Apfelschorlen im Test

Apfelschorle im Test: Lecker, aber trotzdem nicht gut Servicezeit 28.03.2019 00:47 Min. UT Verfügbar bis 28.03.2020 WDR

Apfelschorlen im Test

Von Nico Rau

  • Etwa jede dritte Apfelschorle im Test ist mangelhaft
  • Tester bemängeln fehlendes Aroma
  • Chemische Untersuchung lässt auf teils schlechte Saftqualität schließen

Swantje Waterstraat von der Stiftung Warentest ist nicht zufrieden: „Das Gesamtergebnis ist doch sehr ernüchternd. Fast alle Fertig-Schorlen geben Anlass zur Kritik. Sieben von 24 sind mangelhaft, sieben weitere ausreichend. Nur ein einziges Produkt ist gut.“ Testsieger wurde die günstige Wiesgart-Apfelschorle von Aldi Nord.

Sensorisches Urteil

Fünf Sensoriker beurteilten die Apfelschorlen. Das sind Experten, die darauf geschult sind, jede feine Nuance im Geschmack, Geruch, Mundgefühl und Aussehen wahrzunehmen. Die Teilnote „Sensorisches Urteil“ fällt bei den Schorlen überraschend gut aus. Die schlechteste Note im Test ist eine 3,5. Aber für den Gesamtgeschmack ist nicht nur die Sensorik wichtig, sondern auch das Aroma.

Apfelschorlen im Test

WDR 2 Servicezeit 27.03.2019 04:05 Min. Verfügbar bis 26.03.2020 WDR 2

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Fehlendes Aroma

Viele Fertig-Schorlen fallen beim Aromagehalt durch. Hier vergaben die Tester sechsmal ausreichend und fünfmal mangelhaft. Der Aromagehalt hingegen prägt vor allem den Geruch. Eine richtig gute Schorle sollte eben nicht nur Süße und Säure im Geschmack bieten, sondern dazu kräftig nach reifem Apfel riechen und schmecken.

Apfelsaftkonzentrat versus Direktsaft

Die Direktsaftschorlen schneiden beim Aroma gut ab. Apfelschorlen aus Apfelsaftkonzentrat eher nicht. Bei der Herstellung des Konzentrats werden die Äpfel zuerst gepresst und dann zu einem dickflüssigen Konzentrat eingedampft. Dabei gehen Aromastoffe verloren. Der Vorteil: Konzentrat lässt sich gut transportieren und lagern. Die Hersteller mixen dann vor Ort aus dem Konzentrat und Wasser wieder Apfelsaft und fügen ihm eine Aromalösung bei. Laut gesetzlicher Fruchtsaftverordnung muss der Apfelsaft danach einem durchschnittlichen Apfelsaft aus Direktsaft entsprechen. Das ist aber bei vielen getesteten Apfelschorlen nicht der Fall.

Chemische Qualität lässt zu wünschen übrig

Auch bei der chemischen Qualität gibt es einige Ausreißer nach unten. Stiftung Warentest bemängelt, dass einige Schorlen viel Methanol enthalten. Das geschieht, wenn die Hersteller Enzyme verwenden, um die Saftausbeute zu erhöhen. Andere Schorlen fielen durch Stoffwechselprodukte auf, die auf verdorbene Äpfel oder unsaubere Verarbeitung hinweisen. Gesundheitlich bedenklich ist das aber nicht. Bei keiner Fertig-Schorle fanden die Tester Schadstoffe.

Tipp

Fertigschorlen haben einen hohen Anteil an Apfelsaft (mindestens 50 Prozent). Deshalb enthalten sie auch viel Zucker. Ein halber Liter entspricht 28 Gramm Zucker – das sind neun Würfelzucker. Wer selbst mixt, kann den Anteil reduzieren. Und den Apfelsaft nehmen, der ihm am besten schmeckt.

Stand: 27.03.2019, 00:00