Vorsicht beim Weiterleiten von WhatsApp-Inhalten

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Vorsicht beim Weiterleiten von WhatsApp-Inhalten

  • Wer verbotene Inhalte teilt, macht sich strafbar
  • WhatsApp prüft Bilder und Videos nicht
  • Fragwürdige Inhalte am besten sofort löschen

WhatsApp wird weltweit von über einer Milliarde Menschen genutzt. Der Nachrichtenaustausch erfolgt schnell und unmittelbar, weshalb viele Menschen unüberlegt verschiedenste Inhalte austauschen. Oft wird nicht bedacht, dass das Zugänglichmachen und Verbreiten bestimmter Inhalte durchaus eine Straftat darstellen kann. Deshalb müssen sich in letzter Zeit verstärkt Gerichte mit diesen Straftaten beschäftigen

War doch nur weitergleitet ...

WDR 2 Servicezeit 20.08.2019 03:27 Min. Verfügbar bis 19.08.2020 WDR 2

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Hohe Geldstrafen und sogar Haftstrafen

Arndt Kempgens, Rechtanwalt aus Gelsenkirchen, vertritt viele Jugendliche, die sich wegen digitaler Straftaten verantworten müssen. Vor allem Schüler würden leichtfertig Bilder und Videos teilen, so Kempgens, und sich dabei nicht der Folgen bewusst sein.

Ein Mandant zum Beispiel hatte Nacktbilder seiner Exfreundin verbreitet. Mitschüler hatten sich an die Schulleitung gewandt und den Fall gemeldet. Es folgte eine Schmerzensgeldklage im sechsstelligen Bereich.

WhatsApp-Inhalte gehen ungeprüft zum Empfänger

Im Gegensatz zu Facebook prüft WhatsApp die Inhalte nicht. Deshalb können pornographische oder volksverhetzende Inhalte ungehindert ausgetauscht werden. Ist also jemand in der WhatsApp-Gruppe, der etwas strafrechtlich Relevantes postet, landet es auch bei jedem Mitglied der Gruppe. Löscht dieser es nicht, macht er sich ebenfalls strafbar.

Das Weiterleiten ist die größere Straftat

Wer zum Beispiel rassistische und volksverhetzende Inhalte weiterleitet, erfüllt den Strafbestand der Verbreitung verbotener Schriften. Auch bei pornographischen Inhalten kann das schnell der Fall sein. Und da spiele es keine Rolle, ob es auf einem Blatt Papier steht oder digital verbreitet wird, so Rechtanwalt Kempgens. Oft sei allein schon der Besitz strafbar.

Wer bemerke, dass in einer WhatsApp-Gruppe zum Beispiel ein Nazisymbol gepostet wurde und das Foto dann behalte und nicht sofort lösche, könne schon belangt werden.

Verdächtige Inhalte sofort löschen

Deshalb der Tipp: Bei WhatsApp gibt es die Einstellung, dass Bilder nicht automatisch auf dem Smartphone gespeichert werden, sondern nur in der Cloud des Messengerdienstes. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, löscht kritische Bilder und Videos sofort.

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Stand: 20.08.2019, 16:48