Selbstvermarktung macht unabhängig

Landwirt Wilhelm Püllen im Hühnerstall

Selbstvermarktung macht unabhängig

Von Sebastian Tittelbach

  • Hoher Anteil von Freilandhühnern
  • Eigener Hofladen sorgt für höhere Umsätze
  • Kein Erfolg mit Masthähnen

Wer zu Wilhelm Püllens Tieren will, muss sich erst einmal umziehen. Im grünen Overall und nach einem Desinfektionsbad für die Schuhe geht es in einen der Ställe. 27.000 Hühner leben auf dem Hof, sie legen mehr als sechs Millionen Eier im Jahr.

Der Hermannshof ist ein untypischer Betrieb für das Rheinland. "Weil wir überhaupt Tiere haben, dann auch noch Geflügel, und weil wir unsere Produkte auch selbst vermarkten", sagt Püllen.

Artgerechte Geflügelhaltung im großen Stil

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 03.04.2019 03:12 Min. Verfügbar bis 03.04.2020 WDR 5 Von Sebastian Tittelbach

Download

Wintergarten, Staubbäder und frisches Stroh

Mehr als die Hälfte der Hühner lebt in Freilandhaltung, sie können also raus aus dem Stall, erst in eine Art Wintergarten, dann auf die umzäunte Wiese. Im Stall gibt es Staubbäder, darin wälzen sich die Hühner, es liegt frisches Stroh aus und ein Teil des Futters ist hart gepresst. Dadurch werden die Schnäbel stumpfer und die Tiere verletzen sich gegenseitig weniger.

Leisten kann sich das Wilhelm Püllen, weil Supermärkte wieder mehr regionale Lebensmittel ordern. Für zusätzliche Unabhängigkeit sorgt der eigene Hofladen: "Wenn man selbst vermarktet, kann man natürlich versuchen, einen möglichst guten Preis zu erzielen." Dadurch hat Püllen neben den Produktionskosten eine zweite Stellschraube, mit der er seinen Gewinn beeinflussen kann.

Hofladen mit großem Einzugsgebiet

Angefangen mit Hühnern und Hähnchen haben Wilhelm Püllens Eltern vor 30 Jahren, nicht jede Idee hat funktioniert. Wilhelm Püllen hatte probeweise Hähne gemästet. Üblicherweise werden die männlichen Küken direkt getötet, weil sie keine Eier legen: "Das war eine Superfleischqualität, aber die Hähne waren wild und am Ende war das Endprodukt auch sehr teuer."

Beinahe gäbe es den Hermannshof, so wie er ist, gar nicht mehr. In den 90er Jahren hatten die Eltern kurz überlegt, auf den Äckern einen Golfplatz anzulegen. Und dann haben sie sich doch besonnen, was sie sind: Landwirte inzwischen in der fünften Generation.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Stand: 03.04.2019, 00:00