Müll vermeiden beim Einkaufen im Supermarkt

Müll vermeiden beim Einkaufen im Supermarkt

  • Müllvermeidung startet schon beim Einkauf
  • Wichtig ist dabei eine gute Planung
  • "Unverpackt-Läden" als Alternative zum Supermarkt

Wir produzieren immer mehr Müll: Nach Zahlen des Umweltbundesamts werfen die Menschen in Deutschland mittlerweile pro Kopf jedes Jahr über eine halbe Tonne Haushaltsabfall weg. Das ist rund ein Fünftel mehr als noch im Jahr 2000. Und nur ein Teil dieses Mülls wird recycelt – der Rest ist buchstäblich für die Tonne. Das muss aber nicht sein. Ein Beispiel für Abfallvermeidung im Kleinen: Der Einkauf im Supermarkt.

Rucksack statt Tüte

Dabei kann man schon bevor man losgeht Abfall vermeiden: "Zum Einkaufen am besten einen Rucksack oder einen Stoffbeutel mitnehmen", empfiehlt Olga Witt. "Somit spart man sich das Geld für eine Plastik- oder Papiertüte an der Kasse und vermeidet Abfall." Die 33-Jährige aus Köln ist "Zero Waste"-Aktivistin, das bedeutet, sie versucht so müllfrei wie möglich zu leben.

Abfall vermeiden - aber richtig!

Wie können wir es schaffen, weniger Müll zu produzieren? Wir haben15 Tipps für Sie - und fangen gleich im Badezimmer an....

Supermarktregal mit Shampooflaschen

Machen Sie einen Bogen um Plastikflaschen!
Shampoo, Spülung, Duschgel und Lotion: Körperpflege macht jede Menge Plastikmüll. Dabei gibt es handliche Alternativen - Haarseife zum Beispiel. Die gibt es blockweise im Geschäft oder fein abgepackt auf dem Weihnachtsmarkt, Duft inklusive.

Machen Sie einen Bogen um Plastikflaschen!
Shampoo, Spülung, Duschgel und Lotion: Körperpflege macht jede Menge Plastikmüll. Dabei gibt es handliche Alternativen - Haarseife zum Beispiel. Die gibt es blockweise im Geschäft oder fein abgepackt auf dem Weihnachtsmarkt, Duft inklusive.

Waschen Sie sich mit Stückseife!
Stückseifen verbrauchen in der Regel weniger Verpackungsmaterial und sind ergiebiger als ihre flüssigen Verwandten. Wenn es für Sie aber partout nicht ohne Flüssigseife geht, kaufen Sie Nachfüllpackungen im Supermarkt. So vermeiden Sie unnötigen Plastikmüll.

Benutzen Sie Zahnbürsten aus Bambus!
Bürsten sind Wegwerfware: Sie müssen regelmäßig ausgetauscht werden - der Mundhygiene zuliebe. Wenn sie aus Bambusholz gemacht sind, schaden sie aber nicht der Umwelt. Wer konsequent sein will, rührt auch seine eigene Zahnpasta an, aus Kokosfett, Natron und Pfefferminzöl. Die ist garantiert frei von Mikroplastik. Und Zahnseide gibt es auch in einer kleinen Glasflasche zu kaufen.

Leihen statt kaufen!
Kettensäge, Bohrmaschine, Laminiergeräte - manche Gegenstände braucht man nur ab und zu. Es kann billiger und natürlich umweltfreundlicher sein, wenn Sie Geräte von Freunden, Nachbarn, Bekannten oder im Geschäft ausleihen, statt sie selbst anzuschaffen. Umgekehrt freuen sich Nachbarn genauso, wenn Sie bei Bedarf etwas verleihen.

Vermeiden Sie Einwegprodukte!
Kugelschreiber, Feuerzeuge, Partygeschirr - aufgebraucht oder einmal verwendet werden sie weggeschmissen. Besser, Sie kaufen nachfüllbare Produkte und verwenden Geschirr - was im Übrigen viel appetitlicher ist.

Weniger drucken!
Gehen Sie geizig mit Papier um! Denken Sie vor jedem Druck kurz nach, ob Sie den Ausdruck wirklich brauchen. Trotz zunehmender Digitalisierung steigt der Papierverbrauch stark an. Laut WWF verbraucht jeder Deutsche im Schnitt täglich fast ein Kilo Papier. Mit über 250 Kilogramm pro Kopf und Jahr verbraucht Deutschland so viel Papier wie gesamt Afrika und Südamerika zusammen. Verwenden Sie Recycling- oder FSC-Papier!

Bestellen Sie ungewollte Werbung ab!
Ein Großteil dieses Papiermülls kommt in Form von Werbeprospekten oder Flyern mit der Post direkt in Ihren Haushalt. Lehnen Sie ungewünschte Einwurfsendungen einfach ab und informieren Sie Ihren Briefträger darüber, dass Sie keine Werbung im Briefkasten wünschen.

Verwenden Sie Akkus statt Batterien!
Fast 50.000 Tonnen Batterien gehen in Deutschland jährlich über den Verkaufstresen - noch nicht einmal die Hälfte davon findet nach Angaben des Umweltbundesamtes den Weg zurück ins umweltfreundliche Batterierecycling. Dabei ist der Handel zur Rücknahme verpflichtet. Verzichten Sie nach Möglichkeit ganz auf die umweltschädlichen Stromspender und betreiben Sie Ihre Elektrogeräte lieber mit wiederaufladbaren Akkus. Und wenn es mal gar nicht ohne Einwegbatterien geht: unbedingt nach Gebrauch wieder beim Händler abgeben!

Kaufen Sie Qualität!
Auch wenn es komisch klingt: Wer billig kauft, kauft zweimal! Zahlen Sie lieber ein paar Euro mehr für Ihren neuen Pullover und haben Sie viele Jahre Ihre Freude daran. Billigprodukte verlieren häufig schon nach kurzer Zeit an Qualität und landen schnell auf dem Müll. Laut der Umweltorganisation Greenpeace werfen rund zwei Drittel der Deutschen regelmäßig Kleidung in den Müll.

Trinken Sie aus Ihrem eigenen Becher!
Der Coffee-to-go gehört für viele Menschen einfach zum Alltag dazu. Die Deutsche Umwelthilfe hat ausgerechnet, dass pro Stunde (!) mehr als 300.000 Einweg-Kaffeebecher im Müll landen. Das muss nicht sein! Packen Sie sich einen Thermobecher in die Tasche und lassen Sie diesen beim Bäcker Ihres Vertrauens auffüllen. So tun Sie etwas Gutes und Ihr Kaffee bleibt dabei sogar noch länger warm.

Kompostieren Sie!
Laut Bundesumweltamt verursachen Mülldeponien rund drei Prozent des jährlichen EU-Treibhausgases. Helfen Sie mit, die Deponien zu verkleinern und verwerten Sie Ihren Biomüll sinnvoll im heimischen Kompost. Das ist sogar auf dem Balkon möglich. Den unangenehmen Geruch im Balkonkomposter können Sie dabei mit etwas Gartenkalk und einem wasserdurchlässigen Untergrund minimieren.

Verwenden Sie Stoffbeutel!
Das klingt altmodisch, macht aber Sinn. Denn die ach so praktischen Plastiktüten brauchen nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe etwa 450 Jahre bis sie verrottet sind. Nach aktuellen Studien verbraucht jeder Deutsche pro Jahr 76 Plastiktüten. Damit stehen wir im internationalen Vergleich zwar noch recht gut da (Portugiesen verbrauchen rund 400 Tüten), die Skandinavier beweisen aber, dass da noch einiges geht: Sie verbrauchen im Durchschnitt nur vier Tüten pro Jahr. Also: Öfter mal den Jutebeutel zum Einkauf mitnehmen!

Keine Angst vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum!
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft errechnet in seiner Studie über Lebensmittelabfälle in Deutschland, dass jeder Deutsche rund 80 Kilogramm Lebensmittel im Jahr wegschmeißt - obwohl das häufig gar nicht nötig wäre: Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln ist eine gesetztlich vorgeschriebene Empfehlung, sagt nichts über die Genießbarkeit des Produktes aus. Vertrauen Sie stattdessen einfach auf Gefühl und Nase.

Verschenken Sie!
Bevor Sie Ihren alten Fernseher, Ihr angekratztes Sofa oder die doppelte Bohrmaschine in den Müll schmeißen, denken Sie noch einmal gut nach. Wem könnten Sie damit noch eine Freude bereiten? Soziale Institutionen oder der Nachbar um die Ecke freuen sich häufig über solche Spenden - und der Umwelt tun Sie damit auch noch einen Gefallen!

Achtung versteckter Sondermüll!
Achtung, Ladies: Nagellack wird wegen seiner chemischen Zusammensetzung zu den Schadstoffen gezählt und muss deshalb unbedingt im Sondermüll entsorgt werden! Die Zeitschrift Ökotest hat im Jahr 2014 verschiedene Nagellacke auf Phenol, Formaldehyd und Co. analysiert. Ergebnis: Ohne chemische Bindemittel kam dabei kein einziger der 19 Testkandidaten aus.

Glas statt Plastik

Wasser wird häufig in PET-Flaschen verkauft, Milch in Tetrapacks, Joghurt in Plastikbechern. Hier ist es aus Recycling-Sicht sinnvoll, auf Glas umzusteigen. Allerdings bieten gerade Discounter diese Produkte eher selten in Glasgefäßen an – es kann sich lohnen, vorm Einkauf beim Supermarkt anzurufen. Zudem muss das größere Gewicht bedacht werden: Wer kistenweise Glasflaschen kauft und den schweren Einkauf dann mit dem Auto durch die City fährt, spart vielleicht Müll ein, schont aber nur bedingt die Umwelt.

Plastik-Recycling in Deutschland

WDR 5 Leonardo Top Themen | 23.05.2018 | 05:38 Min.

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Unverpackt-Läden: Was zu beachten ist

Eine radikale Alternative zu klassischen Supermärkten sind sogenannte Unverpackt-Läden. Hier werden die Waren lose angeboten. Der Kunde soll selbst Tupperdosen, Flaschen oder Einmachgläser mitbringen, um sie zu transportieren. Besonders bei getrockneten Lebensmitteln wie Nudeln, Nüssen oder Gewürzen bieten die "Zapfspender" in den Unverpackt-Läden eine große Auswahl. Fleisch oder Milchprodukte sind hingegen eher selten.

Viele Produkte in Unverpackt-Läden sind Bio-Ware und/oder fair gehandelt – das macht sich auch beim Preis bemerkbar. 200 Gramm Walnüsse kosteten bei einem Testkauf in Köln fast fünf Euro. Im Discounter kosten die Nüsse die Hälfte.

Stand: 24.05.2018, 11:57