Smartphones - Elektronik voller Leid

Eine Frau tippt auf einem Smartphone.

Smartphones - Elektronik voller Leid

  • Was in unserem Handy alles steckt
  • Kinderarbeit für Rohstoffe im Kongo
  • Sehr schlechte Bezahlung für Arbeiter

In den Schaltkreisen eines Handys befindet sich ein Erz namens Coltan. Das kommt zu 80 Prozent aus einer der 2.000 Minen in der Demokratischen Republik Kongo in der Mitte Afrikas.

Das Coltan liegt aber direkt unter der grünen Lunge des Kongos, dem Kahuzi-Biéga Nationalpark, Lebensraum der bedrohten Flachland-Gorillas. Seit 1995 hat sich die Gorilla- Population um 77 Prozent reduziert - von 17.000 auf nur noch 3.000. Der WWF macht dafür auch die Coltan-Minen verantwortlich.

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Kinderarbeit für Rohstoffe

Der zweite problematische Stoff in unseren Handys heißt Cobalt. Er steckt im Akku und macht, dass er länger hält – und schneller lädt. Auch Cobalt kommt zu 60 Prozent aus dem Kongo und wird von dort aus nach China exportiert.

Laut Amnesty sind von den 255.000 Cobalt-Arbeitern im Kongo 35.000 Kinder und manche von ihnen sechs Jahre alt. Sie verdienen 50 Cent am Tag und graben Tunnel, bis sie auf eine Cobalt-Mine stoßen. Manchmal arbeiten sie dafür 24 Stunden am Stück.

Handy bauen im Akkord

"Designed in California" - diesen Satz lässt Apple stolz in seine Geräte gravieren - auch in seine iPhones. Das mag auch stimmen, lenkt aber von dem Fakt ab, dass der Großteil aller Smartphones in China zusammengebaut wird. Und das unter teils unwürdigen Zuständen.

In einer chinesischen Handyfabrik hält jeder Arbeiter am Tag zwischen 700 und 1.700 Handys in der Hand. Pro Minuten müssen 350.000 Arbeiter 350 iPhones zusammenbauen. Schaffen sie es nicht, drohen Kürzungen.

Geringer Lohn für viel Arbeit

Der Lohn ist dabei ohnehin schon gering, er beträgt etwa 193 Euro. Eine Schicht dauert bis zu zwölf Stunden. Die Arbeit wird oft ungeschützt verrichtet, obwohl mit giftigen Chemikalien hantiert wird. Geschlafen wird im meist völlig überbelegten Arbeiterheim.

Nach Recherchen des Guardian nahmen sich 2017 allein 14 Arbeiter das Leben, 18 weitere versuchten es. Die Fabriken begannen daher damit, ihre Gebäude mit Auffangnetzen zu umspannen - damit sich niemand mehr herunterstürzen kann.

Was kannst du tun?

Repariere dein Handy, wenn es kaputt ist. Im Netz gibt es einfache Tutorials, das nötige Werkzeug kannst du dir günstig bestellen. Ein neuer Akku kostet etwa 20€, ein neues Display 50€. Wenn es gar nicht mehr anders geht, kannst du dein altes Handy spenden - auf Seiten wie Handverkauf.net findest du heraus, wo das geht.

Stand: 03.04.2019, 10:00