Geht's noch? – Schluss mit fiesem Essen

Geht's noch? – Schluss mit fiesem Essen

Wer weiß schon, dass sich hinter Siliziumdioxid eigentlich nur Sand verbirgt? Oder dass E 321 - Butylhydroxytoluol - nicht nur in Lebensmitteln, sondern vor allem in Treibstoffen oder Autoreifen steckt? Kaum jemand - dank der Politik und der Lebensmittelindustrie.

Zusatzstoffe = schneller, besser, billiger?

Zusatzstoffe erleichtern Verarbeitungsprozesse, ersetzen teure Gewürze oder Zutaten und machen unser Essen lange haltbar. Die Produktion von Lebensmitteln wird dadurch einfacher und günstiger. Im Gegensatz zur den Herstellern wissen die Verbraucher aber häufig nicht, was in ihrem Essen steckt: komplizierte, chemische Begriffe und E-Nummern seien zu intransparent, so Verbraucherschützer. Orientierung bieten deshalb verschiedene Apps - damit kann man direkt im Supermarkt alle Zusatzstoffe checken:

aid E-Nummern-Finder

Der E-Nummern-Finder wird vom Bundesinstitut für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Hier sind alle in der EU zugelassenen Zusatzstoffe aufgelistet und können über eine Suchfunktion gefunden werden. Die kostenlose App liefert Infos zur Klasse und Verwendung der Zusatzstoffe. Außerdem gibt aid eine Übersicht über mögliche Unverträglichkeiten und klärt auf, ob der Stoff in Biolebensmitteln erlaubt ist und ob er tierischen Ursprungs ist. Diese App ist umsonst.

Dr. Watson

Die „Dr. Watson“-App informiert umfangreich über alle Zusatzstoffe. Zu jedem Stoff gibt es eine ausführliche Beschreibung der möglichen Risiken und Anwendungsgebiete - so kann jeder abschätzen, ob er vielleicht zu viel davon isst. Kosten: knapp 4€.

CodeCheck

Mit der kostenfreien App kann man direkt den Barcode verschiedenster Produkte scannen. „CodeCheck“ zeigt einem nicht nur die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, sondern auch die von Kosmetika an. Die App liefert ausführliche Informationen über die Stoffe hinter den E-Nummern, aber auch über ökologisch kritische Zutaten wie Palmöl oder über die Nährwerte von Lebensmitteln.

TK statt Tüte

Wer, so gut es geht, auf Zusatzstoffe verzichten will, aber nicht jedes Etikett checken möchte, sollte stark verarbeitete Lebensmittel meiden. Generell gilt: je naturbelassener und frischer die Lebensmittel sind, umso weniger Zusatzstoffe sind nötig.

Wenn es trotzdem mal schnell gehen muss, ist Tiefkühlware die bessere Wahl - aufgrund der niedrigen Temperaturen brauchen tiefgekühlte Gerichte deutlich weniger Zusatzstoffe als Instant-Produkte. Auch Konserven, also Lebensmittel in der Dose, enthalten in der Regel weniger Konservierungsmittel - ein Blick auf das Etikett lohnt sich aber trotzdem: hier können sich nämlich Geschmacksverstärker verstecken. Und bei Bio-Produkten ist man eher auf der sicheren Seite als bei konventionellen Erzeugnissen.

Stand: 15.11.2017, 09:55