Wie gesund ist Schärfe?

Das Bild zeigt eine Pfeffermühle, Pefeffer und Chilischoten mit dem Begriff Capsaicin.

Wie gesund ist Schärfe?

Schärfe wirkt anregend. Der Kreislauf kommt in Schwung und auch die Verdauung wird angeregt.

Schärfe – Was ist das eigentlich?

Bei Schärfe handelt es sich nicht um eine Geschmacksrichtung wie süß oder sauer. Stattdessen ist Schärfe eine Empfindung, die entsteht, wenn Schärfestoffe die Rezeptoren für Schmerz bzw. Hitze im Mund stimulieren. Je heißer scharfe Speisen gegessen werden, desto intensiver wird dieser Schmerz-Reiz wahrgenommen.

Scharf ist nicht gleich scharf

In Paprikagewächsen wie Chilis ist das Capsaicin für die Schärfe verantwortlich. Dieser Schärfestoff sorgt besonders stark für ein brennendes Gefühl im Mund. Piperin aus dem Pfeffer ist milder. Sowohl in Meerrettich als auch im Senf ist das Senföl der scharfmachende Stoff. Auch Knoblauch ist durch den Stoff Allicin scharf. Erhitzt man allerdings Meerrettich, Senf oder Knoblauch, geht ein Teil der Schärfestoffe verloren, da diese hitzeempfindlich sind. Das ist beim Capsaicin nicht der Fall. Auch das Gingerol in Ingwer ist hitzebeständig.

Wie gesund ist Schärfe?

Obwohl ganz unterschiedliche Stoffe für die Schärfe sorgen, haben sie alle den gleichen Effekt auf den Körper: Schärfe wirkt anregend. Der Kreislauf kommt in Schwung und auch die Verdauung wird angeregt. Besonders fettige, schwer verdauliche Speisen, sind mit ein wenig Schärfe besser zu verdauen.

Einen weiteren positiven Nebeneffekt von scharfem Essen machen sich vor allem Menschen in klimatisch warmen Gegenden zunutze: Isst man scharf, reagiert der Körper mit Schweißbildung. Diese führt dazu, dass sich der Körper abkühlt. Schärfestoffe wirken außerdem antibakteriell und können helfen, Infekten vorzubeugen. Generell ist Schärfe also gesund. Laut BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) sollte man dennoch pro Mahlzeit die Höchstmenge von 5 mg Capsaicin pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschreiten. Das sind für einen 70 kg schweren Erwachsenen 350 mg Capsaicin – so viel steckt übrigens in über 30 Flaschen Tabasco-Sauce.

Generell gilt: Wer selten scharf isst, sollte sich nur langsam steigern, sonst wird der Kreislauf zu sehr belastet. Auch Menschen mit Bluthochdruck oder einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt sollten auf scharfes Essen lieber verzichten. Auch Kindern am besten nichts Scharfes zu essen geben. Sie können sogar allergisch reagieren.

Den Brand löschen kann man am besten mit fetthaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten. Da die Schärfestoffe fettlöslich sind, kann man den brennenden Schmerz am besten mit einem Glas Milch bekämpfen. Wasser hilft nicht.

Stand: 27.07.2020, 16:52