Stiftung Warentest: Nicht viel Vanille im Vanilleeis

Stiftung Warentest: Nicht viel Vanille im Vanilleeis Servicezeit 05.09.2019 05:15 Min. Verfügbar bis 05.09.2020 WDR

Stiftung Warentest: Nicht viel Vanille im Vanilleeis

  • Stiftung Warentest untersucht Vanilleeis
  • Zwei Mal "mangelhaft" wegen zu hoher Anteile Fremdaroma
  • Discounter-Produkt mit gutem Ergebnis

Im vergangen Jahr hat jeder Deutsche im Durchschnitt 124 Kugeln Eis verdrückt - die hohen Temperaturen in diesem Jahr könnten ebenfalls wieder für gute Verkaufszahlen sorgen. Das Lieblingseis der Deutschen: Vanilleeis. Stiftung Warentest hat geprüft, was da eigentlich drin ist.

Große Preisunterschiede

Im Test waren 19 Sorten Vanilleeis in Haushaltspackungen, davon zwei lactosefreie Sorten, drei vegane Produkte und zwei Produkte mit Bio-Label. Preislich deckten die getesteten Packungen ein breites Spektrum ab: Der Kilopreis lag zwischen 1,91 und 17 Euro.

Wieviel Vanille ist im Eis?

Im Fokus der Tester stand vor allem die Frage, ob tatsächlich echte Vanille im Eis steckt oder die Hersteller eher auf künstliche Aromastoffe ausweichen. Da der Preis für Vanilleschoten auf dem Weltmarkt zuletzt immer weiter gestiegen ist, wäre das zumindest naheliegend.

Wie erkennt man echte Vanille im Eis?

"Aus unserer Sicht dürfen Verbraucher mehr als einen Krümel Vanille erwarten - erst recht, wenn Vanilleblüten und Schoten abgebildet sind", sagt Swantje Waterstraat von der Stiftung Warentest.

Viele Eissorten warten mit schwarzen Pünktchen auf - ein Hinweis auf echte Vanille. Der Test zeigt, dass die verwendeten Schoten zwar echt sind, das Aroma aber bereits entzogen wurde. Es kommt direkt ins Eis - als Vanille-Extrakt oder Vanille-Aroma.

Gesamtanteil schwankt deutlich

"Vanille-Extrakt ist das hochwertigste Vanille-Aroma, es wird zu 100 Prozent aus der fermentierten Vanilleschote gewonnen, beispielsweise durch alkoholische Extraktion", erläutert Swantje Waterstraat. "Natürliches Vanillearoma besteht zu 95 Prozent aus Vanille, fünf Prozent dürfen vanillefremde Aromastoffe sein, die aber auch natürlichen Ursprungs sein müssen."

Der Gesamtanteil der echten Vanille variierte bei den getesteten Eiscremes. Bei Mövenpick waren es 0,45 Prozent, "Grandessa" von Aldi Süd 0,21 Prozent und Häagen Dasz 0,19 Prozent. Fast keine echte Vanille - nur 0,03 Prozent - fanden die Tester bei "Cremissimo".

Holz als Ersatz für Vanille

"Wir haben festgestellt, das die Anbieter, die sehr sehr wenig Vanille verwenden, auf andere Aromastoffe angewiesen sind, die eben nicht aus der Vanille stammen, aber aus anderen natürlichen Quellen, wie zum Beispiel aus Holz", so Waterstraat.

Am Ende reicht es für die getesteten "Cremissimo"-Sorten und "Minus L lactosefrei" nur zu einem "ausreichend". "Mangelhaft" gab es für das Eis von Eismann und "Made with Luv" - hier bemängelten die Tester den zu hohen Anteil an künstlichen Aromastoffen. Geschmackssieger wurde Häagen Dasz, das ebenso wie "Grandessa", Mövenpick, Landliebe und die beiden Bio-Produkte mit "gut" bewertet wurde.

Stand: 24.07.2019, 13:05