Fisch - frisch oder tiefgekühlt?

Fisch - frisch oder tiefgekühlt? Servicezeit 10.04.2019 04:40 Min. UT Verfügbar bis 10.04.2020 WDR Von Lukas Stevens

Fisch - frisch oder tiefgekühlt?

Im Vergleich zum Rest der Welt sind wir Deutschen eher Fisch-Muffel. Wenn wir dann doch mal Fisch essen, dann meistens Tiefkühlware. Aber ist die wirklich genauso gut wie Frischfisch?

Ob Aal, Barsch, Forellen, Wels oder Zander - frischen Fisch gibt es auch bei uns in Deutschland im Meer, in Seen, Flüssen und Tümpeln. Wer lieber Mahi Mahi oder Pangasius mag, muss sich natürlich bewusst sein, dass exotische Fische eine weite Reise nach Deutschland auf sich nehmen und eine anspruchsvollere Kühlkette überstehen müssen.

Die Lösung: Tiefkühlfisch. Der ist entgegen der landläufigen Meinung frisch gefangenem Fisch grundsätzlich erst einmal in Sachen Nährwert nicht unterlegen. Ganz im Gegenteil: Tiefkühlfisch wird sehr schnell nach dem Fang schockgefroren und bewahrt sich dadurch eine Menge Nährstoffe, die andernfalls beim Transport verloren gehen würden.

Trotzdem sollte man auch beim Kauf von Tiefkühlfisch auf Qualität achten. Denn häufig wird Tiefkühlfisch eine große Menge Wasser zugegeben, das im Verkauf mehr Gewicht und einen höheren Preis erzielen soll. Häufig ohne jegliche Kennzeichnung auf der Packung.

Wie aussagekräftig sind Fischsiegel?

Wer in Zeiten der Überfischung der Meere ohne schlechtes Gewissen Fisch essen will, sollte zudem genau auf die diversen Zertifikate und Siegel achten. Davon gibt es allerdings eine verwirrende Menge und nicht alle sind wirklich aussagekräftig. Insbesondere das allgemeinhin bekannte MSC-Siegel steht seit einigen Jahren in der Kritik. Sein Zweck ist es, Fisch aus nachhaltigem Fang zu kennzeichnen. Aber das soll angeblich auf einige der ausgezeichneten Bestände nicht zutreffen. Auch das Aquakultursiegel ASC wird von manchen Umweltschützern bemängelt. Das Siegel Dolphin Safe kennzeichnet unterdessen keine nachhaltigen Fanggebiete, sondern ausschließlich die Verwendung einer Fangmethode, bei der die Verletzung oder Tötung von Delfinen vermieden wird. Empfehlenswert sind das Siegel Naturland, beziehungsweise Naturland Wildfisch und das gesetzliche Bio-Fischsiegel.

Was steckt Gutes im Fisch?

Der Lieblingsfisch der Deutschen ist der Alaska-Seelachs, dicht gefolgt vom Hering. Diese Sorten enthalten besonders viele Omega-3-Fettsäuren, die vor Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Außerdem stärken sie das Immunsystem und fördern die Gehirnfunktion. Generell ist Fisch eine leicht verdauliche Quelle für muskelförderndes Eiweiß, Vitamin D sowie Jod und Selen, die besonders gut für die Schilddrüse sind.

Tipps für die Lagerung

Frisch gekaufter Fisch sollte in Papier eingepackt werden. Zuhause dann einfach den Fisch aus der Verpackung nehmen, gründlich mit kaltem Wasser waschen, abtupfen und dann auf einen Teller legen, mit Frischhaltefolie abdecken und im kältesten Teil des Kühlschranks lagern. Wie lang der Fisch dann frisch bleibt, Lhängt von verschiedenen Faktoren wie Fischart, Jahreszeit und Lagerungstemperatur ab. Rote Kiemen und klare Augen sind sichere Zeichen dafür, dass Fisch frisch und genießbar ist.

Stand: 10.04.2019, 13:45