Spaziergang durch die Alte Kolonie Eving

WDR 4 Spaziergang: Spaziergang durch die Alte Kolonie Eving

Spaziergang durch die Alte Kolonie Eving

Von Ulrike Modrow

Spazierengehen macht nicht nur Spaß, wenn es durch Wald und Wiesen geht – auch "Häuser gucken" kann spannend sein. Zumindest, wenn sie so besonders sind wie in der Alten Kolonie Eving in Dortmund.

Geschichtliches Wandern durch die Alte Kolonie Eving in Dortmund

Die Alte Kolonie Eving ist eine denkmalgeschützte Bergarbeitersiedlung, die vor 120 Jahren gebaut wurde und so ganz anders aussieht als eine gewöhnliche Reihenhaussiedlung.

WDR 4 Spaziergang: Spaziergang durch die Alte Kolonie Eving

Als Start für einen Spaziergang bietet sich das 1903 errichtete, einstige Wohlfahrtsgebäude an – im Volksmund auch "Evinger Schloss" genannt. Das Gebäude, das heute unter Denkmalschutz steht, befindet sich im Zentrum der Kolonie. Seinerzeit gab es hier für die Siedlungsbewohner u.a. eine Badeanstalt, einen Werkskonsum, eine Bibliothek und einen Kindergarten.

Als Start für einen Spaziergang bietet sich das 1903 errichtete, einstige Wohlfahrtsgebäude an – im Volksmund auch "Evinger Schloss" genannt. Das Gebäude, das heute unter Denkmalschutz steht, befindet sich im Zentrum der Kolonie. Seinerzeit gab es hier für die Siedlungsbewohner u.a. eine Badeanstalt, einen Werkskonsum, eine Bibliothek und einen Kindergarten.

Postkarte aus vergangenen Zeiten. So sah das (heute originalgetreu sanierte) Wohlfahrtsgebäude Anfang des 20. Jahrhunderts aus.

Eine Infotafel vor dem Wohlfahrtsgebäude erklärt die Entstehung der Siedlung. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die verstärkt angeworbenen Bergarbeiter der nahen Zeche errichtet und bestand ursprünglich aus 76 Häusern mit 270 Wohnungen.

Das einstige Wohlfahrtsgebäude ist heute Sitz verschiedener Bildungs- und Kultureinrichtungen. Auch der Geschichts- und Kulturverein Eving hat hier eigene Räume – in denen er u.a. eine Art "Mini-Museum" errichtet hat.

In einer kleinen Ausstellung zeigt der Geschichtsverein Bergwerks-Utensilien und Werkzeuge – denn der Bergbau ist untrennbar mit der Alten Kolonie Eving verbunden.

Alte Grubenlampen an der Wand der Ausstellung.

Durch die Straßen der Siedlung – jedes Haus ist individuell gestaltet, ein bewusster Kontrast zu den damals üblichen Mietskasernen der Arbeiter.

Türmchen, Fachwerk, große Gärten, außerdem hatte jedes Haus Ofenheizung und fließendes Wasser – damals purer Luxus. Trotzdem waren die Mieten sehr günstig: So wollte man Bergarbeiter nach Eving locken, denn das Wohnrecht war an die Arbeit auf der nahen Zeche gebunden.

Die Siedlung wurde 1900 noch einmal erweitert. Insgesamt bestand sie dann aus 130 Häusern mit 470 Wohnungen. Die Mieten lagen mit rund 150 Mark pro Jahr deutlich unter den ortsüblichen Mieten. Ein Bergmann verdiente seinerzeit rund 1330 Mark im Jahr.

In den 70ern sollte die Alte Kolonie abgerissen werden. Eine Bürgerinitiative kämpfte gegen diese Pläne und restaurierte damals in Eigeninitiative dieses Haus – um zu zeigen, wie schön die Gebäude nach einer Sanierung aussehen können. Die Bürgerinitiative war erfolgreich. Ende der 70er wurde die Siedlung komplett saniert und später als Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.

Spaziergang durch die Alte Kolonie Eving

WDR 4 Spaziergang 17.02.2019 02:19 Min. Verfügbar bis 16.02.2020 WDR 4

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Anfahrt

Mit dem ÖPNV
Von Dortmund Hbf mit der Stadtbahn U41 Richtung Lünen-Brambauer bis Haltestelle "Amtsstraße" 

Eingabe fürs Navi
Nollendorfplatz 7
44339 Dortmund

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Stand: 16.02.2019, 00:00