Service Computer: Mit der Corona-Warn-App durch den Winter

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Service Computer: Mit der Corona-Warn-App durch den Winter

Etwa 39 Millionen mal wurde die Corona-Warn-App bisher heruntergeladen und knapp 7,5 Millionen Risikowarnungen hat die App verschickt. Updates liefern immer neue Funktionen, die uns gegen die Pandemie helfen sollen.

Ursprünglich sollte die Corona-Warn-App ja vor allem warnen, wenn wir in den letzten 14 Tagen einer Person begegnet sind, die später positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Mittlerweile sind aber noch jede Menge weitere Funktionen rund um die Pandemie hinzugekommen, mit denen wir hoffentlich gut durch den zweiten Corona-Winter kommen.

Digitale Zertifikate

So ist die App inzwischen auch ein digitaler Impfausweis: Außer den beiden ersten Impfungen und einem Genesenen-Nachweis kann man seit einiger Zeit auch die Booster-Impfung einlesen und nachweisen. Und es lassen sich natürlich auch  Schnell- und PCR-Tests in der App registrieren. In diesem Fall bekommt man auch das Ergebnis des Tests in der App angezeigt. Wenn man ausdrücklich zustimmt, werden außerdem Menschen, denen man in den letzten 14 Tagen begegnet ist, dann gewarnt, wenn der Test positiv war.

Schnelle Prüfung

Für all diese Zertifikate muss man jeweils mit der App den QR-Code auf der entsprechenden Bescheinigung scannen, die man zum Beispiel im Impfzentrum oder beim Arzt bekommen hat. Wer nach einer Impfung keinen QR-Code erhalten hat, der geht mit dem gelben Impfpass in eine Apotheke und bekommt ihn dort. Diesen Code mit der App scannen – fertig. Großer Vorteil gegenüber Papier: Etwa in einem Restaurant oder bei einer Veranstaltung kann das Personal das Zertifikat in einer Sekunde mit der Prüf-App "CovPass Check" scannen.

Falsche Anwendung

In den letzten Wochen haben immer mal wieder Restaurant-Mitarbeitende aus Unkenntnis nicht die CovPass-Check-, sondern die Corona-Warn-App zum Überprüfen von Zertifikaten von Gästen benutzt. Das ist so allerdings nicht gedacht, lässt sich jedoch auch nicht verhindern. Wenn das Zertifikat einer anderen Person mit der Corona-Warn-App gescannt, wird das auf diese Weise in die App geladen. Das ist eine so gewollte Funktion, mit der man zum Beispiel das Impfzertifikat der Partnerin oder des Partners sowie der Kinder einlesen kann. So kann es beispielsweise an einer Restauranttür schneller gehen und nicht jede Person muss einzeln ihr Smartphone zücken. Etwas missverständlich war allerdings, dass bisher in der Corona-Warn-App von der "Überprüfung" des Zertifikates die Rede war. Damit ist jedoch etwas anderes gemeint: Mit der Funktion lässt sich prüfen, ob das eigene Zertifikat für eine Reise in ein bestimmtes Reiseland gültig ist. Damit das zukünftig klarer ist, steht da nun  "Reisegültigkeit prüfen" – ab dem nächsten Update der App.

Zertifikate zurückrufen

Wenn jemand mit einem gefälschten gelben Impfpass in einer Apotheke war, die Mitarbeitenden dort das nicht gemerkt und das digitale Zertifikat erzeugt haben, kann die Corona-Warn-App das nicht erkennen. Aber: Wenn klar ist, dass in einer bestimmten Apotheke gefälschte Impfpässe aufgetaucht sind und nicht entdeckt wurden, dann können die digitalen Zertifikate nachträglich noch elektronisch zurückgerufen werden. Dann zeigt die CWA an, dass das Zertifikat ungültig ist.

Keine Kontaktdatenerfassung in NRW

Ab dem nächsten Update kann man außerdem mit einem kleinen Schiebeschalter zwischen den Zertifikaten für geimpft/genesen und Test umschalten, um einen Statuts "2G+" (geimpft oder genesen und getestet)  nachzuweisen. Seit geraumer Zeit lässt sich die Corona-Warn-App auch zum Datenschutz-konformen Einchecken zum Beispiel in einem Restaurant oder bei einer Veranstaltung nutzen – also das, wofür man in einigen Bundesländern bisher noch die luca-App nutzen musste. Mit dem Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes des Bundes ist da jetzt auch ausdrücklich die Corona-Warn-App erlaubt – einige Bundesländer machen das auch bereits so. In NRW ist die Nachverfolgung von Kontakten bei Veranstaltungen und im Restaurant durch die Behörden zur Zeit allerdings nicht vorgesehen, weshalb hier die Corona-Warn-App auch nicht zum Einsatz kommt. Restaurantbesitzer:innen oder Veranstalter:innen können aber mit der Corona-Warn-App einen QR-Code erzeugen und ihn an der Tür aufhängen, alle Besucher:innen können ihn scannen. So wird man von der App gewarnt, wenn sich später herausstellt, dass man da mit einer infizierten Person zusammen im Raum war.

2G+ schon beim Ticket-Kauf

Auch mit dem nächsten Update ganz neu: Bei Konzerten oder anderen Veranstaltungen, bei denen 2G oder 2G+ gilt, kann man schon bei der Ticketbuchung im Internet mit seiner Corona-Warn-App seinen Status nachweisen. Dazu kann einfach ein entsprechender QR-Code des Veranstalters auf der Buchungsseite gescannt werden.

Autor: Michael Stein

Redaktion: Jan Friese

Service Computer ist eine Rubrik in der WDR 5 Sendung Neugier genügt und ist dort jeden ersten Dienstag im Monat zwischen 10.04 Uhr und 12.00 Uhr zu hören.

Service Computer: Mit der Corona-Warn-App durch den Winter

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche 21.12.2021 07:02 Min. Verfügbar bis 21.12.2022 WDR 5


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