherungsschutz besteht?

In NRW können gemeinnützige Organisationen ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter freiwillig über die Unfallkasse NRW versichern. Besteht dieser Schutz nicht, muss eine private Unfallversicherung von der Organisation abgeschlossen werden.

Tag des Ehrenamts

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche | 05.12.2018 | 10:33 Min.

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Zuständig ist dann die jeweilige Berufsgenossenschaft. Das trifft meist auf Sportvereine, Bürgerinitiativen oder Nachbarschaftsvereine zu.

Worauf muss ich als Ehrenamtler achten?

Es ist in jedem Fall ratsam, im Verein nachzufragen und zu prüfen, ob man wirklich versichert ist. Kriterien sind dabei, welche Tätigkeiten abgesichert sind und bis zu welcher Höhe ein Versicherungsschutz besteht. Im Zweifel sollte man die Versicherungsunterlagen selbst in Augenschein nehmen. Wenn dann noch nicht alles geklärt ist, hilft der gemeinsame Gang zum Versicherungsexperten.

Sollte ich mich auch privat absichern?

Wer auf der ganz sicheren Seite sein möchte, kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine private Unfallversicherung abschließen. Aber Achtung: In einigen Policen ist die ehrenamtliche Tätigkeit ausdrücklich von der Versicherungsleistung ausgenommen.

Worauf muss der Verein bei der Versicherung achten?

In jedem Fall sollte man sich professionell beraten lassen, wie es um den Versicherungsschutz steht, damit auch wirklich alle aktiven Mitglieder abgesichert sind. Dafür gibt es zum Beispiel beim Verein "Pro Ehrenamt" Berater, die den Versicherungsschutz unter die Lupe nehmen und Lücken schnell erkennen.

Wer haftet, wenn während der ehrenamtlichen Tätigkeit ein Schaden entsteht?

In der Regel greift dann die Haftpflichtversicherung des Vereins. Das ist allerdings nicht der Fall, wenn der Verursacher grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat - dann muss er selber für den entstandenen Schaden aufkommen.

Stand: 05.12.2018, 10:30