Nuss-Schokolade im Labortest

Nuss-Schokolade im Labortest

Von Katrin Niemann

  • Gewinner der Stichprobe: Ritter Sport, Lindt, Aldi-Nussknacker
  • Keine ist frei von Mineralölen
  • Nuss-Qualität nicht immer top

Testprodukte (100-Gramm-Tafeln):

  • Nussknacker - Aldi Süd für 0,75 Euro
  • Voll-Nuss – Ritter Sport für 1,29 Euro
  • Ganznuss – Lindt für 2,29 Euro
  • Schweizer Haselnussschokolade – Rewe Bio für 1,49 Euro
  • KClassic Ganze Nuss – Kaufland für 0,75 Euro
  • Ganze Haselnüsse – Milka für 0,95 Euro
  • ja! Ganze Nuss – Rewe für 0,75 Euro
  • Ganze Nuss – Alnatura für 1,65 Euro

Ergebnis der Mineralölanalyse

Im Labor ließen sich in allen acht Nuss-Schokoladen Mineralöle nachweisen. Die gute Nachricht: Keine enthält Mineralölbestandteile, die als „wahrscheinlich krebserregend“ definiert sind (kurz: MOAH). Dafür aber solche Mineralölkomponenten, die sich im Körper anreichern und dort langfristig Schäden verursachen (MOSH).

In unserer Stichprobe haben wir eine Nuss-Schokolade abgewertet. Der im Labor nachgewiesene Mineralölgehalt liegt 50 Prozent über dem zuletzt diskutierten Grenzwert (3. Entwurf einer Mineralöl-VO aus dem Jahr 2014). Bisher existiert für Mineralölrückstände weder eine nationale noch eine europäische Höchstmengenverordnung, deshalb gilt die Schokolade als verkehrsfähig.

Hier finden Sie die vollständige Ergebnistabelle als PDF zum Download

Woher kommen Mineralöle?

Mineralöle können über verschiedene Wege in die Schokolade geraten: Zum Beispiel über Kakaobohnen, die in geölten Jutesäcke lagern, über Schmieröle bei der Verarbeitung oder über Druckfarben in Verpackungen. Stichprobenuntersuchungen zeigen, dass Lebensmittel hierzulande weniger Mineralölrückstände aufweisen als noch vor einigen Jahren. Mithilfe von Verpackungsbarrieren (zum Beispiel einer Folie zwischen Schokolade und Karton) versuchen Lebensmittelhersteller mittlerweile, den Übergang von Mineralölen auf ihre Lebensmittel zu reduzieren.

Nüsse: nicht alle topfrisch

Wer ab und zu Nuss-Schokolade isst, hat sicherlich schon einmal beim Biss auf eine Nuss gedacht: „Die schmeckt irgendwie alt“. Ein konkreter Wert, an dem sich „Ranzigkeit“ ablesen lässt, gibt es nicht. Ein Indiz ist der Gehalt an Freien Fettsäuren. Je höher der Gehalt, desto wahrscheinlicher sind beginnende Verderbnisprozesse. Sie machen sich schon früh geschmacklich bemerkbar. Vier unserer Produkte im Test wiesen einen Gehalt an Freien Fettsäuren auf, der an der Schwelle zu einer geschmacklich wahrnehmbaren Ranzigkeit liegt.   

Gewinner unserer Stichprobe

Gewinner unserer Stichprobe sind die Nuss-Schokoladen der Marken Lindt, Choceur Nussknacker (Aldi) und Ritter Sport. Dabei bezieht sich die Bewertung ausschließlich auf die getesteten Kategorien „Geschmack“, „Mineralöl-Rückstände“ und „Nuss-Qualität“. Unser Test kann keine Aussage über andere Schadstoffe oder die Anbaubedingungen der Rohstoffe treffen.

Stand: 05.12.2017, 12:00