Wie werde ich Herr über meine Daten?

Symbolbild: Datenwirbel um einen digitalen Globus mit Afrika im Zentrum

Wie werde ich Herr über meine Daten?

Von Marlon Schulte und Kevin Barth

Google, Facebook und Co. sammeln massenhaft Daten. Doch als User ist man dem nicht hilflos ausgeliefert. Ein paar Dinge können Sie tun, um wieder Herr über Ihre Daten zu werden.

Wie komme ich an meine Daten?

Unternehmen, die Nutzerdaten verarbeiten sind dazu verpflichtet, uns auf Anfrage mitzuteilen, was sie von jedem einzelnen speichern. Das ergibt sich sowohl aus dem europäischen als auch dem deutschen Datenschutzrecht. Es reicht ein formloses Schreiben an Unternehmen wie Facebook, um Auskunft über gespeicherte Daten zu bekommen. Gefragt werden darf, welche Daten genau gespeichert sind und woher die Daten stammen.

Welche Daten sammelt Google über mich?

Wenn Google aufgerufen wird, werden so genannte "Cookies" auf dem entsprechenden Gerät gespeichert. Jeder Cookie hat eine Identifikationsnummer. So werden Suchbegriffe, die IP-Adresse und der Browser, mit dem gesurft wird erfasst. So kann Google den ungefähren Standort nachvollziehen und außerdem, welches Gerät und welcher Browser verwendet wird. Wird Google ein zweites Mal aufgerufen, kommen die angelegten Cookies zum Einsatz.

Das führt dazu, dass Google darüber Bescheid weiß, nach was schon einmal gesucht wurde und welche Einstellungen eventuell vorgenommen wurden. Nutzt nur eine Person ein bestimmtes Gerät, können so die Suchergebnisse immer mehr auf das Suchverhalten abgestimmt werden. Die Nutzung von Google auf dem Smartphone führt zu einer Speicherung der Telefonnummer. Um wen genau es sich handelt wird dann erkannt, wenn der User bei Google angemeldet ist.

Wer ein Konto bei Google besitzt, kann sich im "Google Dashboard" mit seinen Nutzerdaten anmelden. Dort sind die Daten zusammengefasst, die es bei Google über uns gibt. Zum Beispiel ist aufgelistet, wie viele Mails man mit "Google Mail" versendet hat oder welche Suchanfragen man per Google gestellt hat. Ein intensiv verwendetes Google-Konto führt dazu, dass noch mehr Informationen gesammelt werden, als wenn man nur hin und wieder etwas sucht. So zum Beispiel Termine, Notizen, oder Einträge im sozialen Netzwerk "Google Plus". Besonders viele Informationen liefert außerdem das Android-Betriebssystem, denn es ist sehr eng mit Google verknüpft.

Sammlung von Daten rückgängig machen

Auch ohne einen eigenen Account können Nutzer über den "Privatsphäre-Check" des jeweils genutzten Browsers bisher gespeicherte Daten wieder löschen. Genau so kann dort gesperrt werden, dass zukünftig Suchverläufe gespeichert werden. Werbung, die auf individuellen Interessen basiert, können User ebenfalls ausschalten. Wichtig: Diese Einstellungen müssen in jedem Browser und auf jedem Gerät einzeln geändert werden.

Das Recht auf "Vergessen werden"

Daten können berichtigt, eingeschränkt oder sogar gelöscht werden. Das gilt zum Beispiel, wenn persönliche Angaben für den ursprünglichen Zweck der Speicherung nicht mehr benötigt werden. In diesem Fall muss der Anbieter diese Informationen unverzüglich löschen. Wurden falsche Angaben weitergegeben, muss der jeweilige Anbieter diejenigen informieren, die diese Daten erhalten haben, damit Korrekturen vorgenommen werden können. In einem solchen Fall, müssen auch Suchmaschinen Links und Hinweise entfernen.

Hinzu kommt insbesondere bei Suchmaschinen, dass nach einer gewissen Zeit das Persönlichkeitsrecht gegenüber dem öffentlichen Informationsinteresse überwiegen kann, was ebenfalls eine Löschung von Suchtreffern nach sich zieht. Wer Daten löschen lassen möchte, kann einen Antrag ("Löschverlangen") stellen. Das Löschen der Daten darf den Nutzer mit keinen zusätzlichen Kosten belasten.

Der "Daten-Rucksack"

Wer einen Anbieter wechseln möchte, kann seine gespeicherten Daten zu diesem mitnehmen. Der aktuelle Anbieter muss die Datenpakete an die Nutzer aushändigen. Diese Pakete werden dann vom neuen Anbieter eingepflegt. Der Vorteil: Wer etwa mit einem sozialen Netzwerk unzufrieden ist, verliert nicht all seine Daten. Der Nachteil: Seine Kontakte, etwa Facebook-Freunde, können verloren gehen, wenn sie nicht ebenfalls wechseln.

Stand: 15.08.2018, 09:23