Gehackte Tomaten im Test

Dosentomaten im Test Servicezeit 28.01.2020 08:01 Min. UT Verfügbar bis 28.01.2021 WDR Von Janika Müller

Gehackte Tomaten im Test

  • Große Unterschiede im Tomatenanteil
  • Herkunft der Tomaten bei Billigprodukten häufig unklar
  • Hormonaktives Bisphenol A in fast allen Konserven

Im Labor wurde untersucht, ob die Dosenprodukte mit Pestiziden belastet sind. Daneben wurde nach dem hormonaktiven Bisphenol A gefahndet. Zudem wurde der Tomatenanteil der Konserven bestimmt. Schließlich führten Lebensmittelexperten und Hobbyköche einen Sensorik- beziehungsweise Geschmackstest durch.

Die Testprodukte

  • Gut und Günstig gehackte Tomaten (Edeka), 0,39 Euro/ 400 Gramm
  • ja! Tomaten, fein gehackt in Tomatensaft (Rewe), 0,39 Euro/ 400 Gramm
  • Freshona gehackte Tomaten (Lidl); 0,39 Euro/ 400 Gramm
  • Gartenkrone Tomaten, gehackt, in Tomatensaft (Aldi), 0,39 Euro/ 400 Gramm
  • Mutti Tomaten-Fruchtfleisch, 1,29 Euro/ 400 Gramm
  • Pomito Tomatenfruchtfleisch in Stücken, 1,11 Euro/ 400 Gramm (umgerechnet)
  • Ori di Parma Tomaten stückig, 1,19 Euro/ 400 Gramm

Unser Fazit

Testsieger & Schlusslicht

Das Bild zeigt eine Tomatendose der Marke "Oro di Parma".

Testsieger: Oro di Parma Tomaten stückig überzeugen mit sehr guten Ergebnissen in allen Kategorien. Zwar sind sie die zweitteuersten im Test, dafür enthält das Produkt 100 Prozent Tomaten (keinen Tomatensaft) und auch die Herkunft der Tomaten ist genau angegeben: Norditalien mit maschineller Ernte.

Testsieger: Oro di Parma Tomaten stückig überzeugen mit sehr guten Ergebnissen in allen Kategorien. Zwar sind sie die zweitteuersten im Test, dafür enthält das Produkt 100 Prozent Tomaten (keinen Tomatensaft) und auch die Herkunft der Tomaten ist genau angegeben: Norditalien mit maschineller Ernte.

Zwei Discounterprodukte schnitten bei der Sensorik ebenfalls gut ab: Gartenkrone von Aldi und ja! von Rewe. Abzug bekommen die günstigen Produkte aber für die Zugabe von 40 Prozent Tomatensaft und durch die Belastungen mit Bisphenol A. Außerdem gibt es keine Transparenz was die Herkunft der Tomaten angeht.

Schlusslicht: Gut und Günstig, Verlierer in der Sensorik, Zugabe von 40 Prozent Tomatensaft und Belastung mit Bisphenol A.

Fast keine Pestizide

Im Labor ließen wir sieben Produkte zunächst auf Pestizidrückstände untersuchen. Das Ergebnis war erfreulich - nur in einem Produkt (Mutti Tomatenfruchtfleisch) fanden sich sehr geringe Spuren weit unterhalb der gesetzlich erlaubten Werte.

Große Unterschiede im Tomatenanteil

Die vier Discounterprodukte enthielten allesamt nur rund 60 Prozent Tomaten, der Rest war Tomatensaft. Der Verbraucher kriegt für sein Geld bei den teureren Produkten auch quasi hundert Prozent Tomaten, wohingegen er bei den billigeren Produkten weniger Tomaten erhält.

Sensoriktest

In der Sensorik überzeugte vor allem das Markenprodukt von Oro di Parma, gefolgt von ja! (Rewe) und Gartenkrone (Aldi). Mittelmäßig beurteilten die Tester die Freshona Tomaten (Lidl) (zum Teil blasse Tomatenstücke, viele Stücke mit grünem Stielansatz) und die Tomaten von Mutti (wässrig, fad, keine Tomatenstücke mehr erkennbar) sowie das Pomito-Tomatenfruchtfleisch (zu viele helle Stücke, Stücke mit grünem Stielansatz). Die gehackten Tomaten von Gut und Günstig schnitten im Sensoriktest im Labor am schlechtesten ab. Die Prüfer bemängelten ein blasses, leicht bräunliches Aussehen, sowie viele Stücke mit grünem Stielansatz. Zudem sei die Konsistenz wässrig gewesen und das Produkt habe nur wenige Tomatenstücke enthalten.

Herkunft der Tomaten bei Billigprodukten häufig unklar

Während zwei der Markenhersteller (Oro di Parma und Pomito) die Herkunft der verwendeten Tomaten genau deklarieren und Mutti "italienische Tomaten" angibt, machen die Hersteller der Discounter- und Billigprodukte keine Angaben zur Herkunft ihrer Rohstoffe.

Hormonaktives Bisphenol A in fast allen Konserven

Nur das Produkt von Pomito im Tetrapak war frei von dem bedenklichen hormonaktiven Bisphenol A. Geringe Menge fanden sich bei Oro di Parma (1,6 µg/kg) und Freshona (4,4 µg/kg). Mittlere Werte wurden bei Gut und Günstig gehackte Tomaten (16 µg/kg) sowie Gartenkrone und Mutti (je 19 µg/kg) festgestellt. Den höchsten Wert an Bisphenol A wiesen die ja! Tomaten, fein gehackt in Tomatensaft (Rewe) mit 39 µg/kg auf.

Bisphenol A ist eine Chemikalie, die als Dosenbeschichtung oder auf Thermopapier bei Kassenzetteln zum Einsatz kommt. Der Stoff gilt laut Umweltbundesamt als hormonell wirksam und kann unfruchtbar machen oder die Entwicklung der Geschlechtsorgane negativ beeinflussen. Zudem besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit einigen Krebsarten, schreibt das Amt auf seiner Webseite. Der Grenzwert für Bisphenol A liegt laut Umweltbundesamt in der EU bei 4 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Früher war die Chemikalie auch in Babyflaschen verarbeitet. Das ist seit 2011 in der EU verboten.

Unser Fazit

Testsieger: Oro di Parma Tomaten stückig überzeugen mit sehr guten Ergebnissen in allen Kategorien. Zwar sind sie die zweitteuersten im Test, dafür enthält das Produkt 100 Prozent Tomaten (keinen Tomatensaft) und auch die Herkunft der Tomaten ist genau angegeben: Norditalien mit maschineller Ernte.

Zwei Discounterprodukte schnitten bei der Sensorik ebenfalls gut ab: Gartenkrone von Aldi und ja! von Rewe. Abzug bekommen die günstigen Produkte aber für die Zugabe von 40 Prozent Tomatensaft und durch die Belastungen mit Bisphenol A. Außerdem gibt es keine Transparenz was die Herkunft der Tomaten angeht.

Schlusslicht: Gut und Günstig, Verlierer in der Sensorik, Zugabe von 40 Prozent Tomatensaft und Belastung mit Bisphenol A.

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Stand: 28.01.2020, 09:17