Service Computer: Was kann die Corona-Warn-App?

Sechs Monate Corona-Warn-App: Sie braucht dringend ein Update.

Service Computer: Was kann die Corona-Warn-App?

Die Corona-Warn-App bekommt derzeit alle paar Wochen Updates und Neuerungen. Was bringen die im Kampf gegen die Pandemie?

Seit dem 16. Juni 2020 gibt es bei uns in Deutschland die "Corona-Warn-App". Und auch wenn viele Menschen zunächst Vorbehalte gegen eine solche App hatten und noch haben: Bis heute (Stand: 26.2.21) wurde Sie etwa 25,8 Millionen mal heruntergeladen. Aber: Die App konnte trotzdem nicht verhindern, dass die Infektionszahlen auch zur Zeit wieder steigen und wir wohl am Beginn einer dritten Welle stehen. In den letzten Wochen sind immer wieder neue Funktionen in die App eingebaut worden und auch in dieser Woche gibt es wieder ein Update.

Armaturenbrett

Seit ein paar Wochen besitzt die Corona-Warn-App ein "Dashboard" mit aktuellen Kennzahlen rund um die Corona-Pandemie. Man kann dort u. a. ablesen, wie viele Nutzer ihr positives Ergebnis durch die App mit anderen geteilt haben. Auch die aktuellen Zahlen der Neuinfektionen, der  7-Tage-Inzidenz und des 7-Tage-R-Wertes sind auf einen Blick zu sehen.

Risikoreiche Begegnungen

Neu ist auch eine so genannte Begegnungshistorie. Man kann dadurch sehen, wann man Kontakt mit einer Person hatte, die später ihr positives Testergebnis in der App geteilt hat. Die Funktion ist in das Kontakttagebuch integriert, das man selber führen kann. Wem ist man an einem Tag begegnet? Wo ist man gewesen? Seit einiger Zeit  erscheint dort auch, wenn an diesem Tag eine Risiko-Begegnung stattgefunden hat. Man kann dann Rückschlüsse darauf ziehen, welche Begegnungen risikoreich waren und kann außerdem andere Menschen benachrichtigen, mit denen man nach einer Risikobegegnung Kontakt hatte. Es erscheint allerdings auch immer gleich der Hinweis, dass die Risikobegegnung auch mit einer Begegnung in Zusammenhang stehen könnte, die man nicht eingetragen hat.

Ältere iPhones

Die App läuft jetzt auch auf älteren iPhones mit iOS 12.5.1. Ihre Zahl kann man nur hochrechnen, wahrscheinlich sind es alleine in Deutschland aber etwa 1,5 Millionen iPhones 5S, 6 und 6Plus. Ältere Android-Gerät, die älter sind als fünf Jahre, werden nach wie vor jedoch nicht unterstützt. Es braucht mindestens Android 6.

Daten spenden

Version 1.13 der Corona-Warn-App, die in dieser Woche erscheinen soll, weicht ein ganz kleines bisschen die hohen Datenschutz-Standards der App auf. Man kann dann freiwillig an das RKI "Daten spenden", die bei der Nutzung der App entstehen. Nutzer, denen von der App ein erhöhtes Risiko ("rote Kachel") angezeigt wurde, können außerdem freiwillig an einer wissenschaftlichen Befragung des Robert-Koch-Instituts zur Nutzung der App und den Gewohnheiten der Nutzer teilnehmen. Durch beide Funktionen wollen die Entwickler mehr über die Nutzer erfahren, um die Erkenntnisse in die App einfließen zu lassen. Aber: Auch dies soll pseudonym erfolgen - die App gibt nicht weiter, wer man ist.

Autor: Michael Stein

Redaktion: Jan Friese

Service Computer: Was kann die Corona-Warn-App?

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 03.03.2021 05:39 Min. Verfügbar bis 02.03.2022 WDR 5


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Service Computer ist eine Rubrik in der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 10.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

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