Oftmals schlechte Beratung im Handyladen

Eine Frau tippt auf einem Smartphone.

Oftmals schlechte Beratung im Handyladen

  • Verbraucherschützer kritisieren Mobilfunk-Shops
  • Handyverträge seien oft zu teuer und unpassend
  • Stichprobe zeigt: viele Shops informieren unzureichend

Wer einen Mobilfunkvertrag in einem Geschäft abschließt, wird nicht immer gut beraten, wichtige Informationen werden den Kunden oft vorbehalten. Das hat eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW in landesweit 301 Telefongeschäften ergeben.

Demnach händigten nur zwei Shopverkäufer das gesetzlich vorgeschriebene Produktinformationsblatt aus. Neun von zehn Händlerinnen und Händlern hätten das Papier auch auf Nachfrage nicht rausgegeben.

Shopbetreiber kommen Informationspflichten nicht nach

Dabei sind die Shopbetreiber seit Mitte 2017 verpflichtet, Kunden vor Vertragsabschluss mit einem Produktinformationsblatt über die wichtigsten Rahmendaten des angebotenen Tarifs zu informieren. In der Stichprobe konnte keiner der Testkunden die vollständigen Vertragsunterlagen vor der Unterschrift zur Prüfung mit nach Hause nehmen.

Die Folge: Kunden finden in ihren Verträgen oft ungewollte und zuvor nicht genannte Konditionen, die Verbraucherschützer bekommen immer wieder Beschwerden über zu teure oder unpassende Verträge.

Kein Widerrufsrecht wie bei Online-Abschlüssen

Anders als bei Online-Abschlüssen können im Laden abgeschlossene Verträge in den allermeisten Fällen nicht widerrufen werden. Daher fordern Verbraucherzentrale und NRW Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) anlässlich des Weltverbrauchertags am 15. März 2019 ein 14-tägiges Widerrufsrecht, wie es bei Haustürgeschäften und Abschlüssen im Internet bereits gilt. Denn wenn Kunden die tatsächlichen Vertragsbedingungen realisierten, bereuten viele ihre Unterschrift und bei 24 Monaten Mindestlaufzeit könne der Abschluss teuer werden.

Branchenverband wirbt um Verständnis

Der Branchenverband der Telekommunikationsunternehmen VATM warb um Verständnis. "Unsere Mobilfunkanbieter erfüllen die Vorgaben der Transparenzverordnung", sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner der Deutschen Presse-Agentur. Aber bei mehreren tausend Shops und Partner-Shops lasse sich nicht völlig ausschließen, dass es auch zu Versäumnissen komme.

Stand: 14.03.2019, 16:14