Eine starke Knolle

Das Bild zeigt Kartoffeln.

Eine starke Knolle

Von Sarah Weihsweiler

Die Kartoffel gehört zu den Nachtschattengewächsen. Andere bekannte Vertreter dieser Pflanzenfamilie sind beispielsweise die Aubergine und die Tomate.

Streng genommen zählt sie nicht zum Gemüse, sondern ist eine „landwirtschaftliche Kultur“. Das oberirdische Kraut trägt weiße oder lilafarbene Blüten und die unterirdisch wachsenden Knollen gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten.

Das ganze Jahr über Kartoffeln

Eingepflanzt werden Kartoffeln meist im Frühjahr ab März oder April. Die ersten Sorten, die extra auf Frühzeitigkeit gezüchtet wurden, können schon ab Mitte Mai geerntet werden. Diese sogenannten Frühkartoffeln haben noch eine unausgereifte Schale und meist ein sehr intensives Aroma. Sie gelten als Delikatesse, vor allem zum zeitgleich geernteten Spargel. Die späteren Sorten, die eine längere Reifephase im Boden hinter sich haben, sind bei der Ernte ab September voll ausgereift. Sie sind meist etwas weniger aromatisch, dafür aber sehr lange lagerfähig.

Vorsicht bei der Lagerung

Die meisten Kartoffeln werden im Herbst geerntet. Dennoch finden wir das ganze Jahr über „frische“ Kartoffeln in den Supermarkt-Regalen. Landwirte können die Knollen unter ganz speziellen Bedingungen bis zu zehn Monate ab der Ernte einlagern und daher die Märkte immer neu beliefern. Damit sie während dieser Zeit nicht faulen, müssen eine bestimmte Temperatur, Luftfeuchtigkeit und auch Dunkelheit gegeben sein. Konventionelle Ware darf außerdem mit sogenannten Keimhemmern behandelt werden. Das bekannteste Mittel heißt Chlorpropham. Diese Stoffe verhindern das Auskeimen und halten die Kartoffeln so länger frisch. Die Substanzen stehen aber im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Achten Sie daher auf die Angabe „nach der Ernte behandelt“ im Kleingedruckten auf der Kartoffel-Verpackung. In diesem Fall gilt: immer schälen! Bio-Ware darf übrigens nicht behandelt werden.

Heimisches Superfood

Das Bild zeigt verschiedene Kartoffelsorten.

Die Kartoffel ist aufgrund ihrer Inhaltsstoffe ein hochwertiges Grundnahrungsmittel. Sie besteht zu 80% aus Wasser, ist dadurch verhältnismäßig energiearm (70 kcal/100g) und enthält kaum Fett. Hauptenergielieferant ist die Stärke, ein langsam verdauliches Kohlenhydrat, das den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe schießen lässt und auch für Diabetiker gut geeignet ist. Auch Eiweiß ist in der Kartoffel enthalten. Zwar nicht viel, aber es handelt sich um sehr hochwertige Aminosäuren, die der Körper gut verwerten kann. Viele Mineralien und Vitamine runden das Nährstoffprofil ab. Eine ideale Kombination sind Kartoffeln mit Quark und Leinöl. Übrigens: Die in den bunten Kartoffeln enthaltenen Farbstoffe gelten als besonders gesund. Sie wirken entzündungshemmend und sind gefäßschützend.

Um die guten Nährstoffe zu schonen, eignet sich eine Zubereitung mit wenig Wasser (dampfgaren) als Pellkartoffel. Vorsicht bei hohen Temperaturen: Werden stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffeln bei Temperaturen ab 170°C zubereitet - wie etwa beim Braten oder Frittieren, kann das gesundheitsschädliche Nebenprodukt Acrylamid entstehen, was vor allem in den schwarzen bzw. verbrannten Teilen enthalten ist. Es steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Daher gilt beim Zubereiten von Kartoffeln als Pommes, Chips oder Bratkartoffeln immer: vergolden statt verkohlen!

Grüne Kartoffeln - worauf achten?

In der Kartoffelschale befindet sich das Pflanzengift Solanin, das die Kartoffel davor schützen soll, von Tieren gefressen zu werden. Bei korrekter Lagerung und bei unbehandelten Kartoffeln kann die Schale aber bedenkenlos mitgegessen werden. Denn: Die meisten Vitamine sitzen unter der Schale.

Achtung jedoch bei falscher Lagerung: Unter Lichteinfall ergrünt die Kartoffel und treibt Keime aus – in diesen Stellen reichert sich das Pflanzengift stark an. Diese daher auf keinen Fall mitessen, sondern großzügig schälen. Zum Kartoffelschälen eignen sich besonders Schäler mit beweglicher Klinge.

Stand: 23.04.2019, 16:00