Service Computer – Probleme bei faltbaren Smartphones

Das Samsung Galaxy Fold Smartphone leicht zusammengeklappt zwischen zwei Händen.

Service Computer – Probleme bei faltbaren Smartphones

Faltbare Smartphones sollten in diesem Jahr die Revolution auf dem Handymarkt werden. Sie sollten einen riesigen Bildschirm im Taschenformat liefern – klappt nur nicht.

Ende Februar hatte die südkoreanische Firma Samsung ihr erstes Smartphone mit faltbarem Display vorgestellt und seit Anfang Mai sollte das Gerät eigentlich in Deutschland zu haben sein. Daraus wurde allerdings nichts. Grund: Es gab massive technische Probleme mit der eigentlichen Innovation, dem faltbaren Display. Seitdem ist es ein wenig still geworden rund um die faltbaren Smartphones. Nun soll das Gerät vermutlich im Juni zu kaufen sein.

Was war passiert?

Das Herzstück des Smartphones, das faltbare Display, war offensichtlich noch nicht wirklich fertig entwickelt. Einige wenige Journalisten weltweit hatten vorab Testgeräte bekommen. Schon nach wenigen Tagen waren die 2.000 Euro teuren Geräte Elektroschrott: Die Displays zeigte nichts mehr an, der hoch komplizierte Faltmechanismus funktionierte nicht mehr  richtig. In die Scharniere war Schmutz geraten - genau so, wie es auch im Alltag passieren könnte. Außerdem hatten einige Tester die Folie abgezogen, die auf dem Display klebte. Sie hatten sie für eine Schutzfolie gehalten. Tatsächlich gehört sie allerdings fest zur Display-Technik.

Was hat Samsung geändert?

Inzwischen hat Samsung die Faltmechanik überarbeitet: Vor allem der Spalt, durch den Schmutzpartikel eindringen könnten, soll verkleinert worden sein. Auch das Display selbst wurde verändert: Den Rand der nötigen Folie kann man wohl nicht mehr sehen, so dass niemand mehr auf die Idee kommen sollte, die Folie abzuziehen. Ob der Kunststoff selbst, aus dem das Display besteht, überarbeitet wurde, ist noch nicht bekannt.

Ist ein faltbares Smartphone tatsächlich praktisch?

Für einige Anwendungen kann es praktisch sein. Das Samsung-Gerät hat zwei Displays: Sucht man auf dem kleineren Front-Display z. B. per Navi eine Adresse, kann man anschließend das Gerät aufklappen und sieht die Karte in groß. Das heißt: Mit einem Gerät wie dem Galaxy Fold hat man Smartphone und Tablet in einem Gehäuse, ohne aber den Platz für ein Tablet in der Tasche zu brauchen. Nur dünner müssen die Geräte in den nächsten Jahren noch werden, denn das Fold ist schon ein ziemlicher Brocken.

Autor: Michael Stein
Redaktion: Jan Friese

Service Computer ist eine Rubrik in der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 10.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Computer – Probleme bei faltbaren Smartphones

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 04.06.2019 06:57 Min. Verfügbar bis 03.06.2020 WDR 5

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