Blutwurst in NRW: Comeback des Arme-Leute-Essens

Blutwurst in NRW: Comeback des Arme-Leute-Essens

Von Nora Wanzke

  • Zahlreiche Varianten der Blutwurst in Nordrhein-Westfalen
  • "Nose-to-tail": Alle Bestandteile des Tiers werden verarbeitet
  • Heimathäppchen-Rezepte für Blutwurst-Gerichte

Flönz, Möpkenbrot, Panhas, Aachener Puttes oder das Münsterländer Wurstebrot: In den NRW-Regionen gibt es einige Blutwurstspezialitäten. Über Jahrzehnte hinweg wurden die Rezepte von Generation zu Generation weitergegeben. Früher galt die Blutwurst eher als Arme-Leute-Essen, heute findet man sie auf den Speisekarten der Kneipen, Brauhäuser - aber auch der Sterne-Restaurants.

Nose-to-tail - das ganze Tier wird verwertet

Die meisten Blutwurstspezialitäten sind - man glaubt es vielleicht nicht - nachhaltig. Der Trend "Nose-to-tail" - weniger hip ausgedrückt: die Ganztierverwertung von der Nase bis zum Schwanz - achtet darauf, ein gesamtes Tier zu verwerten und nichts wegzuwerfen. So landet in der Blutwurst das, was sich an der Metzgertheke nicht verkaufen lässt - zum Beispiel die Schweineköpfe, Speck, die Schweinebäuche oder das Blut.

Die Blutwurst in NRW - beim Klick auf die Lupe erhalten Sie mehr Informationen.

"Filetgesellschaft" kennt keine Innereien mehr

Für ältere Generationen war das normal. Für sie gehörten Innereien und Blutgerichte zum Speiseplan dazu. Die Tiere wurden komplett verwertet, weil Fleisch sehr teuer war.

Mit dem flächendeckenden Einzug der Discounter wurde auch das Fleisch günstiger und die Kunden entwickelten sich zu einer Filetgesellschaft: Verbraucher kaufen laut BUND aktuell in Deutschland vor allem Edelstücke aus der Massentierhaltung.

Export der ungeliebten Teile

Die Reste werden in großen Mengen exportiert - zum Beispiel werden Schweinefüße nach China verkauft - oder sie werden zu anderen Produkten wie beispielsweise Dünger oder Tierfutter verarbeitet. Tiere sind dann nur Rohstoff und nicht mehr Nahrungsmittel.

Dabei gibt es eine Reihe von Rezepten, mit denen man selbst dafür sorgen kann, Fleisch möglichst nachhaltig zu konsumieren.

Rezeptideen der Heimathäppchen

Stand: 25.06.2019, 09:30