Wie die EU die Verbraucher schützt

Wie die EU die Verbraucher schützt

  • Ende der Roaming-Gebühren ist bekanntestes Beispiel
  • Verbraucherzentralen sehen positive Entwicklung
  • In einigen Bereichen kann die EU laut Verbraucherschützern mehr tun

Am 26. Mai findet in Deutschland zum neunten Mal die Direktwahl zum Europäischen Parlament statt. Die gewählten Vertreter entscheiden zunehmend über konkrete Alltagsfragen, zum Beispiel auch in Sachen Verbraucherschutz.

Europawahlprogramme im Check

WDR 2 Servicezeit 10.04.2019 03:15 Min. Verfügbar bis 09.04.2020 WDR 2

Download

Ende der Roaming-Gebühren

Eines der bekanntesten Beispiele für den Verbraucherschutz auf europäischer Ebene ist wohl die Abschaffung der Roaming-Gebühren. Seit Juni 2017 müssen Mobilfunkanbieter Roaming-Dienste im EU-Ausland zu den gleichen Konditionen wie im Inland anbieten. Das ist nicht nur im Urlaub nützlich, sondern auch zum Beispiel für Studierende im oder aus dem Ausland.

Auch andere Verbraucherrechte gehen auf Entscheidungen des EU-Parlaments zurück, zum Beispiel:

  • Wer in der EU online Waren bestellt, hat 14 Tage Zeit die Meinung zu ändern und vom Widerrufsrecht Gebrauch zu machen.
  • Bei Verspätungen und Flugausfällen hat die EU das Recht auf finanzielle Entschädigung festgeschrieben.
  • Wer innerhalb der EU Geld anlegt, kann dank der Einlagensicherung darauf zählen, dass bis zu 100.000 Euro auch bei einer Bankenkrise geschützt sind.

Alltagssorgen in den Blick nehmen

Alles in allem eine positive Entwicklung, so die Enschätzung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen in Deutschland. "Genauso ist es aber auch wichtig, dass die EU jetzt nicht irgendwie Halt macht und dabei stehen bleibt, sondern gerade wenn die Alltagssorgen in den Blick genommen werden", sagt Klaus Müller vom Bundesverband. Beispiele gebe es genug: "Also die Durchsetzung durch Sammelklagen kann verbessert werden. Die Frage der Lebensmittelkennzeichnung kann verbessert werden." Dort könne die EU deutlich mehr tun als bisher.

Fast alle Verbraucher-Bereiche von Finanzdienstleistungen bis Energieversorgung verändern sich, entwickeln sich ständig weiter. Gerade im digitalen Bereich gebe es noch viele Stolperfallen. So müssten Verbraucher zum Beispiel besser nachvollziehen können, wie bei Online-Händlern die unterschiedlichen Preise zustande kommen. "Da müssen vernünftige Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass Algorithmen auch klar verständlich sind, dass ein Verbraucher das nachvollziehen kann", fordert Ulrike Brunswicker-Hoffmann, Leiterin der Verbraucherzentrale Düsseldorf.

Stand: 10.04.2019, 00:00