Service Computer: Corona-App - Klemmt´s noch?

Probleme mit der Corona-App

Service Computer: Corona-App - Klemmt´s noch?

Seit gut sechs Wochen ist die vorher viel diskutierte Corona-Warn-App nun verfügbar. Etliche Nutzer haben in den letzten Wochen aber über Probleme und merkwürdige Fehlermeldungen der App berichtet.

Seit gut sechs Wochen ist die vorher viel diskutierte Corona-Warn-App nun verfügbar. Sie scheint ein Erfolg zu werden: Mehr als 16 Millionen mal (Stand: 28.7.20) wurde sie inzwischen heruntergeladen. Etliche Nutzer haben in den letzten Wochen aber über Probleme und merkwürdige Fehlermeldungen der App berichtet.

Wo klemmt es noch?

Es gibt nach wie vor Probleme mit einigen Geräten von Huawei, Samsung und Apple. Grund: Die App soll ja auch im Hintergrund laufen, wenn sie gerade nicht gestartet ist. Das tut sie auch - aber: Die Warnungen werden offenbar nicht immer zuverlässig angezeigt. Dabei handelt es sich um einen Fehler im System der Handys, nicht der App. Dieser soll demnächst von Apple und Google behoben werden. Man kann ihn sehr leicht umgehen: Einfach einmal am Tag die App starten - dann bekommt man den aktuellen Stand und auch etwaige Warnungen angezeigt.

Funktioniert die App jetzt auf allen Geräten?

Leider nicht. iPhones: nur auf Geräten, auf denen iOS 13.5 oder neuer als Betriebssystem läuft. Das heißt: Die App läuft z. B. nicht auf einem iPhone 6. Die App-Entwickler wollen mit Apple verhandeln - bleibt zu hoffen, dass das noch behoben wird. Auch einige ältere Android-Geräte akzeptieren die Corona-Warn-App nicht. Das wird sich wohl leider nicht ändern.

Was haben Apple und Google eigentlich genau mit der App zu tun?

Die App wurde im Auftrag der Bundesregierung (Bundesgesundheitsministerium) von SAP und Telekom entwickelt. Sie benutzt aber eine Funktion ("Bluetooth LE"), die die Smartphones zwar können, die aber von Apple und Google (Hersteller der Betriebssysteme) erst für die Nutzung von Apps freigegeben werden musste. Das das passierte erst unmittelbar vor der Veröffentlichung der App. So sind die App-Entwickler und wir Nutzer von US-Unternehmen abhängig. Das ist nachteilig. Beispiel Apple: Die Firma hat entscheiden, dass die Schnittstelle erst ab iOS 13.5 für Apps wie die Corona-Warn-App nutzbar ist. Und: Wir können nicht genau kontrollieren, welche Daten da im Hintergrund abfließen. Ist die App tatsächlich so datenschutzfreundlich wie immer behauptet wird? Irische Forscher haben vor ein paar Tagen dazu gesagt: Die deutsche Corona-App sei technisch vielleicht die sauberste, die man programmieren konnte. Aber: Problematisch ist nach wie vor das Smartphone-Betriebssystem Android. Die gleichen irischen Forscher haben nämlich beobachtet, dass das Handy selbst bei der Nutzung der App mit den Google-Servern Kontakt aufnimmt. Dabei werden offenbar Standort-Daten und auch die Handy-Nummer an Google übermittelt. Google streitet das ab.

Autor: Michael Stein

Redaktion: Jan Friese

Service Computer ist eine Rubrik in der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 10.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.