Gebrauchte E-Bikes – Top oder Flop?

Gebrauchte E-Bikes: Top oder flop? Servicezeit 17.06.2019 05:11 Min. Verfügbar bis 17.06.2020 WDR Von Burkhard Vorländer

Gebrauchte E-Bikes – Top oder Flop?

Von Burkhard Vorländer

  • Ersatzteile sollten verfügbar sein
  • Rad nicht älter als zwei bis drei Jahre
  • Rad beim Fachmann auslesen lassen

Die Branche boomt und ständig kommen neue und bessere Modelle auf den Markt. Deshalb verlieren E-Bikes nach zwei Jahren etwa die Hälfte ihres Wertes. Diesen dramatischen Preissturz kann man sich zum Vorteil machen.

Gebrauchte E-Bikes kaufen

WDR 2 Servicezeit 04.07.2019 03:42 Min. Verfügbar bis 03.07.2020 WDR 2

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E-Bike-Händler verkaufen vor allem neue Bikes, denn daran verdienen sie am meisten. Also muss man den Privatanbietermarkt absuchen, am besten im Internet. Auf bikeexchange.de, bikesale.de oder ganz einfach bei Ebay Kleinanzeigen werden viele gebrauchte Räder angeboten.

Ein E-Bike ist kein Fahrrad

Klingel, Bremse, Gangschaltung – beim Fahrrad reicht ein Blick auf die technischen Bauteile, um den Zustand zu erkennen. Ein E-Bike hat aber einen Motor und einen Akku, und diese Teile kann man als Laie nicht beurteilen. Als Faustformel gilt: Akkus und die dazugehörigen Ladegeräte haben eine Lebensdauer von etwa vier Jahren. Danach braucht man meist Ersatz, und der ist teuer. Ein Akku kostet etwa zwischen 400 und 700 Euro. Vor dem Kauf sollte man sich zudem erkundigen, ob der Hersteller für das Modell überhaupt Ersatzteile anbietet.

Motor und Akku testen lassen

Viele E-Bike-Händler bieten einen nützlichen Service an. Für etwa 50 Euro kann man den Motor auslesen lassen, wie beim Auto. Dabei wird das Fahrrad an die Computersoftware des Herstellers angeschlossen. So lässt sich genau erkennen, in welchem Zustand Akku und Motor sind und wie viele Ladezyklen bereits vorgenommen wurden.

Manche Hersteller bieten sogar Updates an, die die Motorleistung effizienter machen. Vorsicht jedoch bei Discounter-Rädern. Die Hersteller von Billigrädern stellen häufig keine Software zur Verfügung, die Fachhändler auslesen können. 

Neben der technischen Inspektion durch den Fachmann sollte man ein E-Bike auch selbst unter die Lupe nehmen. Weist es Unfallspuren auf? Zeigen sich Risse in der Isolierung oder Rost an den Kontakten? Dann sollte man lieber auf den Kauf verzichten. Auch interessant: Hat der Vorbesitzer noch die Gebrauchsanweisung? Ist vielleicht sogar ein Serviceheft vorhanden? Ist das Original Ladegerät dabei oder ein billiges Ersatzladegerät?

Probefahrt machen

Eine Probefahrt ist das Wichtigste: Nur so kann man die Funktionsfähigkeit des E-Bikes mit all seinen Komponenten testen. Im Idealfall sollte man eine komplette Akku-Ladung leer fahren – und natürlich auch mal einen Berg hinauf. Dann weiß man genau, wie weit man mit dem Motor wirklich kommt.

Stand: 04.07.2019, 00:00