Ingwer - gesund, scharf und vielfältig

Wie gesund sind Ingwer-Shots? Markt 25.03.2020 05:59 Min. UT Verfügbar bis 25.03.2021 WDR Von S. Kolonko, J. Schuh

Ingwer - gesund, scharf und vielfältig

  • Ingwer gilt als gesundheitsfördernd
  • Wurzel wird frisch oder getrocknet angeboten
  • Ingwer kann mit Pestiziden belastet sein

Ingwer ist ein Alleskönner: In der asiatischen Küche wird die Knolle als Gewürz eingesetzt und verleiht Gerichten eine besondere Schärfe. Als Heilpflanze lindert sie unter anderen Schnupfen und Übelkeit. Kein Wunder, dass Ingwer einen regelrechten Boom erlebt - egal ob als frische Knolle, Tee, Saft, Pulver oder Tablette.

Warum ist Ingwer so gesund?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin hat sich Ingwer seit 2.000 Jahren bewährt. Die Wurzel enthält verschiedene ätherische Öle, die zugleich anregen und beruhigen.

Ingwer gegen Erkältung

Die im Ingwer enthaltenen Scharfstoffe Gingerol und Shogaol sorgen dafür, dass die Schleimhäute gut durchblutet werden und es im Körper von innen warm wird. Keime können so schneller nach außen abtransportiert werden. Daher hilft Ingwer bei Erkältungen - das ist sogar wissenschaftlich belegt. Ob Ingwer allerdings Erkältungskrankheiten auch vorbeugen kann, ist derzeit noch unklar.

Ingwer gegen Übelkeit

Gut belegt ist auch, dass Ingwer gegen Übelkeit hilft: Die Wurzel war schon in früheren Jahrhunderten bei Matrosen ein Geheimtipp gegen Übelkeit auf hoher See. Ingwertabletten gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Inzwischen wird Ingwer auch gegen Übelkeit bei einer Chemotherapie eingesetzt.

Außerdem hat Ingwer einen verdauungsfördernden Effekt und lindert Blähungen und Völlegefühl. Bei Rheuma, Muskelschmerzen und Arthrosen zählt die Wurzel zu den empfohlenen Lebensmitteln. Schwangere sollten besser auf die Knolle verzichten, da sie wehenfördernd wirken kann. 

Ingwer heilt kein Covid-19

Und: Ingwer ist kein Wundermittel und heilt auch kein COVID-19, auch wenn dies immer wieder kursiert. "Dieser Behauptung hat schon Anfang des Jahres die Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprochen", warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Wie groß ist die Schadstoffbelastung bei Ingwer

Vor allem in Waren aus China waren in der Vergangenheit Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden worden. Auch der WDR hat in einer Stichprobe Ingwer im Labor untersuchen lassen und eine stark belastete Knolle gefunden.

Wer sichergehen will, dass er Ingwer ohne Rückstände kauft, sollte zu Bio-Ware greifen. Erfahrungen der letzten Jahre zeigen allerdings, dass die deutschen Bio-Anforderungen auch nicht immer erfüllt werden. "Chinesischer Bio-Ingwer ist gegenüber konventionellem Ingwer im Schnitt aber sicherlich geringer mit Pestiziden belastet" so die Verbraucherzentrale Bayern.

Wer Bedenken hat, sollte frischen Ingwer vor dem Verzehr oder dem Aufgießen immer schälen. So reduziert sich eine mögliche Belastung mit Pflanzenschutzmitteln deutlich.

Ingwer - Einkauf und Lagerung

Frischer Ingwer sollte prall, trocken und keine schimmeligen Stellen haben. Die Haut sollte glatt und glänzend sein. Eingewickelt in Küchenpapier hält sich Ingwer im Gemüsefach zwei bis drei Wochen. Damit er nicht austrocknet, sollte er in einer Dose, einem Gefrierbeutel oder einer Papiertüte verpackt werden. Gerieben oder gehackt kann man Ingwer auch einfrieren, allerdings ist er dann nicht mehr ganz so aromatisch.

Zeigt sich Schimmel auf der Wurzel, sollte das ganze Stück weggeworfen werden. Um Schimmel zu vermeiden, sollte die Knolle immer mit einem sauberen Messer angeschnitten werden.

Getrockneter und frischer Ingwer

In Deutschland gekaufter Ingwer kommt in der Regel aus China oder Südamerika, ist also mit dem Schiff oder Flugzeug importiert. Heimischer Anbau ist aufgrund des Klimas kaum möglich. Im Supermarkt findet sich in der Regel getrockneter Ingwer. Zudem gibt es noch rohen oder jungen Ingwer, den man an den grünen, nicht trockenen Schnittflächen erkennt.

Von Tee bis Tabletten

Daneben findet man Ingwer in unzähligen Varianten. Etwa als Saft, Tee, Pulver, Gewürz, Bonbons, Tabletten und, und, und...

Was steckt im Trendgetränk Ingwer Shots?

Derzeit vermarkten Supermärkte und Discounter sogenannte Ingwer Shots als "booster" fürs Immunsystem. In den kleinen Fläschchen steckt in der Regel eine Mischung aus Ingwersaft, Ingwerstücken und Fruchtsäften, manche sind auch gesüßt.

Der WDR hat in einer Stichprobe fünf Shots auf Geschmack und Inhalt getestet. Das Ergebnis: Alle Shots enthielten ausreichend Ingwer, um einen möglichen positiven Effekt zu entfalten. "Neun Gramm entsprechen etwa der Maximaldosis einer medikamentösen Ingwertherapie", erklärt Gustav Dobos von der Klinik für Naturheilkunde Essen. Diese Menge enthielten alle Proben. Es sei eher zu viel als zu wenig Ingwer enthalten.

Experimente zeigen, dass Ingwer einen gewissen Einfluss auf das Immunsystem hat. "Aber dass es tatsächlich relevant ist bei der Vorbeugung von Erkältungskrankheiten, diese Aussage kann man nicht tun!", mahnt Dobos.

Ingwer Shots selbst gemacht

  • 100 g Bio-Ingwer im Mixer zerkleinern
  • mit frisch gepressten Saft einer Orange
  • und einer Limette mischen
  • mit Pfeffer und Honig abschmecken

Wenn's zu scharf ist, kann mit Wasser verdünnt werden. Das Getränk hält sich mehrere Tage im Kühlschrank.

Besonders beliebt ist Ingwer als Tee oder Geschmacksgeber im Wasser. Hierbei wird ein geschältes Stück Knolle mit heißem - oder kaltem - Wasser übergossen.

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Stand: 25.03.2020, 15:57