Plastikteller-Verbot: Wie gut sind Alternativen?

Plastikteller-Verbot: Wie gut sind Alternativen?

Von Nick von Przewoski

  • EU will Einweg-Plastik wie Teller, Messer und Gabel verbieten
  • Alternativen aus Pappe, Palmblatt oder Zuckerrohr
  • Umwelt- und Verbraucherschützer empfehlen Mehrweg

Mit einem heute in Brüssel (28.05.18) vorgestellten Maßnahmenplan will die Kommission vor allem das Einweg-Plastik aus den Supermarktregalen vertreiben. Ziel sei es, den weltweit produzierten Plastikmüll zu reduzieren. Die EU will den Produkten an den Kragen, für die es bereits jetzt ökologische und für den Verbraucher finanzierbare Alternativen gibt. 

Damit die Alternativen bekannt werden, denkt die EU über eine Imagekampagne für einige der Bio-Varianten zum Plastikbesteck nach. Denn genau hier liegt bei den Outdoor-Grill-Fans das Problem. Bei Umfragen in Essen, Bochum, Dortmund und Köln kannten kaum Menschen die Alternativen. 

EU-Plastikteller-Verbot

WDR 2 Servicezeit | 28.05.2018 | 03:02 Min.

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Einweg-Alternativen ohne Plastik

Wer schon jetzt auf den Plastikteller verzichten will, kann eine Einweg-Alternative aus Zuckerrohr verwenden. Äußerlich und von der Stabilität her unterscheidet sich diese Variante nur wenig von einem Plastikteller, sind in der Regel aber teurer. Außerdem sind Einweg-Teller aus Zuckerrohr schwieriger zu bekommen. Meistens gibt es sie nur übers Internet oder in Bio-Läden zu kaufen.

Öko-Alternativen werden häufig falsch entsorgt

Pappteller sind meist mit Plastik beschichtet und auch Geschirr aus Zuckerrohr ist häufig Plastik verarbeitet. Sie zählen deshalb als Bio-Plastik und müssen ebenfalls im Restmüll entsorgt werden. Natürlich abbaubar sind Teller aus Palm- und Bananenblättern, sie können in der Bio-Tonne entsorgt werden oder auf dem Kompost verrotten.

Am besten sei es aber komplett auf Einweg zu verzichten, empfiehlt die Verbraucherzentrale und bekommt dabei Zustimmung von den Umweltorganisationen Greenpeace und WWF. Die Alternativen zu Wegschmeißtellern sind zwar auch etwas teurer, können dafür aber wiederverwendet werden.

Vorsicht vor Mogelpackungen

Eine weitere vermeintlich ökologischere Alternative sind z.B. Mehrwegteller aus Bambus. Diese seien jedoch häufig eine Mogelpackung, warnt die Verbraucherzentrale. "Da ist zwar Bambusmehl drin. Es ist aber letztendlich ein Kunststoff, dem Bambus beigemischt wurde. Dieser Kunststoff, der dafür benutzt wurde, ist Melamin", erklärt Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW. "Melamin zersetzt sich aber bei Hitze in Melamin-Einzelbestandteile, aber auch in Formaldehyd und das ist krebserregend. Das ist also ein Material, das wir gänzlich ablehnen würden."

Stand: 28.05.2018, 08:47