Lachs: Nur noch halb so gesund wie früher

Lachs: Nur noch halb so gesund wie früher

  • Lachs ist einer der beliebtesten Speisefische
  • Futter besteht zu 70 Prozent aus Soya
  • Anteil der Omega-3-Fettsäuren sinkt

Bevor ein Zuchtlachs sein Schlachtgewicht von fünf Kilo erreicht hat, wächst er mit 100.000 Artgenossen in riesigen Netzen auf. Etwa an norwegischen Fjorden stehen die Netze im Wasser, 50 Meter tief und breit. Jeder Lachs hat dort 200 Liter Meerwasser für sich.

Viel Platz ist das allerdings nicht: Zwanzig Zentimeter mal einen Meter mal einen Meter für einen Raubfisch, der selbst 75 Zentimeter lang ist.

Ethoxyquin wird dem Futter beigemischt

Das Futter, das der Lachs in sein Netz gestreut bekommt, besteht wesentlich aus Fischöl, Fischmehl und Gen-Soja. Eine Mischung, die - auf dem Weg zum Fjord - noch im Schiffsbauch explodieren könnte. Also mischen die Produzenten ein Mittel bei. Und das heißt Ethoxyquin, ein Pestizid, das im Futter als eine Art "Bombenentschärfer“ wirkt.

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Eigentlich ist dieser Bombenentschärfer in der EU verboten. Er steht unter anderem im Verdacht Krebs zu erregen. Allerdings darf die Fischindustrie den Stoff verwenden, noch bis 2020. Und über das zarte Lachsfleisch landet das Pestizid auf unserem Teller. Forscher fanden den Stoff in sechs von 15 Lachs-Proben.

Weniger Omega-3-Fettsäuren dank Soja-Fütterung

Seelachsfilet wird geschnitten

Lachse stehen aber nicht nur im Verdacht giftige Stoffe in sich zu tragen. Sie sind auch nicht mehr so gesund wie früher. Und abermals ist das Lachsfutter schuld. Dieses bestand früher einmal vor allem aus viel Fisch. Warum auch nicht, Lachse sind Raubfische. Mit der Zeit kam aber immer mehr Soja hinzu, denn das ist billiger. Mittlerweile macht die aus Brasilien importierte Sojabohne 70 Prozent des herkömmlichen Lachsfutters aus. Tendenz steigend.

Der hohe Soja-Anteil führt dazu, dass die Lachse nicht mehr über so viele Omega-3 Fettsäuren verfügen, also die tierischen, besonders gesunden Fette. Sondern nur noch über pflanzliches Omega-6. Das ist zwar immer noch gesund, aber eben nicht mehr so gesund wie früher. Der Anteil von Omega-3 hat sich in den letzten Jahren halbiert.

Lachs ist nur noch halb so gesund wie früher

Was kann man tun? Zum einen heimische Fische essen, wie etwa Karpfen, Wels oder Hering. Mit den Apps von Greenpeace oder dem WWF lassen sich Fischsorten je nach Bestand und Jahreszeit auswählen. Soll es doch unbedingt Lachs sein, dann bestenfalls welchen mit Bio-Siegel und aus dem Nordwestpazifik - dieser gilt als weniger überfischt als etwa Atlantik-Lachs.

Stand: 24.04.2019, 12:13