Service Computer - Smartphones kabellos aufladen

Das Smartphone Samsung  Galaxy S6 mit kabelloser Ladestation

Der Nachttisch als Ladestation

Service Computer - Smartphones kabellos aufladen

Von Michael Stein

Man kann seine schlaue Heizung per Smartphone steuern, und bald sollen wir  drahtlos mit dem Smartphone bezahlen können. Nur zum Aufladen des Akkus muss man immer noch das Ladekabel in die Buchse stecken. Das soll bald der Vergangenheit angehören. Vielversprechende Ansätze sind auf der "Mobile World" in Barcelona zu sehen.

Von Spule zu Spule

Die Technik heißt "Qi" und funktioniert mittels Induktion. Qi ist gerade dabei, sich als Standard für das kabellose Aufladen durchzusetzen. An der Rückseite des aufzuladenden Gerätes befindet sich im Gehäuse eine Spule, auch die nötige Ladestation hat eine solche Spule. Zwischen den beiden Spulen findet, vereinfacht gesagt, die Energieübertragung statt, ohne dass ein Kabel zwischen beiden Geräten nötig wäre. Bei elektrischen Zahnbürsten etwa ist dies übrigens seit 30 Jahren Standard.

Nachträglicher Einbau

Viele Smartphones haben die neue Technik schon eingebaut: Dazu gehören das neue "Galaxy S6 von" Samsung, einige "Lumia"-Modelle von Microsoft sowie Smartphones von "LG".

Bei vielen anderen Geräten lässt sich die Technik aber auch nachträglich "einbauen" - sogar die iPhone-Familie von Apple kann so Qi-tauglich gemacht werden, obwohl man das Gehäuse eines iPhones ja nicht öffnen kann.

Folie oder Hülle

Für einige Samsung-Galaxy-Smartphones gibt es die Qi-Technik in Form einer Folie, in die eine Spule eingelassen ist. Diese Folie wird unter dem Akkudeckel platziert und an den Akku angeschlossen.

Ähnlich funktionieren die Schutzhüllen, die es für verschiedene Smartphone-Modelle gibt: Die Spule steckt in der Schutzhülle, in die das Smartphone eingeschoben wird. Ein unauffälliger Stecker verbindet die Hülle dann mit dem Ladeanschluss des Smartphones. Legt man ein so präpariertes Smartphone dann auf eine Qi-Ladestation, wird der Akku drahtlos geladen. Die passende Ladestation muss man fast immer extra kaufen - es gibt sie in diversen Größen, Farben und Formen.

Tische als Ladegeräte

Sogar das Möbelhaus Ikea will ab Mitte April in das Qi-Geschäft einsteigen und die ersten Möbel und Lampen auf den Markt bringen, die eine eingebaute Qi-Ladefläche besitzen. Statt das Smartphone mit einem Kabel verbinden zu müssen, kann man das Gerät dann einfach auf eine markierte Fläche des Tischchens oder Lampenfußes legen, um es aufzuladen. Eine Kreditkarte oder eine Musik-Cassette sollte man aber nicht in die Nähe der Ladefläche bringen, weil das dort entstehende Magnetfeld die Daten löschen kann.

Zu möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Wer Zweifel hat, der sollte das Möbelstück oder die Ladestation etwas vom Bett oder Schreibtisch entfernt aufstellen.

Eine Ladestation ist schon ab 15 Euro zu haben, die Zubehör-Teile zum Einbau in die diversen Handy-Modelle kosten von etwa fünf Euro an aufwärts, eine Schutzhülle mit Qi-Technik ist schon für um die 20 Euro zu haben.

Redaktion:
Joachim Hecker

Stand: 04.03.2015, 16:05