Digitale Stromzähler: Wenig Nutzen für den Verbraucher

Digitaler Stromzähler

Digitale Stromzähler: Wenig Nutzen für den Verbraucher

Von Nico Rau

  • Seit 2017 werden Stromzähler schrittweise ausgetauscht
  • Neue Stromzähler zeigen genauer den Verbrauch
  • Nutzen für Verbraucher sehr dürftig

Bis zum Jahr 2032 werden bundesweit alle Stromzähler in den Haushalten von analog auf digital umgestellt. Eigentlich sollen die neuen Stromzähler einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, um beispielsweise schwankende Stromproduktionen der Solar- und Windkraftanlagen mit dem schwankenden Stromverbrauch zu synchronisieren. Aber die meisten Haushalte bekommen erst einmal einen sehr simplen digitalen Stromzähler, der kaum Nutzen mit sich bringt.

"Moderne" Messeinrichtung

Die so genannten modernen Messeinrichtungen haben eine Digitalanzeige für den aktuellen Gesamtverbrauch. Sie können auch den Tages-, Monats oder Jahresverbrauch anzeigen. Allerdings ist das nicht gerade komfortabel geregelt: Die Zähler sind aus Datenschutzgründen gesichert.

In der Praxis heißt das: In den Keller gehen und dem Stromzähler mit einer Taschenlampe Lichtsignale geben, worauf der dann die verschiedenen Zählerstände anzeigt. Die Geräte können keine Daten nach außen senden, deshalb lässt sich der Stromverbrauch auch nicht einfach über eine App abzurufen.

Kosten und Nutzen

Der Einbau ist gesetzlich vorgeschrieben, damit kommen auch höhere Kosten auf den Kunden zu: Für die modernen Messeinrichtungen muss man 20 Euro im Jahr bezahlen - sieben Euro mehr als die alten Zähler. Und dass die Geräte dabei helfen, den Stromverbrauch zu reduzieren, bezweifelt Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW: "In privaten Haushalten gibt es einige wenige Stromfresser: der Kühlschrank, die Heizungspumpe. Das ist es aber fast schon. Viele kleine Stromfresser wie der W-Lan-Router, die Beleuchtung, das spielt alles keine so große Rolle beziehungsweise ist alternativlos. Und um den Kühlschrank auszutauschen, wenn der 20 Jahre alt ist, da reicht auch der gesunde Menschenverstand."

Intelligente Messeinrichtungen

Digital ist nicht gleich einfach

WDR 2 Servicezeit | 12.06.2018 | 03:13 Min.

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Eine zweite Variante der digitalen Zähler ist die intelligente Messeinrichtung - auch "Smart Meter" genannt. Diese Systeme haben zusätzlich ein Modul eingebaut, das Daten nach außen verschickt. Sie könnten also auch im Sinne der Energiewende eingesetzt werden, um zum Beispiel flexibel Strom aus regenerativen Quellen zu beziehen.

Doch bisher sind diese Geräte nur für Stromkunden mit sehr hohem Stromverbrauch (10.000 Kilowattstunden/Jahr) verpflichtend vorgeschrieben und auch mit höheren Kosten verbunden. Innovative Anwendungsmöglichkeiten für die "Smart Meter" müssen auch erst noch geschaffen werden.

Stand: 12.06.2018, 12:38