EC-Karten im Portemonnaie

Können Bankkarten durch Smartphones beschädigt werden?

Stand: 22.03.2022, 10:43 Uhr

Ob in Damenhandtaschen oder in Hosentaschen von Männern – die EC- bzw. die Kreditkarte und das Smartphone können dabei schon mal ziemlich nah aneinander geraten. Ist das eigentlich ein Problem? Können magnetische Bauteile oder die Strahlung des Smartphones den Bankkarten irgendetwas anhaben?

Von Peter Kuttler

Können Bankkarten durch Smartphones beschädigt werden?

WDR 4 Kuttler digital 23.03.2022 02:17 Min. Verfügbar bis 23.03.2023 WDR 4


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Magnetstreifen findet kaum mehr Verwendung

Eine Bankkarte (z.B. EC- oder Kreditkarte) verfügt in der Regel über zwei Datenträger. Den Chip auf der Vorderseite der Karte sowie den Magnetstreifen auf der Rückseite. Der Magnetstreifen kommt meist nur noch in einigen Ländern außerhalb Europas zur Anwendung, wenn die dortigen Kassensysteme und Geldautomaten noch nicht entsprechend umgerüstet sind. Ansonsten kommt beim kontaktlosen Bezahlen oder beim Geldabheben am Geldautomaten nur noch der Chip zum Einsatz und der kann durch die Handystrahlung in seiner Funktion nicht beeinträchtigt werden. Knicke oder Kratzer sind da schon wesentlich gefährlicher.

Handyhüllen meistens unproblematisch

Bei Handyhüllen mit Magnetverschluss ist die magnetische Kraft normalerweise viel zu schwach, um den Magnetstreifen beschädigen zu können. Das gleiche gilt in der Regel auch für eventuelle magnetische Bauteile im Smartphone (wie z.B. beim iPhone 12). Auch in solchen Fällen ist die magnetische Kraft meist deutlich zu gering, um Schäden an Magnetstreifen verursachen zu können. Hinzu kommt, dass diese seit ca. zehn Jahren sehr viel stärker ("High-Coercivity"-Verfahren) magnetisiert werden und dadurch deutlich resistenter gegen Magnetstrahlung sind.

Bankkarten vor unbefugtem Auslesen schützen

Viele bewahren ihre EC- oder Kreditkarten inzwischen in "RFID"(Radio-Frequency Identification)-Etuis auf. Durch Abschirmung soll so verhindert werden, dass Unbefugte mit einem entsprechenden Lesegerät Zugriff auf die Daten eines Karten-Chips bekommen können. Das funktioniert zwar, die Frage ist jedoch, wie sinnvoll das am Ende ist. Zum einen muss jemand mit einem Kartenleser bis auf weinige Zentimeter an die jeweiligen Karten herankommen. Zum anderen funktionieren die meisten Kartenleser ab zwei oder mehr Bankkarten (z.B. in einer Brieftasche oder einem Geldbeutel) meist nicht mehr korrekt, weil sich mehrere Karten-Chips in der Regel gegenseitig blockieren und dadurch auch keine validen Informationen mehr liefern (können).

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