Whatsapp auf dem Diensthandy - was ist erlaubt?

Frau mit Smartphone am Arbeitsplatz

Whatsapp auf dem Diensthandy - was ist erlaubt?

Von Nico Rau

  • Die Firma entscheidet über private Nutzung
  • Kontrollen sind bei privater Nutzung nicht erlaubt
  • Whatsapp in den Augen der Datenschützer illegal

Dienstlich oder privat?

Das Diensthandy ist ein Arbeitsmittel und dementsprechend Eigentum des Arbeitgebers. Das heißt, die Firma darf eine private Nutzung verbieten - oder bestimmte Bedingungen aufstellen. In großen Unternehmen wird das oft klar geregelt: Beispielsweise ist die Kamera deaktiviert oder der App-Marktplatz nicht zugänglich. Verstöße gegen die Regeln können Abmahnungen oder sogar Kündigungen zur Folge haben.

Keine Regelung – alles erlaubt?

Ist die private Nutzung ohne Einschränkung erlaubt, dann kann der Mitarbeiter fast alles mit dem Diensthandy machen. Allerdings darf er keine illegalen Angebote wie Filesharing-Dienste nutzen, erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke, und: "Auch das Herunterladen von pornographischen Filmen hat in der Vergangenheit zu Kündigungen geführt. Die Grenze ist immer da erreicht, wo es Reputationsschäden für das Unternehmen geben kann."

Digital ist nicht gleich einfach

WDR 2 Servicezeit | 12.06.2018 | 03:13 Min.

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Nutzung während der WM

Der Mitarbeiter darf beispielsweise auch während der Weltmeisterschaft Spiele im Livestream auf dem Diensthandy schauen, so lange es sich nicht um illegale Streams handelt. Die sollten aber auch nicht nötig sein, denn die ARD hat angekündigt, 56 der 64 Spiele live zu übertragen.

Keine private Nutzung während der Arbeit

Dies gilt allerdings nicht während der Dienstzeit, außer der Arbeitgeber erlaubt es ausdrücklich. Rechtsanwalt Christian Solmecke: "Immer wenn ich Arbeitszeit privat nutze, wäre das ein Arbeitszeitbetrug." Es könne natürlich sein, dass in dem Unternehmen kleinere Ablenkungen oder Anrufe gestattet würden, aber: "In der Regel kann man klar sagen: Private Unternehmungen oder Telefonate sind tabu. Das gilt auch für Whatsapp."

Whatsapp auf dem Diensthandy

Theoretisch darf der Arbeitnehmer zur WM auch Whatsapp-Gruppen gründen, um sich mit anderen über Ergebnisse auszutauschen, vorausgesetzt er darf das Diensthandy privat nutzen. Allerdings könnte er sich damit strafbar machen: Sehr viele Datenschützer halten den Messenger für illegal.

Ebenso Rechtsanwalt Solmecke: "Meines Erachtens war Whatsapp, nicht nur in der Version der dienstlichen App, sondern auch in der privaten Nutzung, schon lange verboten: Es verstößt sowohl gegen altes Datenschutzrecht und gegen die neue Datenschutzgrundverordnung." Der Grund: Sämtliche Daten und Telefonnummern aus dem Adressbuch des Nutzers würden an Whatsapp überspielt. Diese Übertragung personenbezogener Daten sei ohne deren Einwilligung illegal.

Stand: 14.06.2018, 09:53