Welche Kartoffel für welches Gericht?

Das Bild zeigt Verpackungen von Kartoffelsorten.

Welche Kartoffel für welches Gericht?

Von Sarah Weihsweiler

Salzkartoffel, Püree oder Puffer: Nicht jedes Gericht gelingt mit jeder Sorte. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von Kartoffeln sind die Kochtypen.

Mehligkochend:

Platzen beim Kochen in der Schale sehr stark auf, kochen locker, sind trocken und grobkörnig, im Geschmack meist kräftig. Sie haben viel Stärke und nur wenig Flüssigkeit (weil die Stärke Flüssigkeit bindet).

Geeignet für: Kartoffelpüree, Eintöpfe, zum Frittieren, Gnocchi, Klöße, Knödel und zum Backen.

Beispiele: Adretta, Afra, Freya, Karlena, Likaria

Farbkennung: blau

Vorwiegend festkochend:

Platzen beim Kochen nur leicht auf, das Fleisch ist mäßig feucht und feinkörnig. Im Geschmack sind sie mild bis kräftig. Im Grunde ist diese Sorte der Allrounder unter den Kartoffeln, da sie die Eigenschaften von fest- und mehligkochend vereint und dennoch eher fest bleibt.

Geeignet für: Salz- und Pellkartoffeln, auch Pürees

Bespiele: Agria, Berber, Granola, Marabel

Farbkennung: rot

Festkochend:

Platzen beim Kochen in der Schale nicht auf, haben eine feste Konsistenz, sind feinkörnig und feucht. Der Geschmack ist mild bis kräftig und sie sind schnittfest.

Geeignet für: Kartoffelsalat, Gratins

Beispiele: Cilena, Ditta, Nicola, Selma, Sissi

Farbkennung: grün

Worauf beim Einkauf achten?

Beim Einkauf sollten die Kartoffeln...

  • gesund, sauber und fest sein
  • einen erdigen Geruch haben, aber nicht muffig riechen
  • auf keinen Fall grüne Stellen oder Keime aufweisen
  • eine gleichmäßige gelbbraune Farbe haben
  • trocken sein

Und: Sie sollten nicht glitschig oder feucht sein und keine Runzeln oder Druckstellen haben. Solche Kartoffeln können schneller schimmeln. Kartoffeln besser lose oder in Papiertüten kaufen, in Plastikbeuteln schwitzen sie schneller und die Fäulnisgefahr ist größer. Achten Sie auch auf das Kleingedruckte auf der Verpackung: „Qualität Extra“ ist besser als „Qualität 1“. Wichtig sind außerdem Angaben zum Kochtyp und zur Kartoffelsorte für einen gleichbleibenden Kocherfolg.

Tipps zur Lagerung:

  • Kühl lagern, allerdings nicht im Kühlschrank. Bei Temperaturen unter 4°C wandelt sich die enthaltene Stärke in Zucker um und die Kartoffel schmeckt süß
  • Immer dunkel lagern. Unter Lichteinfall ergrünt die Kartoffel und treibt aus
  • Raus aus der Plastikverpackung. Viele Supermärkte bieten Kartoffeln in Plastiksäcken an. Das ist ungünstig, weil sie dann schnell beginnen zu schwitzen und die Schimmel-Gefahr groß ist. Besser sind Papier-Tüten oder Netze. Im Zweifel zu Hause umpacken.
  • Kartoffeln, die man direkt beim Erzeuger kauft, wirken meist dreckiger, da sie nur gebürstet und nicht gewaschen werden wie Supermarktware. Der Dreck wirkt als eine Art Schutzschicht, weshalb diese Kartoffeln im Schnitt doppelt so lange halten wie die gewaschene Ware.

Stand: 23.04.2019, 16:00