Beeren - auch im Winter gesund und nachhaltig?

Beeren - auch im Winter gesund und nachhaltig?

Saisonal und regional - so lauten die Ernährungsempfehlungen. Das passt so gar nicht zu Himbeeren und Blaubeeren im Winter. Sollte man lieber zu Tiefkühlbeeren greifen?

Vitamin und Öko-Check für Himbeeren und Blaubeeren

Himbeeren und Blaubeeren im Winter? Markt hat die Probe gemacht und frische und tiefgekühlte Beeren auf Vitamingehalt und Ökobilanz geprüft - mit überraschendem Ergebnis.

Blaubeeren und Himbeeren

Blau und rot locken sie beim Einkaufen: Heidelbeeren und Himbeeren gehören mittlerweile auch im Winter zum Standardangebot von Supermärkten und Discountern.

Blau und rot locken sie beim Einkaufen: Heidelbeeren und Himbeeren gehören mittlerweile auch im Winter zum Standardangebot von Supermärkten und Discountern.

In Deutschland werden jährlich mehr als 15.000 Tonnen Blaubeeren gegessen - dreimal so viele wie 2012. Und auch der Himbeerverzehr hat sich in den vergangenen fünf Jahren auf über 27.000 Tonnen verdoppelt. Tendenz steigend.

Nur: Im Winter haben die Beeren eine lange Reise hinter sich, kommen aus Tunesien, Marokko, Ägypten und Spanien. Hinzu kommen Dünger, Pflanzenschutzmittel, Wasser - das alles belastet die Ökobilanz der Früchte.

Grundsätzlich gilt: Wenn nicht regional angebaut, dann ist der Transport mit dem Schiff besser als mit dem Flugzeug.

Umweltingenieur Tobias Wagner hat für Markt die Winterbilanzen der beliebten Beeren überprüft: "Vor allem die frischen Himbeeren werden zu größeren Prozentteilen aus Mexiko teilweise mit dem Flugzeug eingeflogen, sodass sich hier eine sehr nachteilige Treibhausbilanz ergibt." Denn Himbeeren sind empfindlich, vertragen keine lange Lagerung. Wer die Umwelt schonen will, verzichtet auf Himbeeren aus der Südhalbkugel.

Bei den robusteren Blaubeeren sieht es anders aus. Sie kommen im Winter auch aus Südamerika, aber mit dem Schiff. Eine lange Reise macht den Blauen nichts aus. Deshalb fällt die Klimabelastung pro Kilogramm Blaubeeren vergleichsweise gering aus, selbst bei einem weiten Weg.

Aber sind die Winterbeeren mit Pestizidrückständen belastet? Markt hat frische und tiefgekühlte Himbeer- und Heidelbeeren im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: In sechs von acht Proben findet das Labor Pestizide – in geringen Mengen. Deutlich unter dem Grenzwert und somit nicht zu beanstanden.

Aber wie viele Vitamine stecken in den Beeren? Hier schneiden frische und tiefgekühlte Himbeeren annähernd gleich ab. Sie erreichen beide den für Himbeeren üblichen Wert.

Fazit: Gefrorene und frische Beeren unterscheiden sich kaum - weder bei der Pestizidbelastung noch bei den Vitaminen. Nur im Preis. In der Stichprobe waren die teuersten frischen Himbeeren (Rewe, zu 1,91 Euro/100 Gramm) und die billigsten tiefgekühlten Himbeeren (Aldi Nord 0,45 Euro/100 Gramm) Spitzenreiter beim Vitamin C.

Stand: 07.02.2018, 17:15