Einweg oder Mehrweg? Kleine Hilfe im Pfand-Wirrwarr

Plastikflaschen - besser als ihr Ruf? Servicezeit 08.10.2019 04:34 Min. UT Verfügbar bis 08.10.2020 WDR

Einweg oder Mehrweg? Kleine Hilfe im Pfand-Wirrwarr

  • Mehrwegflaschen gelten als umweltfreundlicher
  • Wie man Einweg- und Mehrwegflaschen unterscheidet
  • Rückgabe im gleichen Pfandautomat möglich

Seit alle Pfandflaschen oft im gleichen Rückgabeautomaten landen, wissen viele Verbraucher gar nicht, was sie in der Hand halten. Zudem bieten viele Hersteller Mineralwasser und Softdrinks sowohl in Einweg- als auch in Mehrwegflaschen an. Einer Umfrage des Arbeitskreises Mehrweg zufolge kann jeder Zweite Einweg- und Mehrwegflaschen nicht unterscheiden.

Neue Kennzeichnungspflicht für Einweg-Verpackungen

Das Problem: Der Anteil der Mehrwegflaschen ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. Dabei gelten Mehrwegflaschen grundsätzlich als umweltfreundlicher. Um Verbrauchern eine bessere Kaufentscheidung zu ermöglichen, müssen Händler seit Januar 2019 in den Getränke-Auslagen kennzeichnen, ob sie "Einweg" oder "Mehrweg" anbieten.

Einweg oder Mehrweg?

Der Unterschied: Einwegflaschen und Dosen werden nur einmal befüllt. Danach werden sie entsorgt und größtenteils wieder recycelt. Mehrwegflaschen gehen nach der Rückgabe zum Abfüller, wo sie gereinigt und wieder befüllt werden. Glasflaschen können laut Umweltbundesamt bis zu 50 Mal in den Kreislauf gebracht werden, Kunststoffflaschen aus PET bis zu 20 Mal.

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Pfand für Mehrweg ist günstiger

Das Pfand für Einwegflaschen und Dosen beträgt 25 Cent. Mehrweg ist mit 15 Cent beziehungsweise 8 Cent für Bier günstiger. Bei der Rückgabe am Automaten lässt sich der Unterschied sogar hören: Einwegflaschen werden in der Regel sofort von einer Walze zusammengepresst, Mehrwegflaschen laufen über ein Band, wo sie später sortiert werden.

Kennzeichnung auf der Flasche

Einweg-Dose Logo der Deutschen Pfandsystem GmbH

Das DPS-Logo: Einmal befüllt und dann in den Müll

Einwegflaschen oder Dosen, für die Pfand erhoben wird, müssen von den Herstellern deutlich lesbar und an gut sichtbaren Stellen gekennzeichnet sein. Die meisten Abfüller nutzen das Logo des Deutschen Pfandsystems (DPS) und einem EAN-Code. Dieser Strichcode sollte unbeschädigt bleiben, er dient vielen Automaten zur Erkennung der Flaschen und Dosen.

Ein Logo mit der Aufschrift "Für die Umwelt - Mehrweg"

Mit diesem Zeichen wird mehrfach befüllt

Für Mehrwegflaschen gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung. Viele verwenden das Umweltzeichen "Blauer Engel" oder das Logo vom "Arbeitskreis Mehrweg". Es reicht aber auch die Aufschrift "Mehrweg", "Leihflasche", "Mehrwegflasche".

Getränke ohne Einwegpfand

Einige Einwegverpackungen unterliegen nicht der Pfandpflicht. Dazu zählen Fruchtsäfte, Milch, Wein, Spirituosen sowie Getränke für Säuglings- und Kleinkindernährung. Diese Verpackungen gehören in die gelbe Tonne oder den gelben Sack, Glas in den Container.

Stand: 08.10.2019, 15:00