Spaziergang durch den "Bahnwald" zum Stausee Hengsen

Spaziergang durch den "Bahnwald" Holzwickede

Spaziergang durch den "Bahnwald" zum Stausee Hengsen

Von Ulrike Modrow

Wo einst der Adel wohnte, später Bagger große Löcher buddelten und schließlich Güterzüge und Dampflokomotiven lärmten – da kann man heute einen Spaziergang durch scheinbar unberührte Natur unternehmen. Im Kreis Unna, in den Ruhr-Auen zwischen Schwerte und Holzwickede, liegt das Naturschutzgebiet "Bahnwald" - auf dem fast 100 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs, daher der Name.

Spaziergang durch den "Bahnwald" Holzwickede

WDR 4 Spaziergang | 16.09.2018 | 02:19 Min.

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Durch das Naturschutzgebiet "Bahnwald" zum Ruhrstausee Hengsen

Ein Spazierweg durch den idyllischen und sehr einsamen Wald zum Stausee Hengsen: In dessen Mitte befindet sich eine bizarr aussehende Insel, die nur noch aus Steinen und abgestorbenen Bäumen besteht. Sie wird auch "Kormoran-Insel" genannt, denn sie ist die einzige Brutkolonie des Kormorans in der Region - ihn und viele andere Wasservögel kann man hier wunderbar beobachten.

Spaziergang durch den "Bahnwald" Holzwickede

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier einen riesigen Güterbahnhof. Der wurde im 2. Weltkrieg zerstört, die Natur eroberte das Gelände zurück. Heute ist der "Bahnwald" Naturschutz-Gebiet und Rückzugsort für gefährdete Tiere und seltene Pflanzen. Im Naturschutzgebiet sollte man die angelegten Wege nicht verlassen, um Fauna und Flora nicht zu stören.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier einen riesigen Güterbahnhof. Der wurde im 2. Weltkrieg zerstört, die Natur eroberte das Gelände zurück. Heute ist der "Bahnwald" Naturschutz-Gebiet und Rückzugsort für gefährdete Tiere und seltene Pflanzen. Im Naturschutzgebiet sollte man die angelegten Wege nicht verlassen, um Fauna und Flora nicht zu stören.

Der Spazierweg führt über viele kleine Bachläufe, die das Gebiet durchziehen. Das Wasser wurde unter den Bahngleisen in Rohren entlanggeführt.

Auch heute führt noch eine Bahnlinie durch das Waldgebiet (der Regionalexpress von Hagen nach Kassel). Der Weg läuft zunächst an den Gleisen entlang. Das Naturschutzgebiet Bahnwald dient auch der Trinkwasser-Gewinnung, denn mittendrin befindet sich der Stausee Hengsen, der kleinste der sechs künstlich angelegten Ruhr-Stauseen.

Immer wieder stößt man auf kleinere und größere Wasserläufe, die den nahen See ankündigen. Das Wasser schimmert schon von weitem durch die Bäume.

Blick durch die Bäume auf den Stausee Hengsen. Am Ufer bieten sich vielmals spannende Ausblicke.

Der See ist ein Paradies für Wasservögel. In seiner Mitte befindet sich ein bizarres Inselchen. Es besteht nur aus Steinen und einem abgestorbenen Baumstumpf und ist die größte Brutkolonie des Kormorans in der Region.

Zurück im Wald geht es auch zurück in der Geschichte: Schon im Mittelalter siedelte sich hier der Adel an. Von der Burganlage "Haus Ruhr" zeugen heute nur noch ein paar Wassergräben und dieser Mauerrest – die sogenannte "Eulenmauer". Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 12. Jahrhundert, bis 1777 gab es den Adelssitz. Auf dem Burggelände wurde anschließend ein Wirtschaftshof errichtet, der in den 1970er Jahren eingeebnet wurde.

Von einer alten Bahnbrücke bietet sich noch einmal ein schöner Blick aus der Vogelperspektive auf den Bahnwald.

Anreise mit dem Auto

A1 bis Ausfahrt Schwerte. Aus Richtung Dortmund rechts, aus Richtung Hagen links abbiegen auf die "Hörder Straße" Richtung Stadtmitte.
Die Bahn unterqueren, Richtung Villigst fahren. Nach 700 Meter an der Ampelkreuzung links Richtung Fröndenberg auf die "Schützenstraße" und zwei Kreisverkehre geradeaus überqueren.
Die Bahn erneut unterqueren. Nach 2,5 Kilometern führt rechts die Straße "Zum Wellenbad" Richtung Rheinen.
Hier rechts und hinter der Bahnunterführung links in die Straße "Zum Kellerbach".
Auf dem Parkplatz der hier gelegenen Wasserwerke kann man gut parken.

Zieleingabe ins Navigationssystem: Zum Kellerbach, in 58239 Schwerte

Anreise mit ÖPNV

Mit RE 7, 13, 17 oder RB53 bis Schwerte Bahnhof. Von dort mit dem Bus der Linie R50 oder R33 Richtung Lichtendorf bzw. Iserlohn bis Geisecke Post. Der Geisecker Talstraße folgen bis zur Straße Am Wellenbad. Schräg rechts-geradeaus in die Straße "Zum Kellerbach", dieser folgen bis zum Waldrand

Stand: 15.09.2018, 00:00