Handy-Verzicht: Tipps zum Digitalen Fasten

Digitaler Stress Markt 26.02.2020 06:55 Min. UT Verfügbar bis 26.02.2021 WDR

Handy-Verzicht: Tipps zum Digitalen Fasten

  • "Digital Detox" als neuer Fastentrend
  • Handynutzung frisst Zeit und kann krank machen
  • Tipps: So klappt es mit dem Handy-Fasten

Mal eben die Mails checken, ein Brot-Rezept suchen und dann kurz auf Insta: Smartphones sind praktisch - einerseits. Sie sind aber auch wahre Zeitkiller. Mehr als zwei Stunden täglich starrt ein Nutzer durchschnittlich aufs Display, hat ein Bonner Informatiker vor ein paar Jahren errechnet, alle 18 Minuten nimmt er das Gerät in die Hand. Das geht auf die Nerven, kostet Konzentration und kann krank machen - bis hin zum "Digital burn out".

Höchste Zeit für ein Digitales Fasten-Programm! Hier gibt es Tipps für eine Auszeit vom Handy. Übrigens: Viele Tipps funktionieren auch mit Tablets und Notebooks.

Programmieren Sie Ihr Smartphone um

Ihr Smartphone versorgt Sie rund um die Uhr mit Informationen. Aber es hält Sie auch rund um die Uhr auf Trab, mit knallbunten Bildchen und Piepstönen. Sorgen Sie für Ruhe, indem Sie das Smartphone umprogrammieren:

  • Stellen Sie Benachrichtigungstöne aus und deaktivieren Sie die Push-Funktion
  • Setzen Sie ein Zeitlimit. Im Android-Smartphone funktioniert das so: Unterm Eintrag "Digital Wellbeing" den "Konzentrationsmodus" aufrufen und dort die Apps auswählen, die für eine bestimmte Zeit gesperrt werden sollen. Das I-Phone bietet außerdem die Möglichkeit, eine PIN zum Entsperren festzulegen. Wenn Sie die von jemand anderem verwalten lassen, werden Sie garantiert nicht schwach.
  • Aktivieren Sie den Schwarz-Weiß-Filter. Wenn das Display nur grau in grau statt neonbunt ist, macht das Scrollen viel weniger Spaß. Dieses "Markt"-Video zeigt, wie es geht:

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Lassen Sie sich von Apps helfen

App Icons Anzeige auf einem Bildschirm vom Handy Apple App Store iOS

Jede Menge Apps

Die Stores sind voll mit Apps, die dabei helfen sollen, den Konsum in Grenzen zu halten. Hier nur drei Beispiele von sehr vielen: "Quality Time" verschafft einen ersten Überblick, wie lange man überhaupt am Handy hängt - der Aha-Effekt ist programmiert. "Procrastination Timer" gibt feste Zeiten für Arbeiten und Entspannung vor, bei "Blackout" kann man selbst festlegen, wann das Smartphone stumm bleiben soll.

Zurück zum Analogen!

Weckersammlung

Schön altmodisch, aber wirkungsvoll

Es ist schon praktisch, sein Büro immer dabei zu haben. Aber: Beim schnellen Blick in den Smartphone-Kalender bleiben viele hängen. Versuchen Sie, so viele Dienste wie möglich auszulagern. Vorteil: Sie müssen nicht jedesmal nach Ihrem Smartphone suchen. Und Sie kommen klar, auch wenn es kaputt oder verloren geht.

  • Schaffen Sie sich einen Taschenkalender an.
  • Gehen Sie mit Stadtplänen oder Landkarten aus Papier auf Tour, statt sich von einer App leiten zu lassen. Das übt auch die Orientierungsähigkeit.
  • Lassen Sie sich von einem mechanischen Wecker aus dem Bett werfen. Wenn das Smartphone in der Küche liegt, geraten Sie nicht in Versuchung, nachts einen Blick zu riskieren.

Tricksen Sie sich selbst aus

Menschen schauen auf ihr Smartphone

Reden statt chatten? Das fällt oft schwer

Einfach nicht reagieren, wenn es plingt, ploppt und vibriert: klingt simpel, erfordert aber viel Selbstdisziplin. So können Sie sich selbst überlisten:

  • Schaffen Sie eine smartphone-freie Zone. Legen Sie zum Beispiel fest, dass im Wohnzimmer nicht gesurft wird - das Handy wird woanders gebunkert. Der "Tatort" gewinnt ungemein, wenn man nicht nebenbei Mails checkt. Und der Partner freut sich über die ungeteilte Aufmerksamkeit.
  • Für Kneipengänger gibt es eine verschärfte Variante: alle Geräte auf einen Haufen und außer Reichweite legen. Wer zuerst zuckt, muss die Zeche bezahlen.
  • Für Hardcore-Handynutzer gibt es Hotels, die komplett offline sind. Kein TV, kein Empfang, keine Posts, keine Mails und Tweets - das soll Entspannung pur garantieren.

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Stand: 25.02.2020, 17:23