Freiwillige Lebensmittelampeln – was bringen die?

Rote, gelbe und grüne Paprika

Freiwillige Lebensmittelampeln – was bringen die?

Von Daniela Müllenborn

  • Zucker-, Fett-, Salzgehalt mit einer Lebensmittelampel auf den ersten Blick
  • Besseres Ernährungsverhalten durch Signal-Farben
  • Mehr Transparenz nur bei Vergleichbarkeit

Verbraucherschützer fordern sie seit langem: eine Lebensmittelampel. Bislang sind einheitliche Regeln am Widerstand der Lebensmittelindustrie gescheitert. In Großbritannien ist sie Pflicht, in Frankreich gibt es sie auf freiwilliger Basis. Nun wollen einzelne Unternehmen eine solche Kennzeichnung in Deutschland freiwillig einführen. So hat der französische Lebensmittelhersteller Danone angekündigt, ab 2019 seine Produkte auch in Deutschland mit einer Lebensmittelampel zu versehen. Andere Unternehmen planen ähnliche Systeme.

Signal-Farbe zur besseren Orientierung

Rot für ungesund, gelb für mittelgesund, grün für gesund: seit Jahren wollen Verbraucherschützer eine einfache Kennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln. Und zwar auf der Vorderseite der Verpackungen und zusätzlich zu den Nährwerttabellen, die ohnehin seit 2016 verbindlich angegeben werden müssen, die allerdings meist kleingedruckt auf der Rückseite der Verpackungen zu finden sind. Die Lebensmittelampeln sollen Zucker-, Fett- und Salzgehalt anzeigen.

Lebensmittelampel

WDR 2 Servicezeit | 03.07.2018 | 03:30 Min.

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Farbenlehre gegen Volkskrankheiten

Die Ampelkennzeichnung könnte laut Verbraucherschützern helfen, Übergewicht und Diabetes durch zu viel Zucker und Fett sowie Bluthochdruck durch zu hohen Salzkonsum besser in den Griff zu bekommen.

Das Problem: Angaben müssen vergleichbar sein

Seit Jahren lehnen Unternehmen und Händler eine Nährwertkennzeichnung in Form einer Lebensmittelampel ab. Die Ankündigung sechs großer Lebensmittelkonzerne, darunter Coca Cola, Nestlé und Unilever ein eigenes Info-System auf Lebensmittelpackungen einzuführen, wird von vielen Verbraucherschützern skeptisch gesehen.

Ein Kritikpunkt: Mit diesem System sei es möglich die wahren Mengen von Zucker, Fett und Salz zu verschleiern, weil die Hersteller die Portionsgrößen selbst festlegen. So könne es vorkommen, dass der Nährwert für unrealistische Portionen wie 10 Gramm Schokolade, oder eine halbes Softgetränk angegeben werde.

Verbraucherschützer fordern deshalb eine verbindliche Kennzeichnung pro 100 Gramm oder 100 Milliliter. Nur so könne der Kunde am Supermarkt-Regal Butterkekse, Frucht-Joghurts, oder Müslis miteinander vergleichen.

Stand: 03.07.2018, 10:01