Ein Finger zeigt auf einem Smartphone-Bildschirm auf den Messenger WhatsApp.

Service Computer

Warum es wichtig ist, Chat-Daten zu sichern

WhatsApp, Signal oder Threema: Die meisten Deutschen nutzen Messenger-Apps – nicht nur für Belangloses. Michael Stein erklärt im Gespräch mit Ralph Erdenberger, warum wir wichtige Text- oder Sprachnachricht sichern sollten und wie es geht.

Mit der Familie, mit Freund:innen in Kontakt bleiben, oder auch einen Termin zum Reifenwechsel machen – das alles wird von vielen Menschen gerne per Messenger-App erledigt. Am weitesten verbreitet ist bei uns WhatsApp. Aber auch Signal oder Threema stehen hoch im Kurs. Was aber, wenn man nach ein paar Wochen eine wichtige Text- oder Sprachnachricht noch einmal braucht – ist die dann noch da? Kann man die überhaupt dauerhaft sichern?

Wie lange bleibt eine Chat-Konversation gespeichert?

Faustregel: So lange, bis sie gelöscht werden. Man kann also auf ein und demselben Gerät auch nach ein paar Monaten oder Jahren noch auf alte Nachrichten zugreifen. Zumindest auf die Texte selbst. Wenn man sich ein neues Gerät kauft, dann wird man in aller Regel die Chat-Verläufe auf das neue Gerät übertragen.

Nur die "Medien", also Bilder, Audio-Dateien oder PDF-Dokumente werden dabei nicht automatisch übertragen. Denn generell gilt: Alles wird zunächst einmal lokal, also auf dem einen Smartphone gespeichert. Wird das Gerät geklaut oder geht es kaputt, ist alles weg – es sei denn, man hat ein Backup, also eine Sicherheitskopie davon gemacht.

Wie mache ich ein Chat-Backup?

Je nach Messenger-App und Betriebssystem (iOS/Android) funktioniert das unterschiedlich. Beim iPhone: WhatsApp- oder iMessage-Chatverläufe werden in die iCloud gesichert, bei Signal gibt es das gar nicht. Bei Android-Geräten: Backups können bei den meisten Messengern sowohl in eine Datei geschrieben und auf ein anderes Gerät übertragen als auch in der Google-Cloud gesichert werden.

Man muss zum Teil ein wenig fummeln, die Wege sind aber in den Hilfetexten der Messenger beschrieben. Dabei werden die Nachrichten-Backups zwar verschlüsselt. Aber: Die Hersteller haben zum Teil Generalschlüssel. Das heißt: Bei Anfragen der Polizei können die  Chatverläufe herausgegeben werden, wenn sie in den Backups enthalten sind.

Datenschutz bleibt auf der Strecke

Auch deshalb gilt: Wirklich wichtige Dinge gehören nicht in einen Smartphone-Chat. Häufig sieht man, dass Firmen Rechnungen per Chat-Anhang verschicken oder Terminabsprachen mit Therapeuten so gemacht werden. Datenschützern stehen da die Haare zu Berge. WhatsApp, selbst Signal oder iMessage – das alles sind keine sicheren Kommunikationstools.

Eigentlich sollte man deshalb alles, was mit Privatsphäre oder auch Geld zu tun hat, am besten schriftlich auf Papier oder in Form einer verschlüsselten E-Mail senden und empfangen. Leider hat sich die Verschlüsselung von E-Mails bisher noch immer nicht wirklich durchgesetzt. Verschlüsselte E-Mail-Kommunikation müsste längst zum Standard auf allen Computern und mobilen Geräten gehören.

Autor: Michael Stein
Redaktion: Jan Friese

Service Computer ist eine Rubrik in der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 10.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

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