5G bringt NRW nicht auf die digitale Überholspur

5G bringt NRW nicht auf die digitale Überholspur

  • Versteigerung der 5G-Frequenzen in Mainz
  • Experte sieht keine zügigen Effekte für schnelleres Netz
  • Im ländlichen Raum wird man länger warten müssen

Am Dienstag (19.03.2019) hat in Mainz die Versteigerung der 5G-Frequenzen begonnen, die das Internet in Deutschland ab 2021 schneller machen sollen. Auch in NRW würde man auf der weltweiten Datenautobahn gerne auf die Überholspur wechseln, aber die Probleme sind noch andere, als bei Großereignissen schnell ein Selfie von sich digital verbreiten zu können.

Genau das soll 5G, die Weiterentwicklung von 4G- bzw. LTE, gewährleisten: Wo viele Menschen zusammenkommen - etwa in Fußballarenen oder bei Festivals - und große Datenmengen verarbeitet werden müssen, da soll dies über den neuen Standard möglich werden. In NRW ist man indes noch dabei, Funklöcher zu schließen. Um die Netzanbindung in der Fläche zu verbessern sollen neue Stationen gebaut und alte modernisiert werden.

Start der 5G-Versteigerung

WDR 5 Morgenecho - Interview 19.03.2019 04:33 Min. WDR 5

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5G nicht für jeden Waldabschnitt

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte bereits im vergangenen Sommer angekündigt, dass es bei den neuen Frequenzen nicht so sei, dass man "alle Waldabschnitte auch mit 5G ausstatten muss". Da sei 4G für die meisten Anwendungen "in vollem Umfang ausreichend". Bis 2020 sollen ihm zufolge 99 Prozent der Haushalte eine LTE-Mobilfunkverbindung haben, derzeit seien es 98.

Eine hohe Haushaltsabdeckung bringt in der Fläche - etwa beim Spaziergang im Wald - indes wenig. Einer Studie des Aachener Beratungsunternehmens P3 vom vergangenen Dezember zufolge steht Deutschland im europäischen Vergleich in der Flächenabdeckung schlecht da. Während die LTE-Abdeckung in den NRW-Nachbarländern Belgien und Niederlande bei fast allen Netzbetreibern über 90 Prozent liege, bewege sich die Spanne mit 75 Prozent bei der Telekom und den 57 Prozent von Vodafone deutlich darunter.

Schnelles Internet kommt nicht kurzfristig

Dass die 5G-Auktion den Verbrauchern in NRW zügig ein schnelles Internet beschert, glaubt Professor Torsten Gerpott nicht: "Netzanbieter werden den Ausbau erstmal da vorantreiben, wo es sich für sie lohnt, und das wird eher nicht in Niederkrüchten und Elmpt sein", sagt der Telekommunikationsexperte der Universität Duisburg-Essen. Im 4G-Bereich sei auch nur mit sehr begrenzten Zuwächsen zu rechnen. Da ist für die Netzbetreiber gemäß einer Auflage der Bundesnetzagentur bis Ende des Jahres eine Abdeckung von 98 Prozent ohnehin Pflicht.

Diese Prozent-Auflage gilt übrigens auch für 5G - bis Ende 2022. Für einige Nutzer im ländlichen Raum bedeute dies allerdings, dass sie vor 2025 kaum auf ein schnelles Netz hoffen dürfen, fürchtet Gerpott.

Stand: 19.03.2019, 08:08

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Anonym 19.03.2019, 19:10 Uhr

    ". Bis 2020 sollen ihm zufolge 99 Prozent der Haushalte eine LTE-Mobilfunkverbindung haben, derzeit seien es 98." Ja sehr wichtig die Digitalisierung, wichtiger wie Lehrer, Personal im Krankenhaus oder wie in der Pflege aber mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche brauchen sich diese Damen und Herren wohl keine Sorge zu machen halt FDP.

  • 2 Off_Leiner 19.03.2019, 18:27 Uhr

    Ich habe noch nie ein Suchtphone - vulgo: Smartphone - besessen und werde mir auch niemals eines anschaffen: Ein solches SUCHT-, ÜBERWACHUNGS-, MANIPULATIONS- und VERBLÖDUNGSFÖRDERUNGSMITTEL kommt mir nicht ins Haus und nicht in die Tasche. Und ich bin ehrlich ENTSETZT über den quasireligiösen Hype, der um das Goldene Kalb Smartphone und 5 G gemacht wird: Denkt denn wirklich NIEMAND mehr mal kritisch und bedächtig darüber nach, was Menschen wirklich brauchen und was wirklich nicht? Was ihnen nutzt und was ihnen schadet? Merkt denn NIEMAND, daß KEIN MENSCH ein Smartphon wirklich "braucht"? Und daß es "smart" allenfalls für die ist, die mit ihm die sog. "NutzerInnen" ausbeuten, die in Wahrheit BENUTZTE sind? Nein, nein, verschont mich mit Suchtphone und G 5: Ich möchte physisch, psychisch und mental gesund bleiben!

    Antworten (2)
    • Blitz 20.03.2019, 00:22 Uhr

      Im letzten Buch der Bibel, die Offenbarung, steht schon, dass am Ende der Tage alle das lebende Bild anbeten werden. Es ist schon krass, wie viele Leute in der Öffentlichkeit diesen Smartphon anbeten.

    • ? 20.03.2019, 09:33 Uhr

      @ off_liner Man kann auch ein Smartphone besitzen und es als Telefon benutzen. Was man sonst noch damit macht muss jeder selber wissen. Und wer sich bei Facebook u.Co. lächerlich machen will, na von mir aus. Ich brauche es ja nicht mitzumachen. Aber deshalb die ganze moderne Kommunikation zu verteufeln ist selber dämlich. Immerhin hatte trotz der negativen Einstellung gegen über der Neuzeit wohl der TE Computer, Zeit und Lust die Meldung zu lesen und zu kommentieren und war dabei ganz und gar nicht Off line

  • 1 Anonym 19.03.2019, 17:25 Uhr

    Hallo, liebe Grüße.