Markenprodukte vom Discounter

Markenprodukte vom Discounter

Ob Weihnachtskekse, Tiefkühltorte, Gans oder Sekt: Hinter günstigen No-Name-Produkten von Discountern wie Aldi, Netto oder Penny stecken oft bekannte Markenhersteller. Das herauszufinden, ist nicht schwer. Einige Beispiele.

Beim Essenseinkauf für die Weihnachtstage kann der Einkaufswagen schnell voll sein. Wer beim Discounter einkauft, kann sein Portemonnaie wenigstens ein bisschen schonen. Denn was viele gar nicht wissen: Auf Markenprodukte muss man bei Aldi, Netto und Co. nicht unbedingt verzichten. Denn hinter vielen Discounter-Produkten stehen tatsächlich namhafte Hersteller. Für den jeweiligen Markt bekommt die Ware dann einfach neue Namen - und ist meist deutlich billiger.

Aldi-Zimtsterne von Lambertz

Schnäppchen gibt es da schon bei den Süßigkeiten: Das Marzipanbrot von Aldi Nord beispielsweise kommt vom Aachener Marmeladenhersteller Zentis, die Aachener Lebkuchen von Lambertz und Nougat-Kugeln von Stollwerck. "Reichsgraf"-Zimtsterne von Aldi werden von der Firma F.A.Crux hergestellt, die ebenfalls zu Lambertz gehört. Bei Aldi kosten sie ein Drittel des Preises.

Eierlikör vom Markenhersteller

Eierlikör

Original-Eierlikör aus Bonn beim Discounter

Wer sich im Kaufland für den tiefgekühlten Käsekuchen "Grotemeyers Konditorei" entscheidet, kauft ein Produkt von Coppenrath und Wiese. Und hinter dem Eierlikör sowohl von Penny als auch von Lidl verbirgt sich der Bonner Traditionshersteller Verpoorten. Nach Angaben der Firmendatenbank "Wer zu wem" nutzt Verpoorten zur Verschleierung den Firmennamen "Diana Vertrieb". Dessen Adresse führt in eine Wohnsiedlung in Andernach.

Weihnachtsmenü: Marken zu günstigeren Preisen

Hähnchen-Teile von Aldi und Lidl liefert unter anderem Wiesenhof, tiefgefrorene Seelachsfilets oder Ja!-Fischstäbchen aus dem Rewe kommen von Frosta. Den "Echt Düsseldorfer Senf" vom Aldi stellt die Traditionsfirma Löwensenf her - allerdings zum halben Preis-, und auch unter den Discounter-Erbsen aus der Dose findet sich der Markenhersteller Bonduelle.

Selbst beim Sekt zum Fest lässt sich Markenware für billiger bekommen: Der halbtrockene "Cava Delmora" von Aldi kommt aus dem Hause Freixenet - und kostet nur 3,59 Euro pro Flasche, während das "Original" mit 5,90 Euro deutlich teurer ist.

Ist tatsächlich auch das Original drin?

Stellt sich nur die Frage: Ist in den Packungen der heimlichen Markenhersteller auch genau das dem Original entsprechende Produkt drin? Wohl nicht immer. Auf Anfrage antwortet beispielsweise Löwensenf, dass es sich bei dem "Echt Düsseldorfer Senf", den die Firma für Aldi produziert, und dem Original "um zwei unterschiedliche Produkte" handele. Hinter jedem der Artikel stehe "ein eigenes Konzept, eine eigene Rezeptur und Aufmachung". Süßigkeitenhersteller Lambertz, der unter anderem Zimtsterne an Aldi liefert, gibt an, dass die Rezeptur dafür "vergleichbar" sei mit der der klassischen Lambertz-Zimtsterne.

Hersteller selbst recherchieren

Mit wenig Aufwand lässt sich auch selber herausfinden, welche Hersteller hinter den Discounter-Marken stecken:

  • Wenn man Glück hat, steht der Hersteller mit Firmennamen direkt auf der Verpackung. Oft ist dort aber ein Tochterunternehmen genannt, damit der Bezug zum Markenhersteller nicht direkt erkennbar ist. Viele traditionelle Hersteller sind mittlerweile mit zahlreichen kleineren Firmen fusioniert. Im Internet lässt sich unter dem jeweiligen Namen schnell die eigentliche Marke ermitteln.
  • Auf Fleisch- und Milchprodukten findet sich immer eine Veterinärkontrollnummer. Sie besteht aus einer Zahlen-Buchstaben-Kombination. Auf der Webseite des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit kann man über diese Nummer den HersAtellerbetrieb ermitteln.
  • Schließlich gibt es noch das Deutsche Markenregister. Dort sind sämtliche Inhaber von Marken, die Discounter für sich kreieren, eingetragen.

Stand: 06.12.2017, 06:00