Weihnachtsgänse - gute Haltung hat ihren Preis

Weihnachtsgänse - gute Haltung hat ihren Preis

Von Birgit Bonk

Öko-Test hat die Haltung von Weihnachtsgänsen untersucht. Ergebnis: Für ein gutes Gewissen muss der Verbraucher tief in die Tasche greifen.

Gänse brauchen Platz, sonst werden sie aggressiv. Sie wollen Gras fressen und müssen artgerechter Weise ein Gewässer zur Verfügung haben. Und sie sollten von Zwangsfütterung wie der Stopfmast und Lebend-Rupfung verschont sein. Diese Grausamkeiten müssen nicht sein.

Bei der Überprüfung der Haltungsbedingungen hat die Zeitschrift Öko-Test festgestellt: Mit gutem Gewissen lassen sich die Bio-Produkte aus deutschen Landen kaufen und verzehren. Für die Gänse von Bioland und Demeter vergibt Öko-Test die Bestnote „sehr gut“. Die Tiere leben mit 25 Wochen und mehr verhältnismäßig lange, haben Freilandzugang und bleiben von Tierquälerei verschont. Dafür muss der Kunde allerdings tiefer in die Tasche greifen: Die Preise liegen zwischen 80 und 100 Euro für vier Kilogramm Gans.

Die Discounter-Produkte von Aldi Nord, Aldi Süd und Lidl konnten in der Untersuchung von Öko-Test nur „ausreichend“ überzeugen. Hier kostet der Gänsebraten zwar nur zwischen 14 und 19 Euro für 4 Kilogramm Fleisch. Doch den Preis für das Billigfleisch zahlen die Tiere aus Polen und Ungarn. Statt empfohlener 15 Quadratmeter Platz pro Tier leben sie, nach Angaben der Unternehmen, auf nur einem (Aldi Süd) bis sieben Quadratmeter (Lidl).

Schlechter geht es allerdings auch. Ganze elf Produkte wurden von Öko-Test mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bewertet. Der Grund: mangelnde Transparenz bei den Lebensbedingungen der Gänse, oft Stopfmast, Lebendrupf und Massenställe.

Deshalb der Tipp von Öko-Test: Zu Gänsen aus Deutschland, am besten regional, greifen, dort gibt es die höchste Wahrscheinlichkeit, dass die Haltung der Tiere in Ordnung ist.

(Weitere Infos: Öko-Test, Dezember 2017)

Stand: 23.11.2017, 13:35