Müll vermeiden beim Einkaufen im Supermarkt - Weniger Plastik, mehr Vorbereitung

Das Obst und Gemüse ist zu schade für die Mülltonne

Müll vermeiden beim Einkaufen im Supermarkt - Weniger Plastik, mehr Vorbereitung

Von Samuel Acker

  • EU veranstaltet aktuell die "Woche der Abfallvermeidung"
  • Oft lässt sich schon beim Einkaufen im Supermarkt Müll reduzieren
  • Wichtig dabei: Schon zuhause den Einkauf planen

Wir produzieren immer mehr Müll: Nach Zahlen des Umweltbundesamts werfen die Menschen in Deutschland mittlerweile pro Kopf jedes Jahr über eine halbe Tonne Haushaltsabfall weg. Das ist rund ein Fünftel mehr als noch im Jahr 2000. Und nur ein Teil dieses Mülls wird recycelt – der Rest ist buchstäblich für die Tonne.


Daher ruft die EU-Kommission aktuell die "Woche der Abfallvermeidung" aus. Aktionen in ganz Europa sollen zeigen, wo Müll eingespart werden kann. Ein Beispiel im Kleinen: Der Einkauf im Supermarkt.

Rucksack statt Tüte

Dabei kann man schon bevor man losgeht Abfall vermeiden: "Zum Einkaufen am besten einen Rucksack oder einen Stoffbeutel mitnehmen", empfiehlt Olga Witt. „Somit spart man sich das Geld für eine Plastik- oder Papiertüte an der Kasse und vermeidet Abfall.“ Die 33-Jährige aus Köln ist "Zero Waste"-Aktivistin, das bedeutet, sie versucht so müllfrei wie möglich zu leben.

Wer vorhat, Obst & Gemüse einzukaufen, sollte am besten zusätzlich ein paar kleinere Stoffbeutel mitbringen. So muss man an der Obsttheke nicht immer wieder neue kleine Plastikbeutel mitnehmen oder eingeschweißte Äpfel, Paprikas oder Pilze einkaufen.

Glas statt Plastik

Wasser wird häufig in PET-Flaschen verkauft, Milch in Tetrapacks, Joghurt in Plastikbechern. Hier ist es aus Recycling-Sicht sinnvoll, auf Glas umzusteigen. Allerdings bieten gerade Discounter diese Produkte eher selten in Glasgefäßen an – es kann sich lohnen, vorm Einkauf beim Supermarkt anzurufen. Zudem muss das größere Gewicht bedacht werden: Wer kistenweise Glasflaschen kauft und den schweren Einkauf dann mit dem Auto durch die City fährt, spart vielleicht Müll ein, schont aber nur bedingt die Umwelt.

Seife am Stück statt Flüssigseife

Seifenspender sind aus Plastik, ebenso ihre Nachfüllbeutel. Eine Alternative um Müll zu sparen: Seife am Stück. Die gibt es u.a. in jedem Drogeriemarkt.

Ein Müll-Bestandteil, der sich beim Einkaufen oft nicht vermeiden lässt, sind Kassenzettel. Wichtig ist hierbei, die Kassenzettel beim Ausmisten zuhause nicht zum Altpapier, sondern zum Restmüll geben. Kassenzettel sind in der Regel mit der Chemikalie BPA behandelt, die im Verdacht steht, hormonelle Störungen zu verursachen. Wer weniger Kassenzettel mitnehmen möchte, aber trotzdem über die Einkäufe Buch führen will, kann im Supermarkt nachfragen, ob er/sie den Kassenstand fotografieren darf.

Müll vermeiden beim Einkaufen im Supermarkt

WDR 2 Servicezeit | 21.11.2017 | 03:00 Min.

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Unverpackt-Läden: Was zu beachten ist

Eine radikale Alternative zu klassischen Supermärkten sind sogenannte Unverpackt-Läden. Hier werden die Waren lose angeboten. Der Kunde soll selbst Tupperdosen, Flaschen oder Einmachgläser mitbringen, um sie zu transportieren. Kundin Dorothee Baumann aus Köln hat zum Beispiel alte Honiggläser mitgebracht, um Müsli abzufüllen. Besonders bei getrockneten Lebensmitteln wie Nudeln, Nüssen oder Gewürzen bieten die „Zapfspender“ in den Unverpackt-Läden eine große Auswahl. Fleisch oder Milchprodukte sind hingegen eher selten.

Viele Produkte in Unverpackt-Läden sind Bio-Ware und/oder fair gehandelt – das macht sich auch beim Preis bemerkbar. 200 Gramm Walnüsse kosteten bei einem Testkauf in Köln fast fünf Euro. Im Discounter kosten die Nüsse die Hälfte.

Zudem gibt es noch verhältnismäßig wenige Unverpackt-Läden; in NRW sind es rund 15 Stück. Aber ihre Anzahl steigt fast monatlich.

Eine Übersicht gibt es zum Beispiel hier:

Stand: 21.11.2017, 10:36