Superfood: Günstige heimische Alternativen

Superfrucht in flüssig: Granatapfelsaft im Check Markt 24.04.2019 07:06 Min. Verfügbar bis 24.04.2020 WDR Von Sonja Gerhardt

Superfood: Günstige heimische Alternativen

  • Keine offzielle Definition für Superfood
  • Teilweise Schadstoffe bei Tests nachgewiesen
  • Heimische Gewächse als Alternative

Für Superfoods gibt es keine offizielle Definition oder gesetzliche Regelungen. Als Superfoods werden oft exotische Früchte und Samen mit größeren Mengen an Vitaminen oder Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen bezeichnet.

Im Laden sind sie meist nicht frisch zu finden, sondern getrocknet oder als Extrakt. Doch es gibt sie auch als Anreicherung in Lebensmitteln wie Brot, Joghurts und Smoothies.

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Wertvolle Ernährung?

Superfoods gelten nicht immer als unbedenklich. Die Produkte kommen aus Übersee, der Transport ist für Natur und Umwelt eine Belastung. Menschen in den Herkunftsländern wie Bolivien und Peru haben mit der steigenden Nachfrage nach Quinoa schwer zu kämpfen. Das traditionelle Grundnahrungsmittel, auch "Inka-Getreide" genannt, ist dort inzwischen sehr teuer geworden.

Teilweise Schadstoffe nachgewiesen

Quinoabauern in Peru

Quinoabauern in Peru

Öko-Test untersuchte 2016 Superfood-Produkte auf Schadstoff-Rückstände. Zwei Drittel davon waren neben chemischen Schadstoffen mit Keimen, Blei und Mineralöl verseucht. Zwei der getesteten Produkte mussten aus dem Verkauf genommen werden. Besonders die Goji-Beeren sind bei diesem Test negativ aufgefallen.

Heimische Vitamin- und Nährstoffbomben

Auf Superfood zu verzichten, ist nicht schwer. Es gibt hierzulande zahlreiche Samen, Beeren und Gemüsesorten. Saisonal und lokal gekauft sind sie um einiges günstiger als die exotischen Pendants.

So finden sich beispielsweise nicht nur im teuren Pulver der Acaibeere, sondern auch im heimischen Rotkohl und in Blaubeeren Pflanzenfarbstoffe, die der Körper in Form sogenannter phenolischer Verbindungen aufnimmt. Sie regulieren den Blutdruck und beugen Arteriosklerose vor.

Lein- statt Chiasamen

Leinsamen enthalten Schleimstoffe und sind ein natürliches Mittel gegen Verstopfung. Mit drei Euro pro Kilo sind sie ein günstiger Ersatz für Chiasamen, die teilweise zwölf Euro pro Kilo kosten. Besonders beworben werden die Gojibeeren aus China mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt. Angegeben werden 4,5 Milligramm auf 30 Gramm Beeren - eine Orange liefert 16-mal so viel.

Walnüsse statt Hanfsamen

Moringa wird mit einem hohen Calcium- und Eisengehalt beworben. Auf die übliche Verzehrportion bezogen enthält Milch mehr Calcium und Spinat mehr Eisen als teure Superfoods. Statt Hanfsamen können genauso gut Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Linsen und Haferflocken verzehrt werden.

Stand: 24.04.2019, 15:21