Wie viel Wasser ist eigentlich gesund?

Wie viel Wasser ist eigentlich gesund?

  • Zwei Liter Flüssigkeit pro Tag - aber nicht nur trinken
  • Nahrung deckt bereits ein Drittel des Bedarfs
  • Mediziner: Auf das Durstgefühl verlassen

Zwei Liter - das ist die Menge Flüssigkeit, die ein Erwachsener täglich aufnehmen soll. Doch dafür muss er nicht zwei Liter Wasser trinken, erklärt der Nierenfacharzt Professor Jan Galle: "Es gibt von ärztlicher Seite eigentlich überhaupt keine Empfehlung, so viel zu trinken." Der Grund: Etwa 0,7 Liter nimmt man bereits über die Nahrung auf.

Ein gesunder Erwachsener müsse daher nicht ständig trinken und könne sich auf sein Durstgefühl verlassen. Ausnahmen bilden Kleinkinder und ältere Menschen, die Probleme mit dem Durstgefühl haben.

13 Tipps für heiße Tage

Nicht eisgekühlt, wenig Koffein und leichtes Essen - diese und mehr Tipps:

Frau mit Sonnenhut trinkt aus einer Wasserflasche, Recklinghausen

Tipp 1: Die richtige Trink-Temperatur

Ein tiefer Schluck, eiskaltes Wasser – bei drückender Hitze eine Befreiung. Denkste! Der Körper rebelliert: Statt der ersehnten Abkühlung steigt eine ungeahnte Hitzewelle in uns hoch. Wir sind schweißgebadet. Hinter den Schweißausbrüchen steckt das Wärmeregulierungssystem des Körpers. Denn das versucht, unsere Körpertemperatur bei 37 Grad konstant zu halten. Zu kalte Getränke oder auch heiße Speisen empfindet der Körper als Temperaturschock. Er steckt spontan viel Energie in die körpereigene Klimaanlage. Das bringt uns kräftig ins Schwitzen. Der Mediziner Thomas Kurscheid empfiehlt deshalb eher lauwarme Getränke.

Tipp 1: Die richtige Trink-Temperatur

Ein tiefer Schluck, eiskaltes Wasser – bei drückender Hitze eine Befreiung. Denkste! Der Körper rebelliert: Statt der ersehnten Abkühlung steigt eine ungeahnte Hitzewelle in uns hoch. Wir sind schweißgebadet. Hinter den Schweißausbrüchen steckt das Wärmeregulierungssystem des Körpers. Denn das versucht, unsere Körpertemperatur bei 37 Grad konstant zu halten. Zu kalte Getränke oder auch heiße Speisen empfindet der Körper als Temperaturschock. Er steckt spontan viel Energie in die körpereigene Klimaanlage. Das bringt uns kräftig ins Schwitzen. Der Mediziner Thomas Kurscheid empfiehlt deshalb eher lauwarme Getränke.

Tipp 2: Genug trinken

An besonders warmen Tagen - und auch nur dann - braucht der Körper eines Erwachsenen viel Flüssigkeit. Gerade, wenn Sport getrieben oder körperlich hart gearbeitet wird. Sonst drohen Kopfschmerzen, Schwindel und Kreislaufprobleme. Der Tipp von Medizinern: Einfach auf das Durstgefühl hören.

Tipp 3: Das Richtige trinken

Geeignete Durstlöscher sind neben Wasser auch Kräuter- und Früchtetees, Fruchtschorle oder Buttermilch und Molke. Wer nicht so viel trinken mag, kann auch Melonen oder Salate essen. Sie bestehen zu 95 Prozent aus Wasser.

Tipp 4: Wenig Koffein

Viele denken, dass eine Extraportion Koffein den Kreislauf in Schwung bringen könnte und trinken besonders viel Kaffee oder Cola. Doch gibt das lediglich einen vorübergehenden Energiestoß. Danach sackt der Kreislauf sogar noch weiter ab als vorher. Das belastet den Körper in der Hitze nur zusätzlich. Deshalb sind koffeinhaltige Getränke in der Hitze nicht empfehlenswert. Das gilt sogar für Eiskaffee.

Tipp 5: Wenig Alkohol

Weniger ist mehr! Diese grundsätzliche Empfehlung gilt erst recht bei Hitze. Alkohol steigt bei hohen Temperaturen nicht nur viel schneller zu Kopf, sondern belastet auch den Kreislauf  und veranlasst die Nieren zu verstärkter Wasserausscheidung.

Tipp 6: Gutes Essen bei Hitze

Grillen im Sommer - darauf stehen viele. Aber "wenn wir wirklich schwere und fettige Sachen essen, ist das eine Anstrengung für den Organismus“, warnt Mediziner Kurscheid. Wer Abkühlung braucht, sollte zu leicht gekühlten Suppen wie Gazpacho greifen. In mediterranen Gefilden bewährt ist diese Gemüsesuppe gleich vielfach wirksam gegen Sommerprobleme: Sie ersetzt Salze, Vitamine und Mineralstoffe, die dem Körper beim Schwitzen verloren gehen.

Tipp 7: Leichte Kohlenhydrate auf dem Speiseplan

Auch wenn jetzt die leckeren Düfte vom Grill locken: Die Portionen sollten kleiner sein. Dadurch benötigen die Verdauungsorgane weniger Energie. Um den Kreislauf möglichst wenig zu belasten, stehen auf dem Speiseplan am besten leichte Kohlenhydrate: Pasta, Reissalat, Salate, Obst, Käse, Fisch, mageres Fleisch. Für den Organismus ist es jetzt besser, mehrmals am Tag kleine Portionen zu essen, statt dreimal größere Mengen.

Tipp 8: Vorsicht vor zu viel körperlicher Anstrengung

Auch wenn es viele als unangenehm empfinden: Schwitzen ist der Versuch des Körpers, die Körpertemperatur mit einem feuchten Film auf der Haut abzukühlen. Auf der Körperoberfläche verdunstet der Schweiß – das hat einen angenehmen Kühleffekt. Allerdings kann das System versagen: zum Beispiel bei sehr hohen Temperaturen und gleichzeitiger körperlicher Anstrengung. Die Folge: Erschöpfung und Kreislaufprobleme. Die Körpertemperatur kann sogar auf Werte von über 40 Grad ansteigen, so dass ein Hitzschlag droht. Scheint die Sonne zu lange auf den Kopf, kann es zu einem Sonnenstich kommen. In den meisten Fällen ist ein Notarzt gefragt, denn unbehandelt kann der Betroffene sterben.

Tipp 9: Die richtige Kleidung

Je enger Hosen, Röcke und Oberteile sind, umso stärker kann sich die Hitze darunter stauen und umso mehr muss man leiden. Also lieber lässig weite Teile anziehen, am besten aus Baumwolle, Leinen oder Seide.

Tipp 10: An die Kopfbedeckung denken

Vor allem Kinder sollten nicht ohne Kopfbedeckung an die Sonne gehen. Das gilt auch für Menschen mit kurzen Haaren oder Glatze. Ein Hut schützt vor Sonnenbrand und Sonnenstich - darunter bleibt der Kopf immer etwas kühler und überhitzt nicht so schnell. Auch er sollte lieber hell als dunkel sein, damit es darunter nicht zu heiß wird.

Tipp 11: Sport? Ja, aber...

Sport treiben ist zwar gesund, jedoch im Sommer besteht die Gefahr, dass man dem Körper mehr schadet als nutzt. Durch die Anstrengung bei der Hitze treibt man die Körpertemperatur noch weiter nach oben und verbraucht noch mehr Wasser. Bei Patienten, die zum Beispiel eine kardiale Vorschädigung haben, kann es dabei sogar zum Herzinfarkt kommen oder zu einer Überlastung mit Schwächesymptomen. In der Mittagshitze sollte deshalb weitgehend auf sehr anstrengende sportliche Tätigkeiten verzichtet werden. Morgens und abends sind moderate Sportarten, wie Schwimmen, Yoga und Walking aber vollkommen okay.

Tipp 12: Temperatur im Auto

Autofahren ist bei Hitze besonders unangenehm, weil sich der Wagen stark aufheizt – bis zu 60 Grad Celsius heiß kann es darin werden. Eine Klimaanlage verschafft zwar Linderung. Allerdings sollte sie nicht zu kühl eingestellt werden, rät Mediziner Kurscheid. Das belaste den Kreislauf. Der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur solle nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen. Menschen mit Kreislaufproblemen könnten beim Aussteigen sonst einen Kollaps erleiden.

Tipp 13: Frischluft

Nachts ruhig schlafen auch ohne Klimaanlage - gerade in der Stadt nicht so einfach. Unser Tipp aus Omas Zeiten: nasse Bettlaken und Handtücher im Schlafzimmer aufhängen. Durch die Verdunstung entsteht Kühle, die Raumtemperatur sinkt um mehrere Grad und die Wahrscheinlichkeit einer ruhigen Nacht steigt. Der gute alte Ventilator ist in diesen Tagen der einzige, der eine erfrischende Brise verspricht. Und wenn der nicht zu Hand ist: jeder kann sein eigener Wettergott sein und kräftig Wind machen. Mit einem Fächer.

Pro Kopf Verbraucher steigt an

Doch woher kommt der Mythos, dass mindestens zwei Liter getrunken werden müssen? Unter anderem wird er von Getränkekonzernen gefördert. "Drink-up" ist eine Kampagne in den USA, die von Pepsi und Danone gesponsort wird. In Deutschland unterstützt der Verband der Mineralbrunnen die Kampagne "Trinken im Unterricht".

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Wasser aus der Flasche ist in Deutschland sehr stark gestiegen. 1970 waren es noch gut zwölf Liter pro Kopf, heute sind es mehr als 120 Liter.

Stand: 19.06.2018, 11:16