Einkaufswagen im Online-Shop Amazon

Gleiche Ware, verschiedene Preise – Die Tricks von Online-Shops

Stand: 14.06.2022, 09:48 Uhr

Früher war noch alles relativ übersichtlich beim Einkaufen. An der Ware klebte ein Preisschild und man hat gewusst, was man zu bezahlen hatte. Bei Online-Shops im Internet ist das ganz anders. Viele verschiedene Faktoren entscheiden darüber, was der Kunde zu welchem Zeitpunkt für ein bestimmtes Produkt bezahlen muss.

Von Peter Kuttler

Gleiche Ware, verschiedene Preise – Die Tricks von Online-Shops

WDR 4 Kuttler digital 15.06.2022 02:02 Min. Verfügbar bis 15.06.2023 WDR 4 Von Peter Kuttler


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Internet-Surfen hinterlässt Spuren

Die Betreiber von Online-Shops sammeln Informationen darüber, mit welchem Endgerät (Smartphone, PC, Tablet etc.) wir gesurft haben und was wir uns wann und wie oft angeschaut haben. All diese Informationen werden vom Internetbrowser in kleinen Textdateien auf der Webseite des Online-Shops gespeichert – als Cookies. Die helfen u.a. dabei zu erkennen, wie weit nach oben man beim Preis für eine Ware bei bestimmten Kunden gehen kann. Das führt z.B. dazu, dass Besitzer von iPhones bei Online-Händlern meistens mehr bezahlen müssen, als Kunden mit einem Android-Handy. IPhones gelten nämlich als vergleichsweise teuer und deswegen geht man davon aus, dass solche Kunden auch mehr bezahlen können. Und weil auch der Standort vom Rechner an den Online-Shop übermittelt wird, zahlen z.B. Käufer in exklusiveren Wohngegenden ebenfalls oft mehr für bestimmte Produkte.

Preise variieren zeitlich

In der Regel sind die Preise bei Online-Händlern morgens besonders niedrig, wenn die meisten Menschen arbeiten müssen. In der Mittagspause gehen Sie dann deutlich rauf und am früheren Abend ist es meistens noch mal etwas teuer. Marktforscher haben herausgefunden, dass sich die Online-Preise teilweise bis zu 100 Mal am Tag verändern können. Dabei wurden Preisschwankungen von über 200% registriert. Besondere Ereignisse wie z.B. Weihnachten, Valentinstag oder Muttertag haben ebenfalls Einfluss auf die Preise in Online-Shops.              

Datenfluss begrenzen

Man kann den Informationsfluss an die Online-Plattformen etwas minimieren, indem man beim Internetbrowser "privates" bzw. "anonymes" Surfen aktiviert. Darüber hinaus empfiehlt es sich, regelmäßig die Browser-Cookies zu löschen – die kleinen gespeicherten Textinformationen einer Webseite. Aufs Kleingedruckte zu achten lohnt sich übrigens auch. Online-Händler müssen nämlich nach einer neuen EU-Richtlinie inzwischen auf personalisierte Preise hinweisen.

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