Spaziergang auf dem bergbauhistorischen Lehrpfad in Bochum Dahlhausen

Spaziergang auf dem bergbauhistorischen Lehrpfad in Bochum Dahlhausen

Spaziergang auf dem bergbauhistorischen Lehrpfad in Bochum Dahlhausen

Von Ulrike Modrow

Bald ist wirklich "Schicht im Schacht", im Dezember macht die letzte Zeche dicht, dann endet eine Ära im Ruhrgebiet. Der Bergbau hat die Region und die Menschen hier jahrhundertelang geprägt – "Heimatgeschichte trifft Spaziergang".

Spaziergang: Der bergbauhistorische Lehrpfad in Bochum Dahlhause

WDR 4 Spaziergang | 31.05.2018 | 02:29 Min.

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Ausgangspunkt ist der Bahnhof in Bochum-Dahlhausen, auf dem Vorplatz findet man eine Tafel mit dem Übersichts-Plan. Fast 14 Kilometer umfasst der gesamte Rundweg, auf dem es 39 Stationen gibt, aber auch ein gemütlicher Spaziergang auf nur einem kleinen Teilstück bietet schon jede Menge spannende Entdeckungen.

Bergbauhistorischer Lehrpfad – Vorbei an Stollen, Schächten und Halden

Zu den Ursprüngen des Bergbaus führt der bergbauhistorische Lehrpfad im Bochumer Süden. Entlang der idyllischen Ruhrhöhen kann man auf einem Rundweg durch viele Jahrhunderte Bergbaugeschichte spazieren.

Spaziergang auf dem bergbauhistorischen Lehrpfad in Bochum Dahlhausen

Ausgangspunkt des Spaziergangs ist der historische Bahnhof in Bochum-Dahlhausen. Auf dem Vorplatz gibt es einen Übersichtsplan über den Rundweg. Der bergbauhistorische Lehrpfad hat insgesamt 39 Stationen und ist 14 Kilometer lang.

Ausgangspunkt des Spaziergangs ist der historische Bahnhof in Bochum-Dahlhausen. Auf dem Vorplatz gibt es einen Übersichtsplan über den Rundweg. Der bergbauhistorische Lehrpfad hat insgesamt 39 Stationen und ist 14 Kilometer lang.

Die erste Station auf dem Rundweg – wäre nicht die Schautafel da, würde man sie fast übersehen - ist die Stollen-Öffnung in der Mauer. Die Straße wurde hier angehoben, deswegen erkennt man nur den oberen Bogen des inzwischen zugemauerten Stollens aus dem 18. Jahrhundert. Er diente einst der Kohleförderung, aber auch der Entwässerung.

Im Hang am Straßenrand gut zu erkennen - der Weitmarer Sattel, eine geologische Formation, die zeigt, wie hier die Erdschichten verbogen und gefaltet wurden.

Eine Tafel gleich nebenan erklärt die Faltentektonik, die Erdschichten und die Kohle-Entstehung.

Auch das war mal ein Stollen. Im Zweiten Welt-Krieg wurde er wieder geöffnet und als Luftschutzbunker genutzt.

Mitten in der Wohnbebauung ein weiteres, inzwischen zugemauertes Stollen-Mundloch aus dem 18. Jahrhundert. Dahinter geht es fast fünf Kilometer in den Berg hinein.

Der Weg führt nun in den Wald hinein. Es wird schattig und ruhig, Bänke am Wegesrand laden zum Ausruhen ein. Wo früher "Malocher" zugange waren, herrscht heute Idylle.

Der Weg führt hier entlang eines kleinen Bachlaufs – die Eibecke plätschert durch eine Wald- und Wiesenlandschaft. Auf den Wegen findet man neben vielen Informationen auf Schautafeln auch Ruhe, Einsamkeit und Natur pur.

An dieser Stelle wurde 1870 der Schacht Johannes in Betrieb genommen. Erstmals förderte man hier Kohle im Tiefbau. Die Zeche wurde bereits fünf Jahre später wieder geschlossen, da sie ständig unter Wasser stand. Geblieben ist ein Feuchtbiotop, in dem sich Frösche und Insekten wohl fühlen.

Dieser Hohlweg ist ein alter Kohlentreiberweg und stammt aus den Zeiten, als die Kohle noch von Pferden transportiert wurde. Die Pferde verschlammten den Weg, der immer mehr absackte, die Pferdetreiber liefen deswegen auf der oberen Böschung und blieben so trockenen Fußes.

Auch diese kraterähnlichen Löcher im Waldboden sind Spuren des Bergbaus. Sie heißen Pingen oder auch Kohlengräberlöcher. Schon im Mittelalter haben hier Bauern – noch ganz ohne Stollen oder Schächte - nach Kohlen gegraben, um sich für den Winter zu versorgen.

Der Weg führt hier 30 Meter den Berg hinauf. An dieser Stelle gab es Mitte des 19. Jahrhunderts eine Kohlenbahn. Sie wurde mit einer Winde betrieben – die mit Kohle beladenen Waggons wurden so in einer Schlucht ins Tal hinabgelassen.

Anreise mit Bus und Bahn

Mit der S3 Richtung Hattingen bis Bhf. Bochum-Dahlhausen. Der Wanderweg beginnt am Bahnhofsvorplatz.

Anreise mit dem Auto

Dr.-C.-Otto-Straße 136
44879 Bochum

A40 bis zum Dreieck Bochum-West, dort auf die A448. Oder von der A43 oder A44 bis zum Kreuz Bochum/ Witten, dann auf die B226, anschließend auf den Sheffield-Ring. Dieser geht in die A448 über. An der Ausfahrt 4 in Weitmar abfahren.


Aus Richtung Witten links, aus Richtung Kreuz West rechts abbiegen auf die Wasserstraße. Am Ende links abbiegen auf die Hattinger Straße Richtung Dahlhausen. Den Schienen der Straßenbahn folgen. Weiter bis zum Kreisverkehr am Bahnhof Dahlhausen. In Bahnhofsnähe gibt es begrenzt Parkplätze.

Weitere Informationen

Der Rundweg wurde vom Verein "Bergmannstisch Bochum-Süd" angelegt – mehr Informationen, u.a. auch eine interaktive Karte vom Lehrpfad gibt es auf der Website des Vereins.

Stand: 31.05.2018, 00:00