Spaziergang zu den artesischen Quellen Mühlhausen

WDR 4 Spaziergang: Spaziergang zu den artesischen Quellen Mühlhausen

Spaziergang zu den artesischen Quellen Mühlhausen

Von Ulrike Modrow

Es gehört zu den größten Quellgebieten in NRW: das idyllische Dörfchen Mühlhausen, ein Ortsteil von Unna. Über 40 "artesische" Quellen entspringen hier – das ist Grundwasser, das sich bei bestimmten geologischen Bedingungen durch Überdruck anstaut und dann aus dem Boden austritt.

Spaziergang zu den artesischen Quellen Mühlhausen

WDR 4 Spaziergang 08.07.2018 02:37 Min. WDR 4

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Sommerlicher Spaziergang in Mühlhausen

In diesem Quellgebiet gibt es das größte Vorkommen der essbaren Brunnenkresse in NRW, den größten Schilfbestand im Kreis Unna und auch die größte Population des Laubfrosches in der Region, der in NRW zu den "stark gefährdeten" Arten gehört.

Das alles gilt es bei einem Spaziergang zu entdecken, der gerade bei heißen Temperaturen sehr erfrischend ist – nur im Spätsommer kann man ein bisschen Pech haben, dann trocknen viele Quellen schon mal aus.

Wandern in der Idylle der artesischen Quellen

In Mühlhausen ist ein großes Feucht-Areal entstanden, in dem sich eine ganz besondere Flora und Fauna angesiedelt hat.

WDR 4 Spaziergang: Spaziergang zu den artesischen Quellen Mühlhausen

Möglicher Ausgangspunkt für einen Spaziergang ist die alte Mühlhauser Schule im Dorfzentrum. Sie ist vermutlich das älteste Gebäude in Mühlhausen. Im Schulhof entspringt der von all den Quellen gespeiste Mühlbach. Vorn befindet sich eine Hinweistafel, angebracht vom Heimatverein Mühlhausen. Die Mitglieder wollen die spannende, rund 1.000-jährige Geschichte ihres Ortes lebendig erhalten.

Möglicher Ausgangspunkt für einen Spaziergang ist die alte Mühlhauser Schule im Dorfzentrum. Sie ist vermutlich das älteste Gebäude in Mühlhausen. Im Schulhof entspringt der von all den Quellen gespeiste Mühlbach. Vorn befindet sich eine Hinweistafel, angebracht vom Heimatverein Mühlhausen. Die Mitglieder wollen die spannende, rund 1.000-jährige Geschichte ihres Ortes lebendig erhalten.

Beginn des Mühlpfades, der hier entlang des Mühlbachs mitten in Mühlhausen verläuft. Wie die Namen vermuten lassen, gab es hier mal eine Mühle – die älteste Wassermühle Westfalens, urkundlich erwähnt schon im 9. Jahrhundert.

Der Mühlbach ist anfangs nur ein kleines, träge dahinplätscherndes Rinnsal. Der Pfad führt zunächst an einzelnen Gehöften und Wiesen entlang, mehrfach geht es über kleine Brücken über den Mühlbach. Barbara Cornelissen vom Heimatverein Mühlhausen weiß eine Menge über die Geschichten des Ortes – der Verein bietet auch geführte Spaziergänge an.

Parallel zum Mühlpfad fließt der Mühlbach, sozusagen als Wegbegleiter – er wird von den insgesamt 40 "artesischen" Quellen gespeist, die hier überall entspringen. Dabei handelt es sich um Grundwasser, das sich hier wegen besonderer geologischer Bedingungen durch Überdruck anstaut und dann aus dem Boden austritt.

Wegen der vielen Quellen ist hier ein einzigartiges Feucht-Areal mit einer besonderen Fauna und Flora entstanden. Unter anderem gibt es hier Schwarzpappeln, in NRW als "stark gefährdet" eingestuft. Dieses Prachtexemplar musste nach einem Sturm aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Der Weg führt nun in eine schattige Weiden-Allee hinein. Die knorrigen Stämme der Bäume lassen Spielraum für Fantasie.

Ein Plan gibt eine Übersicht über die Quellenlandschaft. Barbara Cornelissen vom Heimatverein kennt sich hier bestens aus. Ihr Verein setzt sich für die Erhaltung und Pflege des einzigartigen Areals ein – es gehört zu den größten Quellgebieten in NRW.

An der "Pasch-Quelle". Das Grundwasser sprudelt hier, bedingt durch den Überdruck im Boden, aus einem uralten Eisenrohr – solche Rohre wurden einst von den Bauern in die Erde getrieben, um Felder und Wiesen gezielt zu bewässern. Auf dem Wasser hat sich ein Pflanzenteppich gebildet – essbare Brunnenkresse, eines der größten Vorkommen in NRW.

Jede Quelle hat vom Heimatverein einen Namen bekommen – hier die "Erlenquelle". Noch vor 100 Jahren schossen manche Quellen teils bis zu zwei Meter hoch in die Luft. Bedingt durch den Bergbau sackte das Grundwasser allerdings ab und viele Quellen gluckern und blubbern heute nur noch. Oft sind sie im Hochsommer trocken.

An den "Weidenquellen". Das Wasser, das sich in kleinen Tümpeln um die Quellen bildet, ist im Sommer erfrischend kühl und hat konstant um die elf Grad. Aus diesen Quell-Tümpeln bilden sich kleine Wasserläufe, die sich sammeln und verzweigen und irgendwann in den Mühlbach fließen. Dieser schwillt in seinem Verlauf an und wird zu einem kräftigen Fluss, der seinerzeit eben auch eine Mühle antreiben konnte.

Die "Linsenquelle" – auch sie sprudelt aus einem Eisenrohr, mitten in einer schilfbewachsenen Wiese. Auch der Schilfbestand ist hier besonders groß. Libellen und Schmetterlinge fühlen sich wohl, auch Laubfrösche und Kröten gibt es hier zahlreich.

Viele hölzerne Brücken führen über den Mühlbach und seine Verzweigungen. Die idyllischen Pfade und Wege sind oft menschenleer und bieten Natur pur.

Anfahrt

Autobahnkreuz Dortmund-Unna (A1/A44), Richtung Unna zur B1. Dann nach Osten Richtung Werl, an der 2. Ampel links nach Uelzen abbiegen. Über Twiete, Uelzener Dorfstraße und Osterfeldstraße (Gemeindehaus, Kindergarten, Schule) zum Parkplatz am Mühlbachstadion.

Anmerkung: Bei feuchtem Wetter sind festes Schuhwerk oder Stiefel zu empfehlen.

Stand: 07.07.2018, 00:00