Gefährliches Baden in Flüssen und Seen

Badeverbot am See – warum eigentlich? Servicezeit 04.07.2019 04:04 Min. UT Verfügbar bis 04.07.2020 WDR Von Sebastian Wagener

Gefährliches Baden in Flüssen und Seen

  • Mit dem Sommerwetter steigt die Zahl der Badeunfälle
  • Strömungen und Temperaturunterschiede sind gefährlich
  • Auch gute Schwimmer geraten schnell in Gefahr
  • DLRG testet Drohnen im Rettungseinsatz

"Wir raten dringend, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen, nicht irgendwo in freier Wildbahn und schon gar nicht alleine", warnt Michael Grohe, Pressesprecher der DLRG Nordrhein. Wichtig sei es, die eigenen Kräfte und die Situation vor Ort richtig einzuschätzen - speziell die Entfernungen. "Viele merken erst unterwegs, dass die Strecke länger ist als gedacht", so Grohe.

Badeunfälle – Rettung per Drohne Servicezeit 02.07.2019 04:02 Min. UT Verfügbar bis 02.07.2020 WDR Von Cengiz Ünal

Schwimmen im Rhein und in Kanälen ist lebensgefährlich

Unterschätzt wird auch häufig die Kraft der Strömung in Flüssen. Da sich Strömungen oft in Bodennähe befinden, sind sie von oben kaum zu erkennen. Zudem können Schiffe für enormen Sog und Wellengang sorgen. Laut Verbraucherschutzministerium in NRW ist das Schwimmen im Rhein und in Kanälen lebensgefährlich.

Badeunfälle durch große Temperaturunterschiede

In Seen sind vor allem die Temperaturunterschiede des Wassers riskant. Bei Hitze ist die Wasseroberfläche warm, aber beim Sprung in tiefere Lagen kann das Wasser erheblich kälter sein. Das ist mitunter so heftig für den Körper, dass er in eine Art Schockstarre verfällt, die bis zur Bewusstlosigkeit führen kann.

Stille Gefahr: Unterwasserpflanzen

Ein weiteres Problem beim Baden in Seen sind Unterwasserpflanzen, die man von oben nicht sieht. Mit normalen Brustschwimmzügen könne man sich tief in den Teppich hineinziehen, warnt der DLRG. Das könne bis zur Bewegungslosigkeit führen.

Keinen Alkohol, keine Drogen vor dem Schwimmen

"Grundsätzlich kann ich den Leuten nur raten, sich abzukühlen, keinen Alkohol zu konsumieren, keine Drogen zu nehmen, und nicht alleine ins Wasser gehen", so die Empfehlung von Andreas Schmitt von der DLRG in Köln-Dünnwald. Außerdem sollte man in der Gruppe immer Augenkontakt halten. Wenn jemand gerettet werden muss, sollte man sich auf keinen Fall selbst in Gefahr bringen, sondern die Rettungskräfte alarmieren.

Drohnen sollen Ertrinkende schneller finden

In Köln testet die DLRG derzeit Drohnen, mit denen Vermisste mittels Wärmebildkameras schneller gefunden werden können. Denn im Kampf ums Überleben zählt jede Sekunden. In Deutschland gibt es jedes Jahr hunderte Badetote. 2018 kamen 504 Menschen beim Baden ums Leben, eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Stand: 04.07.2019, 10:36