Mehr Kontrolle über die Zeit am Smartphone

Kind und Smartphone

Mehr Kontrolle über die Zeit am Smartphone

Viele Menschen verbringen in diesen Tagen noch mehr Zeit mit ihren Handys. Die Zeit am Bildschirm vergeht wie im Flug. Wie man für sich und die Familie ein bisschen mehr den Überblick behalten kann, erläutert Michael Stein.

Wie lange ist zu lange?

Für Kinder von 10 bis 13 Jahren empfiehlt die EU-Initiative "Klicksafe": Länger als 60 Minuten am Tag sollte die Beschäftigung mit dem Internet im Internet nicht dauern. Für ältere Kinder und Erwachsene kann man da keine Empfehlungen geben – das ist auch von der jeweiligen Persönlichkeit abhängig.

Digitaler Überblick

Man muss man sich natürlich darüber klar sein oder werden, wie viel man eigentlich aufs Smartphone schaut. Iphones und Android-Geräte bieten dafür die  Funktion der "Bildschirmzeit" (Iphone ab iOS 12) oder des "Digitalen Wohlfühlens" ("Digital Wellbeing", ab Android 9). Damit kann man sich anzeigen lassen, welche Apps man wie lange genutzt hat. Auch wie lange man insgesamt täglich oder im Wochendurchschnitt sein Smartphone verwendet, lässt sich ablesen.

Automatische Auszeit

Will man das ändern, kann man für sich selber oder seine Kinder festlegen, welche Apps wie lange genutzt werden sollen. Wie lange am Tag will ich zum Beispiel Whatsapp-Nachrichten lesen, wie lange will ich mich in der Tagesschau-App aufhalten und Corona-News checken? Will ich vielleicht eine generelle Auszeit definieren, in der ich mein Smartphone gar nicht nutzen kann? Das Smartphone deaktiviert dann die vorher eingestellten Apps, so dass sie sich nicht mehr nutzen lassen.

Sperre mit Code

Natürlich lässt sich das umgehen, aber es wird einem dadurch ganz bewusst gemacht, dass man gerade eine Grenze überschreitet, die man sich selber gesetzt hat. Und man kann diese "Sperre" auch mit einem Code sichern. Gibt man ihn ein, kann man die App länger nutzen, als man das vorher erlauben wollte. Wer es so richtig ernst meint, der sorgt dafür, dass die Eltern oder der oder die (Ehe-)partner/in diesen Code hat. Erst fragen gehen, um weiter zu machen –das könnte peinlich sein.

Smartphones verwalten

Es ist auch möglich, "Ruhezeiten" zu definieren – damit man selbst oder die Kinder nicht bis in die Nacht hinein am Smartphone hängen. Das alles lässt sich entweder direkt am Gerät des Kindes machen oder man kann zum Beispiel in einem Iphone angeben, welche Geräte der Familie der "Hauptnutzer" verwalten will. So bekommt man dann auf seinem Iphone angezeigt, wie lange die Kinder ihre Geräte benutzen und kann falls nötig nachsteuern.

Smartphone-Regeln

Aber auch ohne digitale Hilfen könnte man Veränderungen am eigenen Smartphone-Konsum herbeiführen: Man könnte zum Beispiel für sich selber festlegen, dass das Schlafzimmer tabu fürs Smartphone ist. So nutzt man sein Gerät erst, wenn man aufgestanden ist. Man könnte dafür zum Beispiel eine feste Auflade-Station für sein Smartphone im Wohnzimmer einrichten – dann legt man es am Abend auch tatsächlich dort ab.

Auch eine Regel wie: "Kein Smartphone am Esstisch!" könnte hilfreich sein. Sie sorgt auch dafür, dass nicht die ganze Familie am Tisch sitzt und in ihre Smartphones schaut. Oder man könnte sich selber sagen: "Ich lese nur ein Mal am Morgen und ein Mal am Abend Meldungen in der App meiner Tageszeitung oder der Tagesschau."

Wichtig bei solchen Regeln: Wenn sie die Familie betreffen, dann sollte man sie auch als Familie besprechen und beschließen.

Autor: Michael Stein

Redaktion: Jan Friese

Mehr Kontrolle über die Zeit am Smartphone

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 05.01.2021 06:58 Min. Verfügbar bis 05.01.2022 WDR 5


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