Superfoods: Teurer Trend - aber auch gesund und gut?

Superfoods: Teurer Trend - aber auch gesund und gut?

Von Katharina Stahl

Für die meisten Menschen sollen Lebensmittel vor allem gesund sein. Das wissen auch die Hersteller und lassen sich immer wieder was Neues einfallen, zum Beispiel sogenannte Superfoods. Was steckt dahinter?“

Alles super…?

Bisher gibt es für Superfoods keine offizielle Definition oder gesetzliche Regelungen. Als sogenannte Superfoods werden meist exotische Früchte und Samen mit größeren Mengen an Vitaminen oder Mineralstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen bezeichnet.
In den Ladentheken sind sie meist nicht frisch zu finden, sondern getrocknet oder als Extrakt. Doch es gibt sie nicht nur pur, sondern auch als Anreicherung in Lebensmitteln wie Brot, Joghurts oder Smoothies.

Superfood

Die bekanntesten Superfoods:

Chiasamen

Chiasamen

Chiasamen

Gojibeeren

Hanfsamen

Moringa

Weizengras

Wertvolle Ernährung?

Superfoods gelten auch aus anderen Gründen als nicht ganz unbedenklich. Die Produkte kommen aus Übersee, der Transport ist für Natur und Umwelt eine immense Belastung. Zudem haben die Menschen in den Herkunftsländern wie Bolivien und Peru mit der steigenden Nachfrage nach dem Superfood Quinoa schwer zu kämpfen. Das traditionelle Grundnahrungsmittel, auch „Inka-Getreide“ genannt, ist dort inzwischen teurer als Junk Food. Alteingesessene Landwirte werden von Großproduzenten verdrängt, die Pestizide verwenden. Die Folge: Superfoods werden zum Gesundheitsrisiko. Ökotest untersuchte 2016 Superfood auf Rückstände. Zwei Drittel davon waren neben chemischen Schadstoffen, mit Keimen, sogar Blei und Mineralöl, verseucht. Zwei der getesteten Produkte mussten sogar aus dem Verkauf genommen werden. Besonders die Goji-Beeren sind bei diesem Test negativ aufgefallen.

Quinoabauern in Peru

Quinoabauern in Peru

Heimische Vitamin- und Nährstoffbomben

  • Auf Superfood zu verzichten, ist gar nicht schwer. Es gibt auch hierzulande zahlreiche Samen, Beeren sowie Gemüsesorten. Saisonal und lokal gekauft sind sie zudem um einiges günstiger als die exotischen Pendants.
  • Nicht nur im teuren Pulver der Acaibeere, auch in unserem heimischen Rotkohl und in Blaubeeren finden sich Pflanzenfarbstoffe. Die nimmt der Körper in Form von sogenannten phenolischen Verbindungen auf. Sie regulieren nachweislich den Blutdruck und beugen Arteriosklerose vor.
  • Die heimischen und günstigen Leinsamen (ca. 3 /Kilo) enthalten Schleimstoffe und sind daher ein natürliches Mittel gegen Verstopfung. Somit sind sie ein idealer Ersatz für teure Chiasamen (ca. 12€/Kilo).
  • Besonders beworben werden die Gojibeeren aus China aufgrund ihres hohen Vitamin C-Gehalts. Angegeben wird ein Gehalt von 4,5 Milligramm auf 30 Gramm Beeren. Eine Orange liefert jedoch 16-mal so viel. Vorsicht aber bei der Kombination mit Medikamenten für Blutverdünnung (Vitamin-K- Antagonisten).
  • Moringa wird mit einem hohen Calcium- sowie Eisengehalt beworben. Auf die übliche Verzehrportion bezogen enthält Milch mehr Calcium und Spinat mehr Eisen als teure Superfoods.
  • Statt Hanfsamen können genauso gut Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Linsen sowie Haferflocken verzehrt werden.

Regionale Superfood-Rezepte

Ingwer-Hühnchen mit saisonalem Gemüse

Das Bild zeigt Ingwer-Hühnchen mit saisonalem Gemüse

Lebensmitteltechnologe Dr. Stephan Lück hat mit Moderatorin Yvonne Willicks ein gesundes Menü mit heimischem Gemüse gekocht. Frei von Superfood, aber nicht weniger gesund. | mehr

Würziger Selleriesalat

Würziger Selleriesalat

Ein Rezept vom Hürther Gertrudenhof. | mehr

Stand: 30.11.2017, 14:57