Teure Rettung für kaputte Festplatten

Teure Datenrettung für Foto-Festplatten Servicezeit 09.01.2020 08:26 Min. UT Verfügbar bis 09.01.2021 WDR Von Alexandra Kaschek

Teure Rettung für kaputte Festplatten

  • Festplatten-Rettung kann teuer werden
  • Preisvergleich ist schwierig
  • Gute Datensicherung vermeidet Ärger

Was die Kunden bei der Konsultation von Datenrettern häufig erwartet, sind sehr hohe Kostenvoranschläge. Gerade bei physischen Schäden wie defekten Schreib-Leseköpfen, wie sie nach einem Sturz der Festplatte häufig sind, liegen die "Rettungspreise" zwischen 500 und mehr als 3.000 Euro. Je schneller die Bearbeitungszeit, desto höher waren in einer WDR-Stichprobe die veranschlagten Kosten. Zudem rechtfertigten die Datenretter den Preis mit Extra-Einsätzen der Techniker und Kosten für Ersatzteile.

Preisvergleich ist schwierig

Wer deshalb lieber erst mal Preise vergleichen möchte, hat leider ein großes Problem. Denn die meisten Anbieter legen den Preis erst nach der Schadensdiagnose fest. Das heißt, die Festplatte muss erst mal zum Datenretter. Und je mehr Analysen von verschiedenen Firmen durchgeführt werden, desto höher das Risiko, dass die Festplatte während der Untersuchungen noch mehr Schaden nimmt.

Die WDR-Stichprobe zeigte: Nach drei Diagnoseversuchen war die Festplatte komplett hinüber. Das bittere Fazit: Kunden sind der Branche komplett ausgeliefert.

Was macht einen guten Datenretter aus?

Qualitätssiegel für Datenretter, an denen sich Verbraucher orientieren könnten, gibt es bisher nicht. Umso genauer sollte man sich die Datenretter vorher anschauen. Verfügt der Anbieter über ein Reinraumlabor, ein großes Ersatzteillager, langjährige Expertise? Was sagen andere Kunden auf verschiedenen Bewertungsportalen? Was steht in den AGBs? Zahle ich nur bei erfolgreicher Datenrettung oder entstehen auch Kosten bei Nicht-Erfolg?

Wichtig: Der Gerichtsstand sollte sich in Deutschland befinden, sonst wird es bei einem Rechtsstreit kompliziert. Die Speziallabore sollten in der EU liegen, denn dann müssen sich die Firmen auch an die strengen datenschutzrechtlichen Bestimmungen halten.

Regelmäßige Updates

Aber damit es dazu erst gar nicht kommt, sollte man wichtige Daten regelmäßig und mindestens doppelt auf zwei verschiedenen Datenträgern sichern - und beide sollten räumlich getrennt sein. Empfehlenswert ist ein sogenanntes Hybrid-Backup. Dabei erfolgt eine Sicherung auf einer Festplatte, die zweite bei einem Cloud-Anbieter.

Kostenlose Software hilft bei der Sicherung

Wichtig dabei: Man sollte die Daten verschlüsseln, bevor sie in der Cloud abgelegt werden. Hierfür gibt es freie Software wie etwa "Cryptomator". Hilfreich sind auch Programme, die automatisch für ein regelmäßiges Backup sorgen. Gratis verfügbar sind zum Beispiel "Aomei Backupper" oder "Ashampoo Backup".

Wie Sie Ihre Daten nie verlieren

WDR 5 Leonardo Service Computer 23.08.2017 06:30 Min. Verfügbar bis 22.08.2022 WDR 5

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Stand: 09.01.2020, 11:00