Kaum kindgerechte Spieleapps für Kinder

Das Bild zeigt ein Kind, das mit einem Smartphoneauf der Couch liegt.

Kaum kindgerechte Spieleapps für Kinder

Von Anja Münchrath

  • 60 Prozent der getesteten Apps für Kinder problematisch
  • In-App-Käufe verleiten zum Geldausgeben
  • Vermeintlich kinderfreundliche Apps enthalten Werbung
  • Preisgekrönt: Maus- und Elefanten-App des WDR

Eine Studie des Portals jugendschutz.net hat gezeigt, dass 60 Prozent von 100 getesteten Apps problematisch für Kinder sind. Es werden beispielsweise Standortdaten von den Kindern bzw. Nutzern gesammelt und bei rund ein Viertel der getesteten Apps muss  eine Telefonnummer angegeben werden. Dadurch haben Kinder keinen Schutz vor Fremdkontakt.

Kaum kindgerechte Spieleapps für Kinder - Teil 1

WDR 2 Servicezeit 10.07.2019 03:59 Min. Verfügbar bis 09.07.2020 WDR 2

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In-App-Käufe besonders problematisch

Viele der Apps sind kostenlos, während des Spielens wird der Spieler aber oft aufgefordert, Geld zu bezahlen, zum Beispiel für Rüstungen oder Waffen, die einen Spielvorteil verschaffen. Dies ist das sogenannte Pay-to-Win-Modell. Einige Apps verzögern sogar das Weiterspielen, wenn kein Geld bezahlt wird. Kinder neigen auch schnell dazu, aus Versehen etwas im Spiel zu kaufen.

Apps nicht von USK geprüft

Spieleapps für Handy oder Tablet werden nicht von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) geprüft. Der Spieleanbieter ordnet sein Spiel in einer Art Selbstkontrolle selber altersgemäß ein, mithilfe von Richtlinien der International Age Ration Coalition (IARC). Dabei werden allerdings Kriterien wie Werbung, In-App-Käufe und Datensicherheit nicht beachtet.

Die App mit dem Maus und dem Elefanten

App mit dem Elefanten

Elefant fürs Handy

Unverdächtig sind die Apps mit der Maus und dem Elefanten. Der WDR hat sie für Kinder entwickelt, die noch nicht lesen und schreiben können, aber mit Smartphone und Tablets umgehen. Die Apps sagen den Kindern, was es alles zu entdecken gibt. Lach- und Sachgeschichten gibt es natürlich auch.

Vorsicht bei kostenlosen Apps

Ansonsten sollten Eltern laut Medienpädagoge Daniel Heinz vom Spieleratgeber NRW lieber ein bisschen Geld für Spieleapps ausgeben, anstatt kostenlose Spiele runterzuladen. Wenn Apps Kaufoptionen enthalten, hilft das offene Gespräch mit den Kindern. Bei vielen Apps können die Kaufoptionen auch mit einem Passwort geschützt werden.

Spiele-Apps für Kinder Servicezeit 13.06.2019 06:19 Min. UT Verfügbar bis 13.06.2020 WDR Von Maria Kümpel

Spieleapps: Sinnvolles Training oder gefährliches Daddeln?

Ich finde Spiele-Apps gut
Spiele-Apps sind hilfreich. So können die Kinder spielerisch lernen!
28,7%
Nur unter Aufsicht
Spiele-Apps finde ich im Prinzip ok, würde aber das Kind nicht damit allein lassen.
45,2%
Nein, keine Apps fürs Kind
Kinder sollten so lange wie's geht ohne Smartphone aufwachsen.
26,1%
Hinweise:
Das Ergebnis dieser Umfrage ist nicht repräsentativ. Rundungsbedingt kann es zu Abweichungen kommen.

Stand: 11.07.2019, 10:47